Vodafone: Wachstum in Indien, neue Dienste in Europa

Telekommunikationsausrüstung

Mittwoch, 11. Juni 2014 17:41
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MÜNSTER (IT-Times) - Die Vodafone Group ist auf der Suche nach neuen Umsatzquellen. Hierzu setzt das Unternehmen auf eine mehrgleisige Strategie. Zum einen werden Zukäufe getätigt, zum anderen versucht man, für bestehende Kunden attraktive Angebote zu schnüren, so dass diese dann mehr Geld ausgeben.

Aus letzterem Grund kooperiert Vodafone zum Beispiel im britischen Heimatmarkt mit dem US-Unternehmen Netflix und sorgt so für ein attraktiveres Angebot: Künftig können die Kunden des britischen Telekommunikationsnetzbetreibers auf die Streaming-Dienste des US-Anbieters in Großbritannien zugreifen. Das Angebot ist für Kunden der Region Großbritannien ab Juli 2014 verfügbar. Wer dann das Vodafone Red 4G Voice- und Data-Paket für rund 26 Britische Pfund bestellt, kann ohne Zusatzkosten Filme und TV-Shows von Netflix streamen. Eine Verbindung von High-Speed-Zugang und Content-Angeboten erhöht das genutzte Datenvolumen und so hofft man auf höhere monatliche Einkünfte bei Vodafone. Außerdem stellt eine solche Partnerschaft einen deutlichen Attraktivitätsschub für das mobile 4G-Angebot von Vodafone dar. Deshalb hat das Unternehmen auch bereits ähnliche Abkommen mit Spotify Ltd. und BSkyBs Sky Sports-Service unterzeichnet.

Mit solchen Verknüpfungen will die Vodafone Group plc. (WKN: A1XA83) neue Umsätze generieren. Zudem stärkt man den Einfluss auf den indischen Mobilfunkmarkt. Die Vodafone Group kaufte jüngst einen weiteren Anteil an ihrer indischen Einheit. Durch den zusätzlichen Kauf von elf Prozent an Vodafone India für 1,5 Mrd. US-Dollar erhält Vodafone die vollständige Kontrolle über die indische Unit. Zuvor hatte Vodafone bereits einen Anteil von 4,5 Prozent erhalten, der von Vodafone Indias Non-Executive Chairman Analjit Singh gehalten wurde.

Seit die indische Regierung ausländische Unternehmen nicht mehr von einer Mehrheitsbeteiligung an indischen Unternehmen ausschließt, bemüht sich Vodafone, die indische Unit ganz zu übernehmen. Damit sind die Briten offenbar der erste ausländische Netzbetreiber, der die volle Kontrolle über einen indischen Netzbetreiber erhält. Schon im vergangenen Jahr kaufte man eine Reihe von Mobilfunklizenzen in strategisch wichtigen Regionen Indiens. So erwarb man für gut 2,32 Mrd. Euro über die Mobilfunktochtergesellschaft Vodafone India Lizenzen im 900 MHz- und 1800 MHZ-Spektrum.

Da man sich durch den Verkauf der Anteile an Verizon Wireless aus den USA verabschiedet hat, konzentriert sich Vodafone nun auf die weitere Gestaltung des Unternehmens vornehmlich in Europa und in Indien. Durch die Liquidität, die der Verkauf der US-Anteile in die Kasse des Unternehmens gespült hat, könnte Vodafone die eine oder andere sinnvolle Übernahme planen. In Europa dürfte das aus Gründen der Wettbewerbsregulierung allerdings schwierig werden. Daher wird man sich bei Vodafone auch wohl weiterhin eher auf Ländermärkte wie Indien konzentrieren.

Kurzportrait
Die im Jahre 1984 gegründete Vodafone Group plc. ist einer der weltweit größten Mobilfunknetzbetreiber und Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen. Das Unternehmen bietet sowohl Sprach- und Datenservices an und ist mit seinem Serviceangebot sowohl in Europa als auch in Afrika, Asien und im Mittleren Osten aktiv. Insgesamt betreute Vodafone zuletzt 411 Millionen Mobilfunkkunden, beschäftigt rund 90.000 Mitarbeiter, verfügt über 19 Tochtergesellschaften auf drei Kontinenten und ist in nahezu 30 Ländern aktiv. Durch eigene Niederlassungen bzw. durch Tochtergesellschaften betreibt Vodafone rund 7.600 eigene Verkaufsläden weltweit, über die das Unternehmen Mobilfunkverträge samt Mobiltelefonen vermarktet. In Europa ist Vodafone vor allem mit den Marken Vodafone, Arcor, Tele2 und TeleTu präsent. Neben Mobilfunkservices bietet Vodafone aber auch eine ganze Reihe von Datenservices an. PC Connectivity Services vermarktet Vodafone beispielsweise über die Unit Vodafone Mobile Broadband.

Im Frühjahr 2009 kaufte Vodafone 15 Prozent der Anteile an der afrikanischen Vodacom Group, womit Vodafone die Beteiligung an dem Mobilfunk-Carrier auf 65 Prozent erhöhte. Vodacom ist einer der führenden Mobilfunknetzbetreiber in Südafrika.

In 2007 stieg Vodafone großflächig in den indischen Markt durch die Übernahme von Hutchison Essar ein. Vodafone sicherte sich für 13,1 Mrd. Dollar 67 Prozent der Anteile. Mitte Juni 2009 fusionierte Vodafone Australia mit Hutchison 3G Australia und formte damit ein 50:50 Joint Venture.

Im Frühjahr 2011 kaufte Vodafone für rund fünf Mrd. US-Dollar die restlichen 33 Prozent der Anteile an der indischen Vodafone Essar. Zudem wurde der 44-prozentige Anteil an der französischen SFR an Vivendi verkauft. Im November 2011 trennte sich Vodafone von seiner 24,4-prozentigen Beteiligung an der polnischen Polkomtel. Im April 2012 kaufte die niederländische Tochtergesellschaft Vodafone Libertel BV die Telespectrum-DJ. Im Herbst 2012 wurde TelstraClear Limited übernommen. Im Mai 2013 gab Vodafone den Start des Carrier-Service-Geschäfts bekannt. Mitte 2013 gab Vodafone ein Übernahmeangebot von 10,7 Mrd. Euro für Kabel Deutschland ab und schloss die Übernahme im Frühjahr 2014 endgültig ab.

Meldung gespeichert unter: Telekommunikationsnetzbetreiber (Carrier)

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