Subventionstourismus in der Solarbranche: USA als Zukunftsmarkt?

Freitag, 7. Mai 2010 16:19
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MÜNSTER (IT-Times) - Nun ist amtlicht, was seit der Bundestagswahl im letzten Jahr im Raum stand: Die Subventionen für Solarenergie in Deutschland werden gekürzt. In anderen Ländern - aktuell allen voran die USA - steigen die Fördermittel, wodurch Unternehmen wie Solar Millennium tatsächlich profitieren. Klar, dass die Kürzungen - auch wenn volkswirtschaftlich durchaus sinnvoll - von einer Lobbygruppe wie dem Bundesverband Solarwirtschaft heftig kritisiert wird.

Man spricht davon dass bei der Beschlussfassung zur Kürzung der Solarstromförderung in dieser Woche die Interessen der Deutschen Solarbranche zu wenig berücksichtigt worden seien. Damit habe man sich auch über zahlreiche Bedenken aus der Solarbranche, der Wissenschaft, den Gewerkschaften und auch aus eigenen Reihen sowie über einen Beschluss des Bundesrates hinweg gesetzt. Eine Mehrheit in der Länderkammer hatte die Bundesregierung aufgefordert, die Solarförderung im Rahmen der außerordentlichen EEG-Novelle weniger stark zu beschneiden.

Solarstromförderung wird gekürzt

Bereits zum 1. Juli 2010 soll nun aber die Solarstromförderung zusätzlich zur im Januar dieses Jahres vollzogenen deutlichen Kürzung um  elf bis 16 Prozent reduziert werden. Zum 1. Januar 2011 wird eine weitere Absenkung der Zuschüsse im voraussichtlich zweistelligen Prozentbereich vorgenommen. Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet nun im großen Umfang mit vorgezogenen Investitionen in Solarstromanlagen. Viele Bürger wollen sich noch die alten Förderkonditionen sichern. Dies bringe zwar kurzfristig volle Auftragsbücher sowie eine positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung, langfristig ist man aber deutlich pessimistischer. Der Verband befürchtet Wettbewerbsnachteile für deutsche Hersteller.

Insbesondere die Summe der Fördereinschnitte stelle die Branche vor Herausforderungen. Sie sei nun erst recht zur Technologieführerschaft verurteilt und müsse diese im harten Wettbewerb weiter behaupten. Die einzige Möglichkeit bestehe darin, auch in Zukunft immer ein Stück besser zu bleiben als die Konkurrenz. Die Branche werde dafür weiter  unter anderem verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren müssen. Die dafür notwendigen Spielräume seien durch die jüngste EEG-Novelle nun jedoch beschnitten worden. Auch das jüngst angekündigte Sonderforschungsprogramm „Innovationsallianz Photovoltaik“ könne diese Einschnitte nicht kompensieren.

Deutschland verfüge bislang über eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Solartechnik, eine ausgezeichnete Forschungslandschaft und einen hochinnovativen Maschinen- und Anlagenbau. Die Photovoltaikbranche zählt rund 60.000 Beschäftigte.

USA: Deutliche Steuervergünstigungen für Solarunternehmen

In den USA sprudeln indessen die Subventionen für Unternehmen, die im Solarbereich investieren, seit Barack Obama Präsident der Vereinigten Staaten ist. Dort können Solarkraftwerksprojekte bis 2016 von sogenannten Investment Tax Credits (ITC) profitieren. Dabei handele es sich um eine Steuerentlastung in Höhe von bis zu 30 Prozent der Investitionssumme. Dadurch soll die Attraktivität von Investitionen in Solarkraftwerke gesteigert werden. Alle Projekte, bei denen noch 2010 mit der Realisierung begonnen wird, würden sich für Subventionen aus dem US-Konjunkturprogramm qualifizieren. Dabei sei vorgesehen, dass die Unternehmen diese ITCs nicht in Form einer Steuerentlastung, sondern als direkten Zuschuss zur Finanzierung von der Regierung gewährt bekommen.

Marktführer bei Solaranlagen stammt erstmals aus den USA

Meldung gespeichert unter: Solar Millennium

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