Juniper Networks will im Breitband-Markt punkten

Dienstag, 6. Mai 2008 13:38
Juniper Networks

(IT-Times) Der US- Netzwerkausrüster Juniper Networks (Nasdaq: JNPR, WKN: 923889) und Cisco-Konkurrent konnte zuletzt nach Angaben der Marktforscher des Hauses Synergy Research weiter Marktanteile gewinnen.

Mit soliden Zahlen im vergangenen ersten Quartal untermauerte Juniper nochmals seinen aufstrebenden Trend. Jedoch erwirtschaftet Juniper mit 51 Prozent des Umsatzes nach vor den Großteil der Einnahmen in Amerika, nachdem das Geschäft im vierten Quartal 48 Prozent zu den Gesamteinnahmen beisteuerte. Den höheren Umsatzanteil führt Juniper insbesondere auf Schlüsselmärkte in Lateinamerika zurück, wo das Unternehmen ein starkes Wachstum verzeichnete.

Risikofaktor US-Firmenkundengeschäft
Dennoch stellt die gewisse Abhängigkeit vom US-Geschäft ein nicht unerhebliches Risiko für Juniper dar, zumal die US-Hypothekenkrise noch nicht gänzlich ausgestanden ist. Zwar ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal mit 0,6 Prozent gewachsen, schon warnt US-Notenbankchef Ben Bernanke aber vor weiteren Folgen der Finanzkrise, welche die US-Wirtschaft in Gefahr bringen könnten.

Juniper selbst räumt bereits ein langsameres Wachstum im nordamerikanischen Geschäft mit Firmenkunden ein, sieht die weltweite Nachfrage aber auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Umso überraschender kommt daher die leichte Gewinnanpassung nach oben für das laufende Gesamtjahr.

Wachstumsmarkt Breitband-Datendienste
Dabei hofft Juniper nicht nur auf Trend-Märkte wie Social Networking, welche die Nachfrage nach zusätzlichen Bandbreiten und moderne Router-Techniken anheizen, auch das mobile Internet hält immer mehr Einzug in den Alltag. Um Breitband-Datendienste anbieten zu können, benötigen Netzbetreiber effiziente mobile Backhaul-Netzwerke, die leicht skalierbar sind. Mit der neuen Backhaul-Lösung BX 7000 hat Juniper jüngst ein neues Produkt in diesem wachstumsstarken Markt vorgestellt, der dem Cisco-Konkurrenten zu mehr Marktanteilen verhelfen soll.

Ein Erfolg in diesem Markt gilt als besonders wichtig, schließlich dürfte sich der mobile Backhaul-Transportmarkt nach Schätzungen der Marktforscher Infonetics Research von 4,5 Mrd. Dollar in 2007 auf 8,2 Mrd. Dollar in 2010 fast verdoppeln…

Kurzportrait

Die im Jahre 1996 gegründete Juniper Networks gilt als zweitgrößter Router-Hersteller weltweit hinter Cisco Systems. Das im kalifornischen Sunnyvale ansässige Unternehmen entwickelt daneben auch Netzwerk-Management-Software. Das Produktportfolio umfasst dabei unter anderem Router der M-Serie, sowie die ultra-schnellen Gipson-Router für den high-end Markt als auch Softwaresysteme (JUNOS). Ergänzend hierzu, engagiert sich Juniper auch im Bereich Breitbandtechnik und bietet in diesem Marktsegment Kabel-Modemsysteme an. Juniper produziert seine Hardware-Produkte nicht selbst, sondern lässt diese Großteils von Auftragsherstellern wie Solectron und Celestica fertigen. Die in der Netzwerk-Infrastruktur eingesetzten ASIC-Chips werden zwar von Juniper entwickelt, aber im Rahmen eines Kooperationsabkommens von IBM hergestellt. Der Router-Spezialist vertreibt seine Produkte direkt an Firmenkunden, als auch über entsprechende Einzelhändler und Distributoren.

Zu den namhaften Kunden, welche auf Router-Technik aus dem Hause Juniper setzen, zählen neben China Telecom, Cable & Wireless, auch Level 3, Qwest, BellSouth, die Deutsche Telekom AG, France Telecom, KPNQwest, Sonera und Tiscali. Den Großteil seiner Hard- und Software setzt Juniper allerdings nach wie vor in Nordamerika ab. Insgesamt beliefert das Unternehmen mehr als 500 Service-Provider in mehr als 50 Ländern weltweit.

Durch die Übernahme von Pacific Advantage bzw. Pacific Broadband Communications ist Juniper Networks auch im Markt für Kabel-Übertragungstechniken tätig. Bereits im Jahre 1999 folgte die Übernahme der kalifornischen Hightech-Firma Layer Five. Mit der Übernahme der Siemens-Tochter Unisphere Networks versuchte Juniper im Jahr 2002 seine Position gegenüber dem großen Konkurrenten Cisco weiter zu stärken. Darüber hinaus kann der Router-Hersteller das umfassende Siemens-Vertriebsnetz für seine Produkte nutzen. Mit Kagoor Networks, Redline Networks Peribit Networks, Acorn Packet Solutions und Funk Software folgten weitere Zukäufe. Die beiden Großkunden Siemens und Ericsson zeichneten zuletzt für jeweils zehn Prozent der gesamten Juniper-Umsatzerlöse verwantwortlich.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2008 meldet Juniper einen Umsatzsprung auf 822,9 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn kletterte zunächst um 66 Prozent auf 110,4 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 66,65 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Juniper im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 149,5 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen übertreffen. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 815,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 24 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Der positive Geschäftsverlauf wirkte sich auch auf die Gewinnmargen aus. Die operative Marge kletterte zuletzt auf 23,5 Prozent, nach 19,6 Prozent im Vorjahr. Die verbesserten Margen versetzten Juniper wiederum in die Lage einen positiven Cashflow in Höhe von 254,9 Mio. Dollar zu erwirtschaften. Insgesamt konnte Juniper das erste Quartal mit Barreserven von über 2,2 Mrd. Dollar beenden.

Meldung gespeichert unter: Juniper Networks

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