EU aktuell: Mehr Internet-Adressen ab 2010

Dienstag, 27. Mai 2008 14:39
EU-Kommission

27.05.2008 - Der Bedarf an Internet-gestützten Dienstleistungen wächst rasant. Internet-Nutzer und -Anbieter müssen zum Umstieg auf die neue Version des Internet-Protokolls IP-Version 6 (IPv6) ermutigt werden, um den Internet-Adressraum zu erweitern. Die EU-Kommission hat daher das Ziel gesteckt, IPv6 bis 2010 in 25 Prozent der Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Haushalten zu nutzen. EU-Telekomkommissarin Reding dazu: „Wenn die neuesten Internet-Anwendungen wie Funketiketten in Geschäften, Fabriken und auf Flughäfen, intelligente und energiesparende Heiz- und Beleuchtungssysteme sowie fahrzeuginterne Netze und Navigationssysteme genutzt werden sollen, steigt der Bedarf an IP-Adressen bereits um das Tausendfache. Ich rufe die Mitgliedstaaten daher dazu auf, dafür zu sorgen, dass ihre öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen IPv6 bis 2010 in breitem Umfang nutzen."

Die seit 1984 genutzte Version 4 des Internet-Protokolls stellt etwa 4,3 Milliarden Adressen bereit, von denen ca. 700 Millionen oder 16 Prozent noch für neue Verbindungen verfügbar sind. Das neue Internet-Protokoll IPv6 bietet dagegen einen nahezu unbegrenzten Vorrat an IP-Adressen und unterstützt so neue Anwendungen. Dank IPv6 wird es für die privaten Nutzer wesentlich einfacher, eigene Netze aufzubauen und sie mit dem Internet zu verbinden. Mit IPv6 werden auch innovative Internet-Anwendungen erleichtert, insbesondere wenn sehr viele kleine und einfache Geräte miteinander vernetzt werden müssen. Die meisten neuen Computer und Server großer Hersteller sind bereits IPv6-fähig, können jedoch nur über ihre alten IPv4-Adressen erreicht werden. „GEANT", das europäische Backbone-Internetnetz für die Forschung ist bereits zu 100 Prozent IPv6-kompatibel und hat Europa eine Spitzenstellung bei der Nutzung von IPv6-Adressen verschafft.

Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten heute aufgefordert, mit dem öffentlichen Sektor in Europa eine Vorreiterrolle zu übernehmen und dazu eigene Internet-Netze sowie Behördenwebsites und elektronische Behördendienste auf IPv6 umzustellen. Die Website der Kommission selbst, „Europa.eu", soll bis 2010 über IPv6 zugänglich sein. Als Anreiz für die europäische IT-Industrie sollten die Mitgliedstaaten (wie die EU-Kommission und die US-Regierung) die IPv6-Nutzung zur Voraussetzung für öffentliche Ausschreibungen machen, das Problembewusstsein in Unternehmen und Organisationen schärfen und diese bei der Umstellung unterstützen. Die EU-Kommission hat bereits 90 Millionen Euro in die IPv6-Forschung investiert. So hat sie im Jahr 2002 einen Aktionsplan zur Vorbereitung auf die IPv6-Einführung ins Leben gerufen, so dass Europa bereits über eine Vielzahl von Fachleuten auf dem Gebiet der IPv6-Anwendung verfügt.

Meldung gespeichert unter: Europäische Kommission (EU-Kommission)

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