Quo vadis Solarbranche? - Am Tropf der Subventionen

Donnerstag, 1. April 2010 15:26
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MÜNSTER (IT-Times) - In Zeiten in denen alle davon reden CO2-Emissionen verringern zu wollen wird das Thema auch für die Wirtschaft und für die Anlagebranche interessant. Schon seit mehreren Jahren blüht die Solarbranche auf  - und mit ihr Unternehmen, die sich in diesem Marktsegment tummeln. Auf der einen Seite die Hersteller von Solaranlagen und die Betreiber von diesen Anlagen bzw. Solarparks. Auf der anderen Seite sind dort auch Unternehmen zu finden, die als Zulieferer für die Solaranlagen-Hersteller dienen und so indirekt vom Solarboom profitieren.

Der Solarboom. Ein wenig muss man aufpassen, wenn man der Solarbranche und den dort vertretenen Unternehmen per se eine goldene Zukunft bescheinigt. Zum Teil gilt der Markt durch Subventionen als künstlich aufgeblasen, zum Teil schwinden bei manchem etablierten Marktakteur Innovationsvorsprünge, die den Wettbewerb aufholen lassen. Hinzu kommt, dass in Deutschland die Bundesregierung die Solarsubventionen indirekt herunterschrauben will. Zudem rechnet man mit einer Marktkonsolidierung in deren Zuge der eine oder andere Anbieter von der Bildfläche verschwinden wird.

Noch sind diese Änderungen nur tendenziell spürbar. Aber die Branche stellt sich darauf ein - zum Teil mit unterschiedlichen Strategien. Fakt ist: Die Solarstromförderung wird sinken. Zwar um wenige Monate später als zunächst angedacht, aber noch in diesem Jahr sollen die Einspeisetarife für Solarstrom um 16 Prozent verringert werden. Das ruft natürlich eine Lobbygruppe wie den Bundesverband Solarwirtschaft auf den Plan, der damit droht, dass die Förderkürzungen „massiven Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschlands in der Wachstumsbranche Photovoltaik nehme“. Der Verband rechnet für diesen Fall mit Standortverlagerungen ins Ausland und der Gefährdung von tausenden Arbeitsplätzen welche in den letzten Jahren geschaffen wurden. Dies würde dann bis zu 60.000 Beschäftigte betreffen, hinzu kämen negative Effekte aus  dem Verlust der Technologieführerschaft. Ausmaß und Geschwindigkeit der Förderkürzungen bedrohen nach Ansicht des Verbandes die Existenz großer Teile der deutschen Photovoltaik-Industrie. Dass diese Wachstumshoffnungen bislang allein auf Subventionen beruhten verschweigt der Verband bislang - die Nachfrage, nach der die Anbieter ihre Kapazitäten planen entspricht demnach keiner natürlichen Entwicklung auf dem Solarmarkt. Es wird eine Kapazitätsblase geschaffen die mit der Realität am Markt wenig gemeinsam hat. Ein Unternehmen wie Infineon das jahrelang durch Subventionen in die Chipbranche künstlich aufgepäppelt wurde könnte erzählen, wie dramatisch sich ein Markt entwickelt, wenn diese Blase eines Tages platzt. Das sollten auch die Solarverbände sehen, wenn sie ein wenig Augenmaß an den Tag legen würden.

Diese zu vermissende Voraussicht beweisen da schon eher die Unternehmen in der Solarbranche, die sich für den raueren Wind am Markt rüsten. Die einen mehr, die anderen weniger, teilweise mit den gleichen, teilweise mit höchst unterschiedlichen Strategien.

Zukunftsmärkte im Ausland

Für den Zielmarkt Deutschland mag es ja stimmen, dass die Nachfrage durch die Subventionskürzungen zurück geht. Da diese Fördermittel hierzulande jedoch, verglichen zu denen in anderen Industrieländern, recht früh flossen, konnten insbesondere deutsche Unternehmen einen Knowhow-Vorsprung entlang der kompletten Wertschöpfungskette der Solarbranche zu entwickeln. Diesen Vorteil gilt es nun zu sichern und auch auf anderen Märkten zu  nutzen. Daher wagen viele Solarunternehmen den Schritt ins Ausland, denn: Weltweit steigt die Nachfrage nach Solarstrom, auch wenn in Deutschland die Subventionen gekürzt werden. Diese Nachfrage gilt es abzuschöpfen.

Beispiel Phoenix Solar

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