SolarWorld: Mit großer Produktionstiefe im Wachstumsmarkt

Montag, 23. Juni 2008 11:13
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(IT-Times) In der vergangenen Woche hatte Frank Asbeck, Chef der SolarWorld AG (WKN: 510840), geäußert, das gesamte deutsche Stromnetz müsse stärker an den dezentralen erneuerbaren Energien ausgerichtet werden. Die Solarenergie zählt zu diesen dezentralen erneuerbaren Energien. Und SolarWorld äußert den Gedanken, dass das Unternehmen auch an der Netz AG beteiligt werden müsse. Unter der Netz AG wird der mögliche Zusammenschluss der Netze der vier großen Energieversorger E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall verstanden. Damit kann davon ausgegangen werden, dass sich SolarWorld auf Augenhöhe mit diesen Playern sieht.

Und in den vergangenen Monaten scheint es tatsächlich so, als strahle die Sonne für SolarWorld besonders hell. Vieles schafft das Unternehmen aus eigener Kraft, manchen Rückenwind erhält SolarWorld indes durch die institutionellen Rahmenbedingungen. So hat die Große Koalition jüngst entschieden, dass die Solarförderung ab 2009 nur geringfügig reduziert werden soll. In der Branche waren zuvor stärkere Einschnitte bis zu einem Drittel bei den Fördermitteln befürchtet worden. Auch SolarWorld geriet im Vorfeld der branchenfreundlichen Entscheidung der Politik an der Börse zwischenzeitlich unter Druck. Die Solarunternehmen erhalten keine direkten Subventionen: Sie werden nach einer Umlage finanziert, die durch Stromverbraucher finanziert wird - das ist im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geregelt. Nutznießer sind also Unternehmen wie SolarWorld, die Strom aus Wind und Wasser, mittels Sonnenenergie, Geothermie und Biomasse erzeugen oder dabei als Zulieferer fungieren.

Der Bundesverband Solarwirtschaft BSW-Solar geht dennoch davon aus, dass das im EEG beschlossene Absinken der Forderhöhen für Solarstrom weiteren Innovationsdruck auf die Unternehmen ausübt. In den nächsten drei Jahren plant die deutsche Solarbranche über sieben Milliarden Euro in den Ausbau ihrer Solarfabriken und im Forschungs- und Entwicklungsbereich zu investieren. SolarWorld selbst gibt an, kontinuierlich daran zu arbeiten, die Effizienz der Produkte weiter zu steigern. So hat das Unternehmen erst vor wenigen Wochen ein neuartiges Flachdachmontagesystem unter dem Namen Suntub, ein Anzeigedisplay (Suntrol) und ein Trackingsystem für Freiflächenanlagen, das sich nach der Sonne ausrichtet (Suntrac), auf der internationalen Fachmesse Intersolar vorgestellt. Hierbei wird die Solarstromausbeute im Vergleich zu unbeweglichen Systemen um bis zu 35 Prozent gesteigert.

In Zeiten deutlich steigender Energiekosten greifen Verbraucher stärker auf Energie aus Solarwärmeanlagen zurück. In der vergangenen Woche noch hatte das Umweltministerium eine Prognose veröffentlicht, in der von einem Anstieg der Gaspreise bis zu 40 Prozent bis zum Jahresende die Rede war. Durch solche Entwicklungen wird auch die Solarenergie relativ betrachtet immer rentabler, so dass sowohl Solarwärme als auch Solarstrom in immer stärkeren Maße zum Energiemix beitragen dürften.

Insgesamt gilt der Solarmarkt damit als Wachstumsmarkt, von dem SolarWorld auch daher profitieren dürfte, da das Unternehmen nahezu die gesamte Wertschöpfungskette in der Erstellung von Solarprodukten und -modulen abdeckt. Damit braucht SolarWorld weniger die günstigeren Anbieter aus Asien zu fürchten, die insbesondere in der Massen- und Serienfertigung vor allem kleineren Unternehmen in Zukunft das Leben schwer machen dürften.

Kurzporträt

SolarWorld mit Sitz in Bonn gilt als ein weltweit führender Spezialist für Solarstromtechnik und Komponenten und bietet Produkte beginnend mit dem Rohstoff über das Modul bis hin zum individuellen System. Diese Produktionstiefe verfolgt das Unternehmen mit dem Ziel, die Entwicklung der Technologie auf allen Produktionsstufen zu bestimmen und optimieren zu können. SolarWorld gibt dabei an, dass laut Konzernstrategie alle Wertschöpfungsbereiche für sich profitabel arbeiten. Diese rein auf Solarenergie ausgerichtete Strategie wird in dem Unternehmen seit 1999 verfolgt. Gegründet wurde SolarWorld allerdings bereits im Jahr 1988, seinerzeit als Ingenieurbüro für Industrieanlagen. Bereits im Jahr 1999 erfolgte der Gang an die Börse. Seit Dezember 2004 sind die Anteile des Unternehmens im TecDax notiert.

Mit seinen Sunkits-Bausätzen will das Unternehmen individuell auf den Kunden zugeschnittene Lösungen bieten, wobei SolarWorld bei seinen Solarmodulen auf hohe Qualität, Haltbarkeit und Stabilität Wert legt. Im Marktbereich Solarmodule ist das Unternehmen mit seinem Produkt Sunmodule Plus am Start, das einen hohen Wirkungsgrad bei gleichzeitig hoher Qualität und Sicherheit verspricht.

Mit dem Energiedach bietet SolarWorld auch eine Dacheindeckung mit Solarlaminaten an, wobei der Kunde die Auswahl zwischen einem Komplettdach und einer Indach-Lösung hat. Neben kleineren Projekten offeriert SolarWorld aber auch Lösungen zur Realisierung von Großanlagen. In diesem Bereich ist das Unternehmen nicht nur Deutschland, sondern verstärkt auch im Ausland aktiv.

Ein weiteres wichtiges Standbein bei der Beschaffung von Silizium ist die Recyclingfähigkeit der Module bzw. Zellen. Hier ist das Unternehmen über die 100prozentige Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG aktiv. Um sich den langfristigen Zugriff auf Solarsilizium zu sichern, gründete SolarWorld im Jahr 2002 das Joint Venture Joint Solar Silicon. Während die Degussa AG 51 Prozent der Anteile an diesem Venture hält, ist SolarWorld mit 49 Prozent beteiligt. Im Jahr 2006 wurde ein weiteres Joint Venture mit der niederländischen Scheuten Solarholding B.V. gegründet. Sowohl Scheuten Solarholding als auch SolarWorld halten jeweils 50 Prozent an dem Joint Venture SolarWorld Solizium GmbH. Daneben hält SolarWorld noch 35 Prozent der Anteile an dem schwedischem Solarmodulehersteller Gälllivare PhotoVoltaic (AB). Bereits im Jahr 2006 verstärkte sich die SolarWorld durch die Übernahme der kristallinen Solaraktivitäten der Shell Solar.

Die Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG fertigt multi- und monokristalline Solarsilizium-Wafer, die sowohl durch SolarWorld selbst weiterverarbeitet als auch weltweit an Industriekunden verkauft werden. In den USA gilt SolarWorld im Bereich der monokristallinen Solarwafer als technologisch führend. Die Tochtergesellschaften Deutsche Cell GmbH und der in der SolarWorld Industries America LP angesiedelte Geschäftsbereich „Zelle" produziert aus dem Vorprodukt der Solarsiliziumwafer Solarzellen, um aus Sonnenlicht Strom zu produzieren. Im Geschäftsbereich „Module“ fertigt SolarWorld aus Solarzellen zusammengefügte Module, das eigentliche Endprodukt, bereit zur Stromerzeugung und dessen Einspeisung. Die Modulfertigung erfolgt durch die Tochtergesellschaften Solar Factory GmbH in Freiberg, der Gällivare Photovoltaic AB (GPV) in Schweden sowie bei der SolarWorld Industries America LP in Camarillo.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: SolarWorld

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