Q-Cells mutiert zum integrierten Solarkonzern

Montag, 7. April 2008 13:25
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(IT-Times) Das Jahr 2007 war ein wichtiger Meilenstein für die in Sachsen-Anhalt ansässige Q-Cells AG (WKN: 555866). Erstmals stieg das Unternehmen zum weltweit größten Hersteller von Solarzellen auf und verdrängte damit die japanische Sharp vom Spitzenplatz.

Auch für die kommenden Jahre verspricht Q-Cells ein rasantes Wachstum. Während in diesem Jahr die Umsatzmarke von einer Mrd. Euro fallen soll, will Q-Cells im nächsten Jahr bereits die Umsatzschwelle von 2,0 Mrd. Euro in Angriff nehmen. Möglich machen dies unter anderem der Produktionsausbau und langfristige Lieferverträge mit Silizium-Herstellern.

Um die ehrgeizigen Ziele in den nächsten Jahren zu erreichen, wandelt sich das Unternehmen immer mehr zum vertikal integrierten Solarkonzern. Wurden bislang ausschließlich kristalline Solarzellen hergestellt, steigt das Unternehmen zunehmend auch in andere Marktbereiche wie in die Produktion von Dünnschichtmodulen und der Projektierung von Dach- und Freiflächenanlagen ein. Zudem plant das Unternehmen den Aufbau einer eigenen Waferproduktion in Malaysia, wobei Q-Cells anschließend erstmals Siliziumblöcke (Ingots) selbst herstellen will.

Dünnschichtzellen sollen für weiteres Wachstums sorgen
Besonders interessant ist das Engagement im Bereich der Dünnschichtzellen, wo das Unternehmen auf das Know-how seiner Tochterfirmen zurückgreifen kann. Das Segment der Dünnschichtzellen wächst derzeit rasant, nachdem Polysilicon zunehmend knapp wird und die Preise für dieses Material zuletzt stark anstiegen. Dünnschichtzellen werden mit Hilfe von amorphem Silizium bzw. Cadmium-Telluride (First Solar) gefertigt, so dass die Hersteller nicht mehr auf teures Polysilicon angewiesen sind.

Den deutlich günstigeren Kosten bei der Herstellung stand in der Vergangenheit ein schwächerer Wirkungsgrad der Dünnschichtzellen gegenüber kristallinen Solarzellen gegenüber. Doch auch bei Dünnschichtmodulen haben die Forschungsabteilungen der Solarfirmen in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt, so dass Wirkungsgrade von bis zu 20 Prozent unter Laborbedingungen möglich sind.

Der Dünnschicht-Technik wird daher eine große Zukunft bescheinigt. Im Jahr 2007 steuerten Dünnschichtsolaranlagen lediglich 9,4 Prozent der Gesamtproduktionsmenge von 3,8 Gigawatt (GW) bei, nach 7,6 Prozent bzw. 2,5 GW in 2006. Im Jahr 2008 sollen die weltweiten Solaranlagen rund 5,6 GW produzieren, wobei der Anteil der Dünnschichtpanels dann bereits auf 14,4 Prozent steigen soll. Im nachfolgenden Jahr wird dann mit einem Anteil der Dünnschicht-Module von 17,8 Prozent gerechnet.

Mit dem Vorstoß in diesem Bereich weiter zu expandieren, dürfte Q-Cells die richtige Entscheidung getroffen haben, um seine Spitzenposition als größter Solarzellenhersteller auch in den kommenden Jahren zu verteidigen....

Kurzportrait

Die im Jahre 1999 gegründete und Thalheim/Sachen-Anhalt ansässige Q-Cells AG ist der weltweit größte Hersteller von Solarzellen. Im Jahr 2001 nahm Q-Cells die Produktion auf, wobei heute fünf hochmoderne Produktionslinien betrieben werden.

Das Unternehmen hat sich hauptsächlich auf die Produktion von mono- und multikristalline Solarzellen auf Siliziumbasis spezialisiert. Vorprodukte wie Solarmodule wurden bislang nicht hergestellt, jedoch plant das Unternehmen den Aufbau einer eigenen Wafer-Produktion in Malaysia. Daneben arbeitet Q-Cells im Bezug auf die Fertigung ganzer Solarmodule mit führenden Moduleherstellern weltweit zusammen.

Die gesamte Solarzellenfertigung bei Q-Cells ist vollautomatisiert. Insgesamt bietet Q-Cells Solarzellen in 48 verschiedenen Qualitätsklassen an. Q-Cells legt bei der Fertigung und Herstellung seiner Zellen auf beste Qualität, Optik und Leistung. Das Unternehmen legt auch großen Wert auf Schwachlichtverhalten und Leistungstoleranzen, die Q-Cells mit +/- 1,5 Prozent angibt. Mit der Einführung der ersten 6-Zoll-Solarzelle Q6 und dem Zellformat Q6L will sich das Unternehmen von seinem Wettbewerbern abgrenzen.

Q-Cells verkauft seine Produkte weltweit in mehr als 32 Ländern (Spanien, Frankreich, Italien, Türkei, Japan, Südkorea, China, USA, Südafrika usw.) und beliefert mehr als 67 Kunden. Der Exportanteil liegt inzwischen bei über 50 Prozent, Tendenz steigend. Im Ausland ist das Unternehmen unter anderem mit seiner Tochter Q-Cells Asia Ltd. präsent. Zudem hält das Unternehmen weitere Beteiligungen an der EverQ GmbH und der CSG Solar AG. 33 Prozent werden an der kalifornischen Solaria Corporation gehalten, während Q-Cells 100 Prozent der Anteile an Sontor und Calyxo hält. Mit der Q-Cells International GmbH hat das Unternehmen in 2007 eine neue Tochter gegründet, die sich auf die Projektierung von Dachanlagen und Freiflächenanlagen konzentrieren soll.

Unternehmensmitgründer Anton Milner führt das Unternehmen als CEO. Insgesamt beschäftigte Q-Cells zuletzt mehr als 1.500 Mitarbeiter, davon über 100 Wissenschaftler und Ingenieure.

Zahlen

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