Q-Cells vor schwierigem Jahr

Montag, 17. November 2008 12:45
Q-Cells_Logo.gif

(IT-Times) Der weltweit führende Hersteller von Solarzellen, die Q-Cells AG (WKN: 555866), konnte zuletzt noch mit einem positiven Ausblick überraschen. Die jüngsten Zahlen verbunden mit einem optimistischen Ausblick haben für eine kräftige Erholung des Aktienkurses geholt.

Analysten, wie Alexander Karnick von der Deutschen Bank, warnen allerdings vor zuviel Euphorie. Karnick glaubt, dass Q-Cells seine optimistischen Prognosen für 2009 nicht halten kann und seine Zielsetzungen früher oder später nach unten korrigieren muss.

Hintergrund ist nicht nur die aktuelle Finanzkrise, die bei Solar-Großprojekten zu Finanzierungsproblemen führen könnte, sondern auch drohende Überkapazitäten am Markt, welche die Zellpreise weiter unter Druck setzen könnten. Zwar hat Q-Cells bereits 90 Prozent seiner Produktion für 2009 verkauft oder vertraglich fixiert, jedoch sind nur 30 Prozent dieser Verträge preislich fixiert, so die Analysten aus dem Hause SES Research.

Die Preise für Solar-Wafer gerieten am Spot-Markt zuletzt jedoch weiter unter Druck. Für einen 6-Zoll Silizium-Wafer wurden im November nur noch rund neun US-Dollar bezahlt, ein Preisrückgang von mehr als zehn Prozent binnen weniger Wochen. Silizium-Wafer sind der Grundbaustein für Solarzellen. Geraten die Preise unter Druck, werden Solarmodulehersteller möglicherweise auf Nachverhandlungen bestehen.

Solarindustrie produziert am Markt vorbei
Mit weiterem Druck auf die Preise rechnet auch Barclay`s Solar-Analyst Vishal Shah. Hintergrund ist zum einen die Kreditklemme, die inzwischen auch in Europa um sich greift, zum anderen steht die Branche vor gewaltigen Überkapazitäten. So sieht Shah insbesondere Finanzierungsprobleme für Projekte über vier Megawatt. Die Preise für Polysilizium-Wafer und Module werden in den nächsten Quartalen signifikant unter Druck geraten, glaub Shah, der im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise mit einem deutlichen Nachfragerückgang rechnet.

Nach Berechnungen des Analysten wird die Nachfrage nach Solarmodulen im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 sinken, während die Produktion aber um jeweils 10 bis 15 Prozent steigen wird, so der Analyst. Um nicht auf den Lagerbeständen sitzen zu bleiben, müssten die Hersteller ihre Liefermengen um 20 Prozent im vierten Quartal und um 60 Prozent im ersten Quartal 2009 reduzieren, glaubt der Analyst. Andernfalls drohe ein weiterer Preisverfall.

Zwar seien Solar-Aktien teilweise schon um 60 Prozent eingebrochen, womit ein Großteil dieser Entwicklung bereits in den Kursen eskomptiert sei, jedoch könnte sich der Kursverfall weiter fortsetzen, falls es der Industrie nicht gelingt Überkapazitäten abzubauen, meint der Solar-Analyst.

Q-Cells könnte jedoch als Marktführer zu den Gewinnern dieser Krise gehören, denn das Unternehmen hat sich frühzeitig über Verträge preisgünstiges Solar-Grade-Silizium (UMG-Silizium) gesichert, womit Q-Cells auf sinkende Preise reagieren kann - ein möglicherweise entscheidender Wettbewerbsvorteil in der aktuellen Krisensituation…

Kurzportrait

Die im Jahre 1999 gegründete und Thalheim/Sachen-Anhalt ansässige Q-Cells AG ist der weltweit größte Hersteller von Solarzellen. Im Jahr 2001 nahm Q-Cells die Produktion auf, wobei heute fünf hochmoderne Produktionslinien betrieben werden.

Das Unternehmen hat sich hauptsächlich auf die Produktion von mono- und multikristalline Solarzellen auf Siliziumbasis spezialisiert. Inzwischen bietet Q-Cells aber auch Dünnschicht-Module an. Daneben arbeitet Q-Cells im Bezug auf die Fertigung ganzer Solarmodule mit führenden Moduleherstellern weltweit zusammen.

Die gesamte Solarzellenfertigung bei Q-Cells ist vollautomatisiert. Insgesamt bietet Q-Cells Solarzellen in 48 verschiedenen Qualitätsklassen an. Q-Cells legt bei der Fertigung und Herstellung seiner Zellen auf beste Qualität, Optik und Leistung. Das Unternehmen legt auch großen Wert auf Schwachlichtverhalten und Leistungstoleranzen, die Q-Cells mit +/- 1,5 Prozent angibt. Mit der Einführung der ersten 6-Zoll-Solarzelle Q6 und dem Zellformat Q6L will sich das Unternehmen von seinem Wettbewerbern abgrenzen.

Q-Cells verkauft seine Produkte weltweit in mehr als 32 Ländern (Spanien, Frankreich, Italien, Türkei, Japan, Südkorea, China, USA, Südafrika usw.) und beliefert mehr als 67 Kunden wie zum Beispiel die Solon AG. Der Exportanteil liegt inzwischen bei weit über 50 Prozent, Tendenz steigend. Im Ausland ist das Unternehmen unter anderem mit seiner Tochter Q-Cells Asia Ltd. präsent. Zudem hält das Unternehmen weitere Beteiligungen an der EverQ GmbH und der CSG Solar AG. 33 Prozent werden an der kalifornischen Solaria Corporation gehalten, während Q-Cells 100 Prozent der Anteile an Sontor und Calyxo hält. Mit der Q-Cells International GmbH hat das Unternehmen in 2007 eine neue Tochter gegründet, die sich auf die Projektierung von Dachanlagen und Freiflächenanlagen konzentrieren soll.

Unternehmensmitgründer Anton Milner führt das Unternehmen als CEO. Insgesamt beschäftigte Q-Cells zuletzt mehr als 1.500 Mitarbeiter, davon über 100 Wissenschaftler und Ingenieure.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Global PVQ

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...