Software AG setzt auf Legacy Modernization

Montag, 29. Oktober 2007 12:54
Software AG

(IT-Times) Vor wenigen Wochen sorgte Deutschlands zweitgrößtes Softwarehaus Software AG (WKN: 330400) noch für Verwirrung. Das Unternehmen warnte vor übertriebenen Erwartungen, worauf nicht wenige Banken ihre Gewinnschätzungen nach unten korrigierten.

Doch die negativen Vorzeichen haben sich nun scheinbar in Luft aufgelöst. Die Software AG konnte zumindest beim EBIT die Markterwartungen übertreffen. Zudem übt sich das Management weiterhin im Optimismus. Nach der erfolgreichen Integration der übernommenen webMethods rechnet die Software AG mit weiterhin hohen Vertriebssynergien. Zudem kündigte Technologievorstand Peter Kürpick Mitte Oktober gegenüber der Computer Zeitung eine Beibehaltung des aggressiven Wachstumskurses an. So will die Software AG im kommenden Jahr die Umsatzschwelle von einer Mrd. US-Dollar knacken. In 2009 soll dann die Umsatzmarke von einer Mrd. Euro fallen.

Legacy Modernization soll Wachstum ankurbeln
Das Unternehmen sieht sich durch die Übernahme von webMethods inzwischen auf Augenhöhe mit Tibco Software und BEA Systems. Durch den Zugriff auf webMethods-Kunden will Technologievorstand Kürpick vor allem die Marktmöglichkeiten im Zusammenhang mit Legacy Modernization nutzen.

Unter dem Stichwort Legacy Modernization versteht man die Bemühungen der Unternehmen, die bisherigen Investitionen in bestehende Anwendungen zu sichern und diese auf den neuesten Stand zu bringen, so dass diese auch künftig die Anforderungen des Marktes erfüllen. Ziel ist es, dass bisherige Investitionen in bestehende IT-Systeme und Anwendungen nicht wertlos verfallen. Da Firmen immer mehr Anwendungen einsetzen und insbesondere auch neue Gesetze umsetzen müssen, gewinnt Legacy Modernization immer mehr an Bedeutung.

Viele Firmen versuchen daher ihre Mainframe-Umgebungen Plattform-unabhängig zu gestallten und SOA-fähig zu machen. Genau hier setzen die Integrationslösungen der übernommenen webMethods und der Software AG an - und das nicht ohne Grund.

Nachdem Firmen nach einer IDC-Studie im Jahr 2004 bereits 17,9 Mrd. Dollar für das Management von Anwendungen ausgaben, soll dieser Markt jährlich um 9,2 Prozent wachsen und im Jahr 2009 bereits ein Marktvolumen von 27,2 Mrd. Dollar erreichen. Firmenkunden würden zunehmend nach Anbietern Ausschau halten, die sowohl Anwendungs-Support, als auch Services wie Legacy Modernization, SOA und Portfolio-Rationalisierung anbieten könnten, heißt es in einer IDC-Studie. Die Software AG dürfte durch die webMethods-Übernahme seine Chancen in diesem Marktumfeld erhöht haben, was auch die Marktforscher des Hauses Current Analysis in ihrer jüngsten Studie indirekt bestätigen.

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Provider von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Crossvision.

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Crossvision ist eine SOA-Suite, die XML (Extended Markup Language ist eine universale Datenbeschreibungssprache; Tamino XML Server ist eines der Hauptprodukte in diesem Bereich) und Prozessintegrationstechnologien (EntireX, ApplinX) miteinander kombiniert. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert das Unternehmen in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa und Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet. Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Am 26. April 1999 ging die Software AG an die Börse und notiert heute im TecDAX. Das Unternehmen hat mehr als 2.700 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 4.000 Kunden in über 70 Länder.

Zahlen

Die Software AG konnte beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) eine Steigerung von 25,6 Mio. auf 32,4 Mio. Euro verbuchen. Der Umsatz kletterte auf 157,8 Mio. Euro, nach Einnahmen von 113,8 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Vor allem die Konsolidierung der US-Gesellschaft webMethods habe dazu beigetragen, dass der Überschuss von 17,1 Mio. auf 19,2 Mio. Euro gestiegen ist.

Meldung gespeichert unter: Software AG

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