Yahoos fundamentale Probleme bleiben bestehen

Kerngeschäft gilt als nahezu wertlos

Donnerstag, 29. Januar 2015 14:00
Yahoo

(IT-Times) - Kurzzeitig war die Freude groß. Nach der Ankündigung, seine 15-prozentige Beteiligung an dem E-Commerce-Giganten Alibaba Group in die eine eigenständige Gesellschaft (SpinCo) ausgliedern zu wollen, legten Yahoo-Aktien zunächst kräftig zu.

Schnell jedoch kehrte Ernüchterung ein, denn die fundamentalen Probleme bei Yahoo! sind nach wie vor ungelöst. Der Umsatz entwickelte sich auch im jüngsten Quartal weiter rückläufig, zudem brach der operative Gewinn um 76 Prozent 143 Mio. Dollar ein.

Beobachter an der Wall Street glauben, dass sich Yahoo-Chefin Marissa Mayer mit dem Spin-off der Alibaba-Beteiligung nur mehr Zeit kauft. Allein die Alibaba-Beteiligung wird mit rund 39 Mrd. US-Dollar bewertet, während der Wert der Beteiligung an Yahoo! Japan auf etwa 7,0 Mrd. Dollar taxiert wird. Der Börsenwert von Yahoo! erreichte zuletzt 44 Mrd. Dollar. Damit scheint das operative Geschäft von Yahoo! (Nasdaq: YHOO, WKN: 900103) praktisch wertlos.

Yahoo-Chefin deutet weitere Zukäufe an
Doch es gibt auch Lichtblicke. Yahoo! hatte jüngst einen 5-Jahreskontrakt mit dem Browser-Anbieter Firefox unter Dach und Fach gebracht, wodurch Yahoo! künftig die Standard-Suchmaschine bei Firefox (Desktop und Mobile) wird.

Ferner hat Yahoo! die Übernahme von BrightRoll erfolgreich abgeschlossen, wodurch Yahoo! zur größten Video-Werbeplattform in den USA avanciert. Yahoo-Chefin Mayer stellte klar, dass man keine größeren Übernahmen anstrebt, sondern vor allem relativ kleine Firmen wie eben Flurry und BrightRoll kaufen wolle. Yahoo! sitzt auf Barreserven von rund 7,0 Mrd. Dollar und kann sich weitere Zukäufe leisten. Yahoo! soll vor allem im Bereich Mobile und Social weiter gestärkt werden.

Wird Yahoo! selbst zum Übernahmekandidaten?
Stattdessen glauben Beobachter an der Wall Street, dass Yahoo! nach der Ausgliederung seiner Alibaba-Beteiligung bald selbst ein Übernahmeziel werden könnte. Der Hedge Fund Starboard Value fordert seit längerem eine Fusion mit dem Rivalen AOL. Doch sowohl im Yahoo-, als auch im AOL-Management steht man dieser Idee bislang ablehnend gegenüber.

Yahoo! muss sich neu erfinden
Für Yahoo-Anleger bleibt die Hoffnung, dass es der ehemaligen Google-Managerin Marissa Mayer doch noch gelingt, Yahoo! neu zu erfinden. Mit der Werbeplattform Yahoo Gemini hat das Internet-Portal einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, denen noch weitere folgen müssen.

Kurzportrait

Das Internet-Unternehmen Yahoo! wurde ursprünglich im Jahre 1994 von den Studenten Jerry Yang und David Filo als Internet-Suchmaschine gegründet. Heute präsentiert sich das Unternehmen als vielbesuchtes Internet-Portal, das aus insgesamt drei Kerngeschäftsbereichen heraus operiert: Communications and Communities, Search and Marketplaces sowie Media. Yahoo verzeichnet weltweit mehr als über eine Milliarde Nutzer im Monat für seine Services.

Gleichzeitig beteiligte sich Yahoo! mit insgesamt einer Mrd. Dollar an Chinas führendem E-Commerce Unternehmen Alibaba Group und brachte damit seine China-Aktivitäten in das Venture mit ein. Im Zuge des Börsengangs von Alibaba im Jahr 2014 trennte sich Yahoo! von 140 Mio. Aktien und hält nunmehr nur noch eine Beteiligung von etwa 15 Prozent an Alibaba. Daneben hält Yahoo! noch eine 35%ige Beteiligung an Yahoo! Japan.

Yahoo! verstärkte sich durch zahlreiche Zukäufe, unter anderem wurde der Bookmark-Dienst Del.icio.us übernommen. Anfang 2007 kaufte man die Online-Community MyBlogLog. Später übernahm Yahoo! den Spezialisten Right Media vollständig. Mitte 2007 schluckte Yahoo! die Webseite Rivals.com, das Werbenetzwerk BlueLithium und die Newsseite BuzzTracker. Anfang 2008 übernahm Yahoo! die Videoplattform Maven Networks und den Marketing-Spezialisten IndexTools. Im Herbst 2009 schluckte Yahoo! die arabische Internet-Community Maktoob.com. Anfang 2010 wurde die indonesische Koprol übernommen, zudem wurden Dapper und Citizen Sports aufgekauft.

In 2013 setzte Yahoo! seine Einkaufstour weiter fort und schluckte nach Snip.it auch das Startup Jybe, sowie die News-App Summly, Bignoggins Productions, Qwiki und Xobni. Zudem kaufte Yahoo! die Microblogging-Plattform Tumblr für 1,1 Mrd. Dollar. Später folgten mit Hitpost Bread Labs weitere Zukäufe. In 2014 kaufte Yahoo! bislang die Unternehmen Aviate, Cloud Party, Wander, Distill, Flurry und BrightRoll.

Die Einnahmequelle Online-Werbung trägt nach wie vor die Mehrheit der gesamten Yahoo!-Umsätze. Die beiden Firmengründer David Filo und Jerry Yang halten nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an Yahoo!.

Markt und Wettbewerb

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