Stratasys im Abwärtsstrudel - ist der 3D-Printer-Boom vorbei?

3D-Drucker-Aktien unter Druck

Dienstag, 10. Februar 2015 13:44
Stratasys Logo

(IT-Times) - Zuletzt herrschte Ausverkaufsstimmung an der Wall Street. Zumindest was die Aktien der führenden 3D-Druckerspezialisten Stratasys, 3D Systems, The ExOne Company und Voxeljet AG betraf. Anleger fragen sich inzwischen, ob der große Boom in der 3D-Druckerindustrie schon wieder vorbei ist.

Hintergrund war eine Gewinnwarnung des Branchenführers Stratasys, der die Aktien von 3D-Druckerherstellern einbrechen ließ. Vor allem das langsamere Wachstum und Abschreibungen auf die Consumer-Marke MakerBot hatten Investoren geschockt, galt MakerBot eigentlich als der kommende Wachstumsmotor innerhalb des Unternehmens für die nächsten Jahre.

Investoren fürchten weiter steigende Kosten
Doch nun muss Stratasys (Nasdaq: SSYS, WKN: A1J5UR) erneut kräftig investieren, um sich den technologischen Vorsprung in diesen Wachstumsmarkt zu sichern. Darunter werden allerdings die Gewinnmargen leiden. Stratasys sieht die operativen Margen auf die nächsten Jahre hinaus nur zwischen zehn und 14 Prozent. Das US-Analystenhaus Stifel erwartet daher, dass die Investitionen bei Stratasys in den nächsten zwei bis drei Jahren weiter steigen werden.

Marktbeobachter verweisen auf die Ankündigung von Hewlett-Packard (HP), mit einem eigenen 3D-Drucker-System in den Markt einzusteigen. Damit dürfte der Druck auf die übrigen Wettbewerber noch weiter wachsen.

Marktwachstum weiter intakt
Trotz der eher enttäuschenden Zahlen beim Branchenprimus Stratasys sehen Marktforscher aus dem Hause Gartner den 3D-Printer-Markt weiter auf einem explosiven Wachstumskurs. In den kommenden Jahren bis 2018 dürfte sich die Zahl der verkauften 3D-Drucker jedes Jahr verdoppeln. Im laufenden Jahr 2015 erwarten die Gartner-Experten eine Absatzsteigerung bei 3D-Druckern auf 217.350 Einheiten, in 2018 dürften dann weltweit 2,3 Millionen 3D-Drucker über die Ladentheke gehen.

Die Ausgaben der Endnutzer für Materialextrusionstechnik dürfte von 789 Mio. Dollar in 2015 auf 6,9 Mrd. US-Dollar in 2018 wachsen. Die Gesamtausgaben der Endnutzer für 3D-Drucker dürften von 1,6 Mrd. Dollar in 2015 auf 13,4 Mrd. US-Dollar bis 2018 explodieren, schätzt man bei Gartner.

Für 3D-Druckerspezialisten wie Stratasys ergeben sich damit noch genug Chancen, sich entsprechend durch Investitionen für den kommenden Boom zu rüsten - auch wenn die Gewinnmargen kurzfristig leiden dürften.

Kurzportrait

Die in Edina/Minnesota ansässige Stratasys Ltd. gilt als einer der führenden Anbieter von 3D-Drucker und 3D-Produktionssysteme weltweit. Das Unternehmen wurde im Jahr 1989 von S. Scott Crump und seiner Frau Lisa Crump in Minnesota gegründet. Im April 1992 brachte Stratasys mit dem 3D Modeler sein erstes Produkt auf den Markt. Im Oktober 1994 ging Stratasys an die Nasdaq.

Ingenieure setzen Stratasys-Produkte für die Modellierung komplexer Geometrien ein, um anschließend Modelle aus thermoplastischen Materialien herzustellen. Stratasys stellt entsprechende 3D-Systeme für den Automobilsektor, für die Luftfahrtindustrie, für den Medizinbereich als auch für den Consumer-Bereich her.

Anfang 1995 verstärkte sich Stratasys durch die Übernahme von IBM-Patenten und übernahm gleichzeitig 16 IBM-Ingenieure. Im Jahr 2012 fusionierte Stratasys mit der privaten Objet Ldt, einem führenden Hersteller von 3D-Drucker in Israel. Seither hielten Stratasys-Aktionäre 55 Prozent an dem kombinierten Unternehmen.

Mitte 2013 setzte Stratasys seine Einkaufstour weiter fort und schluckte den führenden 3D-Druckerhersteller MakerBot Industries für 403 Mio. US-Dollar. MakerBot betreibt zudem die Web-Plattform thingiverse.com. Zudem wurden mit Solid Concepts und Harvest Technologies zwei weitere Firmen übernommen. Mitte 2014 schluckte Stratasys den CAD-Spezialisten GrabCAD.

Anfang 2014 brachte Stratasys mit dem Objet500 Connex3 3D den weltweit ersten 3D-Drucker auf den Markt, der Objekte aus flexiblen und farblich unterschiedlichen Materialien drucken kann. Anfang 2015 schloss Stratasys die Übernahme von Vermögenswerten der chinesischen Intelligent CAD/CAM Technology Ltd ab.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: 3D Printing

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