Flextronics profitiert vom Gadget-Boom - weiteres Wachstum erwartet

Freitag, 29. Oktober 2010 13:56
Flextronics International

(IT-Times) - Der weltgrößte Auftragshersteller Flextronics International (Nasdaq: FLEX, WKN: 890331) hat im vergangenen zweiten Fiskalquartal 2011 auf ganzer Linie überzeugen können. Umsatz und Gewinn legten gegenüber dem Vorjahr deutlich zu, wobei Flextronics gleichzeitig auch die Markterwartungen der Analysten spürbar übertreffen konnte. Flextronics-Aktien präsentierten sich daraufhin deutlich fester an der New Yorker Nasdaq und legten um rund elf Prozent zu.

Flextronics profitierte zuletzt nicht nur vom Smartphone-Boom, zählt das Unternehmen Hersteller wie Research In Motion (RIM) zu seinen Kunden. Neue digitale Geräte wie Tablet PCs erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Flextronics profitiert hiervon als Endfertiger von dieser Nachfrage, nachdem Flextronics-Kunden wie Dell und Hewlett-Packard (HP) gezwungen werden, in diesem neuen Markt einzusteigen, wollen die traditionellen PC-Bauer diesen wichtigen Zukunftsmarkt nicht allein der Konkurrenz überlassen.

PC-Geschäft bei Flextronics dürfte sich verdoppeln
Die Analysten bei der Citigroup gehen davon aus, dass sich das PC-Geschäft bei Flextronics von einer Mrd. Dollar im laufenden Jahr 2010, auf zwei Mrd. Dollar in 2011 verdoppeln wird. Im Jahr 2012 dürfte das PC-Geschäftsvolumen dann weiter auf vier Mrd. Dollar wachsen, glauben die Citibanker.

Hintergrund ist nicht nur die hohe Nachfrage nach Tablet PCs, sondern auch ein weiterhin positiver Ausblick für die Notebook-Industrie, die trotz der Konkurrenz von iPad & Co auch im kommenden Jahr weiter zulegen dürfte. Insgesamt dürfte das Notebook-Ausliefervolumen im nächsten Jahr die Marke von 200 Millionen Einheiten überschreiten, wobei allein der Flextronics-Kunde HP 50 Millionen Notebooks ausliefern könnte, schätzen Marktbeobachter.

Neue Entertainment-Produkte sorgen für volle Auftragsbücher
Aber nicht nur vom Tablet PC- und Notebook-Boom profitiert Flextronics. Nachdem der Flextronics-Kunde Microsoft Anfang November sein neues Motion-Sensorsystem Kintect auf den Markt bringen will, haben sich bereits die Order-Bücher bei Flextronics gut gefüllt. Sollte sich Kinect in diesem Jahr zum Weihnachtshit entwickeln, dürfte dies nicht nur die Aktionäre von Microsoft freuen…

Kurzportrait

Flextronics International, mit Hauptsitz in Singapur, gilt als die Nummer eins im Bereich der Auftragshersteller in der Elektronik- und Halbleiterindustrie. Das Unternehmen fertigt in über 100 Fertigungsfabriken weltweit Halbleiter und ganze Endgeräte für Auftraggeber aus der Hightech-Industrie. So kommen beliebte Unterhaltungselektronikprodukte, wie die Microsoft-Konsole Xbox, aus den Fabriken des Auftragsherstellers Flextronics. Auch Mobilfunktelefone und Handys werden von Flextronics gefertigt. Insgesamt operiert Flextronics heute aus fünf Geschäftsbereichen heraus: Printed Circuit Board (PCB) and Flexible Circuit Fabrication, Optomechatronics (Camera Modules), Power Supplies, Logistics und Reverse Logistics & Repair Services.

Zu den Kunden des Konzerns zählen unter anderem große Namen wie Sony Ericsson, Nokia, Motorola, Philips, Cisco Systems, Research In Motion, Sony und Hewlett-Packard. Vor allem durch Übernahmen baute das Unternehmen seine Marktposition in den vergangenen Jahren weiter aus. So übernahm man unter anderem das Fertigungsgeschäft der Mobilfunksparte des schwedischen Mobilfunkers Ericsson. Daneben übernahm Flextronics den Fertigungsspezialisten NatSteel Broadway. Mit dieser Übernahme erweiterte das Unternehmen vor allem seine Fertigungskapazitäten im Süden Chinas. Gleichzeitig will das Unternehmen dadurch sein Produktionsangebot in Sachen Unterhaltungselektronik erweitern. Durch die Verlagerung von Fertigungskapazitäten nach China und den damit einhergehenden Stellenabbau in anderen Regionen will Flextronics seine Kosten weiter senken.

Im Jahr 2004 kaufte Flextronics die restlichen Fertigungseinheiten Nortels für rund 700 Mio. Dollar. Im Jahr 2005 übernahm Flextronics dann die Mehrheit am indischen Software- und Telekomspezialisten Hughes Network Systems, wobei kurze später mit FutureSoft ein weiteres indisches Unternehmen zugekauft wurde. Auch der kalifornische Designer Frog Design sowie die indische DeccaNet gehörden inzwischen zum Flextronics-Konzern. Über die Tochter Multek kaufte Flextronics den Elektronik- und Halbleiterspezialisten Sheldahl. Nach der Übernahme von Microcell Group und des Konkurrenten DII Group, trennte man sich bereits im Jahr 2005 von seinem Netzwerkservicegeschäft. Gleichzeitig wurde im Frühjahr 2006 die Softwareentwicklungsdivision für 900 Mio. Dollar an KKR veräußert. Ende 2006 verstärkte man sich mit der Übernahme von International DisplayWorks (IDW). Im Jahr 2007 übernahm Flextronics den rivalisierenden Auftragshersteller Solectron für 3,6 Mrd. Dollar. Darüber hinaus gab das Unternehmen die Übernahme des Notebook- und Server-Geschäfts des Spezialisten Arima Computer bekannt.

Über die Tochter SpinCircuit ist Flextronics auch im Markt für D2M (Design to Manufacturing) vertreten. Die von SpinCircuit angebotenen Services sollen Ingeneure dabei unterstützen, Entwicklungsprozesse in der Halbleiterherstellung zu beschleunigen und effizienter zu gestalten. Neben dem Stammhaus in Singapur ist das Unternehmen in weiteren 28 Ländern weltweit auf vier Kontinenten aktiv.

Zahlen

Die Umsatzerlöse von Flextronics lagen im zweiten Fiskalquartal 2011 bei 7,42 Mrd. US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Flextronics einen Quartalsumsatz von 5,83 Mrd. Dollar gemeldet. Das operative Ergebnis (GAAP) verbesserte sich dabei von 123 Mio. Dollar auf 199 Mio. Dollar. Im gleichen Zeitraum legte das Nettoergebnis (GAAP) von 20 Mio. Dollar auf 144 Mio. Dollar zu. Der Nettogewinn (Non-GAAP) lag dabei bei 23 US-Cent je Anteil, womit Flextronics die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 7,01 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 20 US-Cent je Aktie gerechnet.

Der operative Cash-Flow von Flextronics im zweiten Quartal 2010 lag bei 509 Mio. Dollar, der Free Cash-Flow bei 385 Mio. Dollar. Das Unternehmen kündigte an, die freien Finanzmittel zum Rückkauf von eigenen Aktien im Wert von 195 Mio. Dollar zu verwenden. Die Cash-Position zum Ende des zweiten Quartals gab Flextronics mit 1,8 Mrd. Dollar an.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Flextronics International

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