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Dienstag, 6. Juni 2000 15:53
AOL

(internetaktien.de) - Mit Aktien so richtig Geld verdienen? Junge Karriere zeigt, wie man Wachstumswerten auf die Spur kommt, welche Trends sich abzeichnen und wo die Risiken liegen.

Wer sich im April 1998 Aktien der amerikanischen Internetfirma America Online (AOL) ins Depot gelegt hat, konnte ein Jahr später jubeln: Beim Höchststand von 175 Dollar hatte er 1.000 Prozent Gewinn gemacht. Ähnlich erging es Aktionären von Microsoft: Wer zum Börsengang im März 1986 für 1.700 Dollar Anteile des Softwaregiganten gekauft hat, ist heute Millionär. Wie sind solche Kurssprünge möglich?

Die Chancen für ein Kursfeuerwerk stehen gut, wenn ein Unternehmen mindestens ein innovatives Produkt im Angebot hat. Dieses Produkt muss zu einem der drei Wachstumsmärkte Informationstechnologie, Telekommunikation oder Biotechnologie gehören.

Wachstumsmotor der Informationstechnologie ist das Internet. Während in der Biotechnologie "nur" neue Produkte und Verfahrenstechniken entwickelt werden, beeinflusst das Internet die gesamte Wirtschaft: Transaktionskosten sinken, ganze Wertschöpfungsketten werden neu definiert. Einige Ökonomen sprechen sogar schon von einer "New Economy".

Die Steigerungsraten sind rasant. 1998 lag der Umsatz in der Internet-Ökonomie mit 301 Milliarden Dollar erstmals über dem im Telekommunikationssektor (300 Milliarden Dollar). 1999 steigt er voraussichtlich um 68 Prozent auf 507 Milliarden Dollar.

Alle 100 Tage verdoppelt sich die Zahl der Internet-Nutzer. In der Folge wächst auch der E-Commerce, der Handel im Internet. Immer mehr Verbraucher kaufen Bücher, Software, CDs, Autos und Flugtickets per Mausklick. Noch stärker als dieser Business-to-Consumer-Bereich (B2C) wächst der Handel zwischen den Unternehmen. Im Business-to-Business-Bereich (B2B) bietet die weltweite Vernetzung ein enormes Potential, Kosten einzusparen.

Boomzeit

Ein Erfolgsprodukt braucht in der Regel zehn Jahre, um einen Marktanteil von zehn Prozent zu erzielen. Dann erst beginnt die eigentliche "Boomzeit". Innerhalb des folgenden Jahrzehnts steigt der Marktanteil auf 90 Prozent.

Aus Anlegersicht sind die Werte am interessantesten, die an der Schwelle zu dieser Phase des Hyperwachstums stehen. Experten sind sich einig, dass der Internet-Boom erst am Anfang steht. Wer beim Aktienkauf auf das richtige Pferd setzt, kann von den hohen Wachstumsraten profitieren.

Wichtig ist, den Markt zu verstehen und die jeweiligen Marktführer zu kennen. Zu unterscheiden sind vier Bereiche:

Internet-Infrastruktur

Applikations-Infrastruktur (Internet-Software)

Content-Services (Web-Inhalte und Dienstleistungen)

E-Commerce (Handel im Internet)

Die Datenautobahnbauer

Ohne ein effizientes Netzwerk geht gar nichts im Internet. Im Bereich der Netz-Infrastruktur gehören AT&T und MCI Worldcom zu den größten Unternehmen. Bei der Netz-Hardware ist Cisco Systems mit einem geschätzten Marktanteil von 85 Prozent Marktführer. Cisco produziert Router und Switches, die den Verkehr auf der Datenautobahn regeln. Zu den weiteren Top-Firmen gehören Lucent Technologies und Nortel Networks.

Die aufstrebenden und noch nicht so etablierten Unternehmen wie Ciena, ADVA oder Qwest Communications bieten moderne Glasfasernetze mit der DWDM-Technologie an, die die Kapazität der normalen Netze um das 16fache steigern kann.

Die traditionellen Zugangsformen über Modem und ISDN werden zunehmend durch breitbandige Hochgeschwindigkeits-Zugänge über DSL und das Kabelnetz abgelöst. Momentan verfügen erst vier Prozent aller US-Haushalte über einen Breitbandzugang via Kabelnetz oder DSL.

Bei einer Aufrüstung würden laut einer Umfrage 75 Prozent aller Internethaushalte den Kabelnetzzugang wählen, 25 Prozent den DSL-Zugang. Der Kabelnetzbereich ist ganz klar ein Massenmarktsegment und wird im Moment dominiert von der AT&T-Tochter Excite@Home.

Dagegen tummelt sich im DSL-Bereich neben Covad Communications und NorthPoint eine Vielzahl von Anbietern. Der führende Hardware-Zulieferer für die DSL-Technologie in den USA ist Copper Mountain. Den europäischen Markt beherrscht die französische Alcatel, dicht gefolgt vom israelischen Hersteller Orckit.

Auch an drahtlosen Kommunikationslösungen wird gearbeitet. Unternehmen wie Metricom und Qualcomm entwickeln die Kommunikationsnetze für den Internet-Zugang über Handy und tragbare Kleincomputer. Der Software-Hersteller Phone.com hat bei der Entwicklung der dafür nötigen WAP-Technologie Pionierarbeit geleistet.

Mittlerweile arbeiten alle Handy-Produzenten daran, diese Technologie einzusetzen. Speziell aufbereitete Web-Seiten können dann von überall abgerufen werden. Internet-Handys stehen an der Schwelle zum Hyperwachstum (siehe Grafik). Ihnen wird bereits in den nächsten fünf Jahren ein Marktanteil von 40 Prozent prognostiziert.

Der Infrastrukturbereich wurde bisher von den Anlegern eher vernachlässigt. Populäre Internet-Unternehmen wie AOL, Yahoo und Amazon standen im Mittelpunkt des Interesses.

Dabei zeichnen sich die Infrastrukturunternehmen dadurch aus, dass sie anders als viele Internet-Werte zum großen Teil bereits Gewinne erwirtschaften.

Software: Leben fürs Netz

Erst durch die geeignete Software lassen sich die im Internet übertragenen Daten nutzen - zum Beispiel in Form von Texten, Grafiken, Animationen, Musik und Videos. Am Anfang des Internets stand der Web-Browser, der den Eintritt in die Welt des World Wide Web geschaffen hat. Die Anbieter solcher Produkte und Dienstleistungen gehören zum Bereich Applikations-Infrastruktur.

Die Software, die den Internet-Boom trägt, kommt unter anderem von Sun Microsystems. Deren Jini-Software ist betriebssystemunabhängig und deshalb im stark wachsenden Home- Entertainment besonders bei japanischen Elektronikkonzernen wie Sega und Sony beliebt. Im Bereich Web-Design produzieren Adobe, Vignette und Allaire marktführende Software, mit denen Profis wie Anfänger relativ schnell ansprechende Web-Seiten erstellen können.

Hohe Wachstumsraten verspricht auch der Bereich der Multimedia-Infrastruktur. RealNetworks und Macromedia liefern die Sofware für die Kodierung, Übertragung und das Abspielen von Video und Audio im Internet.

In den meisten Suchmaschinen findet sich die Technologie von Inktomi. Akamai Technology sorgt mit seinem "Freeflow-Service" für eine effiziente Lenkung der Daten im weltweiten Internet, so dass lästige Wartezeiten beim Laden von Webseiten vermieden werden.

Ein heißer Trend ist die Vermietung von Software durch sogenannte Application Service Provider (ASP). Das Unternehmen Citrix hat eine Technologie entwickelt, die es seinen Kunden erlaubt, Anwendungen für Text- und Datenverarbeitung quasi zu mieten. Die Software ist über das Internet von einem Server bei Citrix abrufbar. Der Klient braucht die Software also nicht zu kaufen und sich darum zu kümmern, veraltete Versionen durch neue zu aktualisieren. Das erspart die Anschaffung, Installation und Pflege der zum Teil sehr teuren Programmpakete.

Meldung gespeichert unter: Very High Speed Digital Subscriber Line (VDSL)

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