The9 setzt weiter auf Diversifizierung

Freitag, 31. August 2007 12:01
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(IT-Times) Vorbereitungskosten auf das mit Spannung erwartete Addon „Burning Crusade“ für „World of Warcraft“ haben Chinas drittgrößten Online-Spieleanbieter The9 (Nasdaq: NCTY, WKN: A0DNY7) das Ergebnis im jüngsten Quartal verhagelt.

Insgesamt waren die WoW-Server rund fünf Tage wegen Wartung vom Netz. Das lang erwartete Update soll nunmehr am 10. September kommen - vier Monate später als ursprünglich geplant. Hintergrund der Verzögerungen waren offenbar Schwierigkeiten mit den Regulierungsbehörden, so ein Insider. The9 musste zuvor bereits Skelette entfernen und die Orginal-Version entschärfen.

SUN enttäuscht
Nach den viel versprechenden Nutzerzahlen im Beta-Test, steuerte das Online-Rollenspiel „Soul of Ultimate Nation“ lediglich 2,1 Mio. Dollar zum Gesamtumsatz bei. Marktbeobachter hatten zunächst mit Erlösen von bis zu fünf Mio. Dollar durch den Verkauf von Services und virtuellen Gegenständen rund um das Online-Spiel gerechnet. Zuletzt passte The9 das Online-Spiel aber mehrmals an, um so die Monetarisierung zu optimieren.

Das Unternehmen versucht durch die Lizenzierung von neuen Spielen die Abhängigkeit von seinem Blockbuster-Titel „World of Warcraft“ zu verringern. Einen Beitrag leisten soll hierzu „Granado Espada“. Das Unternehmen steht unmittelbar vor dem öffentlichen Beta-Test in China und soll die Umsatzbasis weiter diversifizieren.

The9 sichert sich weiteren Blockbuster
Große Hoffnungen setzt The9 dann auch auf das jüngst lizenzierte Online-Spiel „Audition“. The9 hatte sich zuvor schon die Exklusiv-Rechte an „Audition II“ auf dem chinesischen Festland sowie in Hongkong und Macao gesichert. Durch den aktuellen Rechtsstreit zwischen dem aktuellen Betreiber 9you und den Entwicklern T3 und Yedang, besteht die Möglichkeit, dass The9 als Audition-Betreiber bereits vor dem 1. August 2008 in China einspringen könnte.

Bei “Audition” handelt es sich um einen weiteren Blockbuster. Das Online-Tanzspiel verzeichnet in China 50 Mio. registrierte Nutzer, wobei sich zuletzt mehr als 500.000 Spieler gleichzeitig in den virtuellen Welten einloggten. Anders als „World of Warcraft“ finanziert sich „Audition“ durch den Verkauf von Services und virtuellen Gegenständen rund um das Spiel. Dennoch dürfte The9 mit diesem geschickten Schachzug seine Nutzerbasis mit einem Schlag mehr als verdoppeln und sich damit endgültig in die erste Liga der chinesischen Spieleanbieter katapultieren.

Kurzportrait

Die im Jahre 1999 gegründete und in Schanghai ansässige The9 gilt als einer der führenden Online-Spielentwickler in China. Das Unternehmen rief im Jahr 2000 die Spiele-Community the9 City ins Leben und kommerzialisierte die Community-Plattform Ende 2000. Haupteinnahmequelle ist das von Blizzard lizenzierte Online-Rollenspiel „World of Warcraft“, was seit Mitte 2005 kommerziell in China vermarktet wird.

Daneben hat The9 eine Exklusiv-Lizenz zum Betrieb des 3D-Online-Rollenspiels „MU“ und „Mystina Online“ für China erworben. Ferner hat The9 eine Exklusiv-Lizenz von Hanbitsoft erworben, um das von der südkoreanischen Spieleschmiede entwickelte 3D Online-Rollenspiel „Granado Espada“ in China zu betreiben. Gleichzeitig erwarb The9 die Vertriebsrechte für die Online-Spiele „Soul of Ultimate Nation“, „Guild Wars“, „Hellgate: London“, „Ragnarok 2„, „Huxley“ sowie „Field of Honor“ und „Audition“ (I und II) in China.

Das im eigenen Haus entwickelte 3D Online-Rollenspiel „Joyful Journey West“ soll künftig ebenfalls zu den Einnahmen beitragen. Zudem hat The9 eine Exklusiv-Lizenz von Beijing Powerspace Technology Development erworben, um das 3D Material Arts Spiel „ZhiZun“ in China zu vermarkten. Anfang 2005 beteiligte sich The9 an dem in Beijing ansässigen Online-Spielentwickler TKgame. Mitte 2005 übernahm The9 den Lizenzinhaber von „World of Warcraft“ China The9 Ltd (C9I) vollständig.

Neben gebührenpflichtigen Spielservices erzielt The9 noch Einnahmen aus Online-Werbung und aus dem Geschäft mit SMS-Services. Zudem hat The9 eine Lizenz erworben, um den südkoreanischen Service Avatar - in China bekannt unter dem Namen MakeMe - zu vermarkten. Daneben hält The9 noch Minderheitsbeteiligungen an dem Spieleportal Beijing Wanwei (40 Prozent), sowie an dem Spielentwickler Object Software (20 Prozent). Die Beteiligung an dem Joint Venture 9Webzen wurde hingegen von 51 auf 30 Prozent zurückgefahren. Mitte 2006 hat sich The9 an Infocomm Asia Holdings mit 20 Prozent beteiligt, welches die Rechte zum Vertrieb von „Granado Espada“ und „Hellgate: London“ in acht südostasiatischen Ländern hält. Mitte 2007 stieg die amerikanische Electronic Arts bei The9 ein und beteiligte sich mit 15 Prozent der Anteile an dem chinesischen Unternehmen.

Zahlen
Für das vergangene Juniquartal meldete The9 einen Umsatzanstieg auf 284,6 Mio. Yuan bzw. 37,4 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 271,3 Mio. Yuan im Jahr vorher. Auch im jüngsten Quartal steuerte das Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ den Großteil (32,2 Mio. Dollar) zu den Gesamterlösen bei.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen schrumpfte auf 108,6 Mio. Yuan bzw. 14,3 Mio. Dollar oder 54 US-Cent je ADS-Aktie. Der Nettogewinn sank auf 50,6 Mio. Yuan bzw. 6,6 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, womit The9 die Markterwartungen verfehlte. An der Wall Street hatte man zunächst mit einem Nettogewinn von 34 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: The9

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