AOL vor Comeback? Content-Offensive soll die Wende bringen

Donnerstag, 3. Februar 2011 13:38
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(IT-Times) - Das Internet-Portal AOL (NYSE: AOL, WKN: A0YECX) schrumpft weiter. Auch im jüngsten Quartal gingen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück, nachdem auch das Online-Werbegeschäft weiter schwächelte.

Auch für das laufende Jahr 2011 bleiben Analysten weiter skeptisch und erwarten einen nochmaligen Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich, bevor eine Stabilisierung im Jahr 2012 erwartet wird.

AOL versucht mit gezielten Zukäufen sein Content-Angebot weiter auszubauen. Nicht nur die lokale Newsplattform Patch.com wurde zuletzt kräftig erweitert, auch hat das Unternehmen mit TechCrunch einen weiteren prominenten Technologie-Blog übernommen. Damit gehören mit Engadget und TechCrunch zwei der bedeutendsten Technikseiten zur AOL-Gruppe.

Werbeeinnahmen sollen durch mehr Inhalte und Seitenaufrufe steigen
Das AOL-Management rund um den ehemaligen Google-Manager Tim Armstrong glaubt an ein Comeback von AOL noch in diesem Jahr. Hierfür hat sich das Unternehmen ehrgeizige interne Ziele gesetzt. Der Branchendienst Business Insider will an interne Papiere herangekommen sein, welche die Ziele von AOL in den nächsten Monaten dokumentieren.

Demnach will AOL die Zahl der Artikel, die monatlich veröffentlicht werden, von aktuell 31.500 auf 40.000 steigern. Die durchschnittlichen Seitenaufrufzahlen pro Artikel sollen von derzeit 1.500 auf 7.000 klettern. Die durchschnittlichen Kosten pro Artikel sollen dagegen von 99 auf 84 Dollar fallen. Die mit jedem Artikel verbundene Gewinnmarge soll von 35 auf 50 Prozent klettern, heißt es darin. Ein neuer SEO Checker soll dafür sorgen, dass jegliche Inhalte auf AOL optimal für Suchmaschinen aufbereitet werden, so dass diese prominent in Suchergebnissen erscheinen.

Partnerschaft mit Google bis 2015 verlängert
Auch bei der AOL-Suchmaschine selbst soll es Verbesserungen geben. Nachdem AOL seine Zusammenarbeit in diesem Bereich mit Google bis zum Dezember 2015 verlängert hat, soll ein neues Suchmaschinenprodukt von Google im ersten Quartal 2011 zum Einsatz kommen.

Ob diese Änderungen mittel- bis langfristig tatsächlich zu einer Wende bei AOL führen werden, muss der Ex-Googler Armstrong erst noch beweisen - eine Fusion mit Yahoo scheint zumindest vorerst vom Tisch.

Kurzportrait

Die in New York ansässige AOL wurde im Dezember 2009 wieder als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, nachdem AOL vor gut einem Jahrzehnt von Time Warner im Rahmen einer Milliardentransaktion übernommen wurde.

Heute präsentiert sich AOL nicht nur als Internetzugangsanbieter, sondern in erster Linie als Portal-Betreiber. Um sein Online-Angebot zu vermarkten betreibt das Unternehmen ein eigens Online-Vermarktungsnetzwerk. Unter AOL Advertising vermarktet das Unternehmen nicht nur Drittseiten, sondern auch seine eigenen Angebote unter dem Dach von AOL Media.

AOL Media fungiert dabei als Online-Publisher und betreibt unter anderem die Hauptseite AOL.com. Darüber hinaus lizenziert AOL Media auch Content an Drittanbieter, wobei daneben auch die Seiten Asylum.com, Engadget.com, DailyFinance, FanHouse, PoliticsDaily, Games.com, Moviefone und WalletPop.com betrieben werden.

Daneben betreibt AOL auch den Online-Kartenservice MapQuest, der gleichzeitig auch als Routen- und Stadtplaner dient. In diesem Zusammenhang betreibt AOL unter anderem die Dienste AOL City Guide, Going.com und When.com.

Ergänzt wird das Angebot durch Email-Service AOL Mail in den USA. Neben der Vermarktung von Drittanbieterwebseiten geniert AOL auch Umsätze durch Lizenz- und Abogebühren für kostenpflichtige Inhalte und Services. Über die AOL-Tochter Adtech AG lizenziert das Unternehmen Online-Werbetechnik an Drittunternehmen.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich AOL durch eine ganze Reihe von Zukäufen. Anfang 2006 kaufte AOL den Videosuchdienst Truveo und Games.com. Anschließend übernahm AOL den Video-Werbespezialisten Lightningcast sowie das Online-Spielemagazin GameDaily.com. Anfang 2007 verstärkte sich AOL in Europa durch die Übernahme von TradeDoubler. Gleichzeitig wurden mit ThirdScreen Media und Adtech AG zwei Werbespezialisten übernommen. Im Frühjahr 2008 kaufte AOL den britischen Social-Networking-Spezialisten Bebo sowie die Bloging-Engine Sphere und Socialthing. Mitte 2009 verstärkte sich AOL durch die Übernahme von Patch Media (Patch.com).

Im Jahr 2010 wurde sowohl Bebo als auch das Instant-Messaging-Geschäft ICQ wieder abgestoßen. Gleichzeitig verstärkte sich AOL durch die Übernahmen von 5min, Thing Labs (Brizzly), TechCrunch, Pictela und About.me. Anfang 2011 wurde der Content-Empfehlungsdienst Surphace (Sphere) wieder verkauft, gleichzeitig wurde das Videovertriebsnetz goviral übernommen.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet AOL einen Umsatzrückgang um 26 Prozent auf 596 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 806,7 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei verbuchte AOL einen Nettogewinn von 66,2 Mio. US-Dollar oder 61 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 1,4 Mio. Dollar oder einen Cent je Aktie im Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: AOL

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