Millicom wächst ungebrochen

Dienstag, 31. Juli 2007 13:02
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(IT-Times) Zwar wächst der luxemburgische Mobilfunk-Provider Millicom International Cellular S.A. (Nasdaq: MICC, WKN: 889328) weiterhin kräftig, allerdings blieb das Unternehmen mit den jüngsten Gewinnzahlen hinter den hohen Erwartungen des Marktes zurück.

Hintergrund ist die zunehmende Konkurrenz, vor allem in Zentralamerika, erklärt Millicom-Chef Marc Beuls den Investoren. Nachdem man 208 Mio. Dollar im vergangenen Quartal in den Ausbau seiner Netze investiert hat, will das Unternehmen weiterhin an seinem Ziel festhalten und im laufenden Jahr insgesamt 800 Mio. Dollar investieren und sich damit gegen die drückende Konkurrenz wappnen. Gleichzeitig gibt sich Millicom optimistisch, trotz des zunehmenden Wettbewerbs weiterhin netto 1,5 Mio. Mobilfunkkunden pro Quartal gewinnen zu können.

Fortschritte in Lateinamerika
An die Spitze des Mobilfunkmarktes konnte sich Millicom zuletzt in Guatemala setzen. Mit einem Marktanteil von 40 Prozent kontrolliere man praktisch den Mobilfunkmarkt, während man auf den Honduras ebenfalls Marktanteilszugewinne von ein bis zwei Prozent in den vergangenen sechs Monaten verbuchen konnte. Beide Länder stecken in Sachen Mobilfunkpenetrationsrate noch in der Entwicklungsphase im Vergleich zu weiterentwickelten Mobilfunkmärkten wie Brasilien.

Auch in Kolumbien sei man zuletzt aggressiv gewachsen, heißt es aus dem Management. Durch die Verbesserung der Mobilfunkmarke Tigo sowie die Stärkung des Vertriebsnetzes habe man seine Marktstellung in dem lateinamerikanischen Land verbessert. Langfristig hofft Millicom, dass sich die Investitionen auszahlen und Kolumbien die gleichen operativen Gewinnmargen abwerfen wird, als der Konzerndurchschnitt.

Herausforderungen in Afrika
Schwierig bleiben dürfte hingegen weiter das Geschäft in Afrika. Zwar wächst das Geschäft auf dem Schwarzen Kontinent überdurchschnittlich, dennoch sieht sich Millicom hier Wachstumsbarrieren in Form einer schwachen Infrastruktur gegenüber. Aus diesem Grund habe man die aggressiven Expansionspläne für Afrika zunächst verschoben, was sich negativ auf die Profitabilität auswirken dürfte, da Millicom selbst stärker investieren muss.

Langfristig sieht das Unternehmen dennoch große Wachstumschancen in Afrika, da die Versorgung mit Telekommunikationsdiensten wenig ausgeprägt und die Mobilfunkpenetrationsrate insgesamt weiter niedrig ist.

In Asien weiter auf Expansionskurs
In Asien blieb Millicom hingegen weiter auf Expansionskurs. Wenngleich im Hinblick auf Expansion in Vietnam derzeit kaum Bewegung in Sicht ist, hat das Unternehmen sein Serviceangebot in Kambodscha verbessert und seine Marke Tigo auch in Sri Lanka und Laos eingeführt. Insgesamt will sich Millicom in den nächsten Jahren auf mobile Mehrwertdienste konzentrieren und in den Jahren 2008 und 2009 den Umstieg auf 3G forcieren.

Kurzportrait

Die im Jahre 1992 gegründete und in Luxemburg ansässige Millicom International Cellular S.A. ist ein führender Mobilfunk-Betreiber, der sich vornehmlich in Schwellenländern engagiert. Das Unternehmen betreute zuletzt weltweit rund 13 Mio. Telekom- und Mobilfunkkunden.

Das schwedische Unternehmen ist an mehr als 17 regionaler Mobilfunkserviceanbieter in 16 verschiedenen Ländern beteiligt. Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft sind vor allem die Schwellenländer in Zentralamerika, Südamerika, Afrika, Südasien und Südostasien. Im zentralamerikanischen Wirtschaftsraum ist das Unternehmen mit Operationen in El Salvador, Guatemala und Honduras präsent. In Südamerika ist Millicom Bolivien und Paraguay aktiv, wobei sich der Mobilfunkspezialist im Jahr 2006 durch die mehrheitliche Übernahme von Columbia Movil S.A. auch in Kolumbien einkaufte. Darüber hinaus übernahm man auch die Telefonica Celular del Paraguay SA, einem Mobilfunkanbieter in Paraguay, vollständig.

In Afrika ist das Unternehmen im Kongo, in Ghana, Mauritius, im Senegal, Sierra Leone, im Tschad sowie in Tansania mit entsprechenden Operationen aktiv. In Südostasien liegt der Schwerpunkt vor allem auf den Ländern Pakistan und Sri Lanka, sowie im Iran. Von seiner Einheit in Pakistan (Paktel) will sich Millicom allerdings trennen. In Südostasien spielen vor allem die Länder Kambodscha, Laos sowie Vietnam in der Firmenstrategie eine wichtige Rolle.

Zu den wichtigsten Tochterfirmen und Beteiligungen der Gesellschaft gehören die Telemovil El Salvador SA (El Salvador/100 Prozent), Comcel Guatemala (Guatemala/55 Prozent), Celtel (Afrika/66,67 Prozent), Telecel (Südamerika/100 Prozent), Telecel Paraguay (Paraguay/100 Prozent), Oasis (Afrika/100 Prozent), Millicom Tchad (Tschad/87,5 Prozent), Mobitel Ghana (Ghana/100 Prozent), Emtel (Afrika/50 Prozent), Sentel (Senegal/100 Prozent), Millicom Sierra Leona (Sierra Leone/100 Prozent), Millicom Tanzania Ltd (Tansania/84,4 Prozent), Celltel (Südostasien/100 Prozent), CamGSM (Südostasien/58,4 Prozent), Millicom Lao (Laos/74,1 Prozent), Comvik International Vietnam (Vietnam/80 Prozent). Insgesamt betreute Millicom zuletzt rund 18 Mio. Mobilfunkkunden.

Die schwedische Investmentfirma Invik hielt zuletzt noch 35 Prozent der Anteile an Millicom, nachdem die Beteiligungsgesellschaft die Holding-Firma Kinnevik übernahm.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet Millicom einen Umsatzanstieg um 80 Prozent auf 613 Mio. US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte um 65 Prozent und 263 Mio. Dollar zu. Analysten hatten an dieser Stelle mit einem Plus von 269 Mio. Dollar kalkuliert. Zudem seien im Vergleich zum zweiten Quartal 2006 84 Prozent mehr Abonnenten gewonnen worden; insgesamt sei die Zahl derer nun auf über 18 Millionen angestiegen, teilte Millicom mit.

Meldung gespeichert unter: Millicom International Cellular (MIC)

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