Phoenix-Solar - Mit gefüllten Kassen sicher durch die Krise

Mittwoch, 15. April 2009 12:29
Phoenix Solar

(IT-Times) Das Photovoltaik-Systemhaus Phoenix Solar AG (WKN: A0BVU9) blickt weiterhin ausgesprochen optimistisch in die Zukunft. Der Umsatz soll weiter steigen, die Zahlen sind und bleiben schwarz. Allenfalls die EBIT-Marge werde auf ein “normales Maß” sinken und das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres sei ein wenig problematisch, hieß es von Unternehmensseite.

Diese Prognose hat folgenden Hintergrund: Zum einen spürt auch Phoenix Solar die verschärfte Finanzkrise. Zum anderen habe der lange und harte Winter verhindert, dass neue Solaranlagen installiert werden. Dieser Investitionsstau löse sich jetzt allerdings allmählich auf. Durch die Kapitalerhöhung vor rund einem Jahr, mit einem Cash-Flow von 22,7 Mio. Euro und mit einer Kreditlinie in Höhe von 150 Mio. Euro sieht sich das Unternehmen gut gerüstet, um wohlbehalten durch die Krise zu kommen.

Strategie der Neugründungen im Ausland

Und noch mehr: Die finanzielle Substanz soll auch dazu eingesetzt werden, um durch Investitionen im Ausland wachsen zu können. Das Ziel ist hierbei, den Marktanteil auszubauen und das Geschäft international breiter aufzustellen. So äußert sich Phoenix Solar-Vorstandschef Andreas Hänel in einem Interview mit Börse Online. Zukäufe seien allerdings nur zweite Wahl. Favorisiert werden Gründungen von Tochtergesellschaften. Hierbei werden vor allem die USA als Zielmarkt ins Auge gefasst.

Zwar steckt die US-Wirtschaft derzeit in einer Rezession, doch der neue US-Präsident Barack Obama will einen radikalen Wandel in der US-Energieversorgung herbeiführen. Nicht weniger als 150 Mrd. US-Dollar sollen in den nächsten zehn Jahren in grüne Energietechniken fließen. Insgesamt will die USA bis 2012 zehn Prozent seines Elektrizitätsbedarfs durch erneuerbare Energiequellen decken - in 2025 sollen es bereits 25 Prozent sein.

Diese neue politische Linie bietet eine große Chance für Systemhäuser wie Phoenix Solar. Das Unternehmen hat in der aktuellen Krise bewiesen, dass sein Geschäftsmodell funktioniert. So profitiert Phoenix Solar zum einen als Systemintegrator von fallenden Modulpreisen durch einen günstigeren Einkauf, zum anderen sitzt das Unternehmen auf keine hohen Lagerbestände wie etwa Hersteller, die eigene Fabriken betreiben.

Daneben hat Phoenix Solar frühzeitig auf Dünnschicht-Module gesetzt, die sich vor allem im Freifeldbereich gut einsetzen lassen. Marktforscher gehen davon aus, dass Anbieter in diesem Bereich wie etwa First Solar ihre Gewinnmargen weitgehend stabil halten können. Davon dürfte auch Phoenix Solar profitieren, da derzeit rund 60 Prozent der Umsätze mit Dünnschichtanlagen erzielt werden.

Hinzu kommt der Erfolgsfaktor, dass auch in Zeiten der Krise in bestehenden Märkten Neuaufträge gewonnen werden. So wurde zu Beginn des Jahres mit der KG Allgemeine Leasing GmbH & Co. ein im September 2007 geschlossener Rahmenvertrag um mindestens 150 Mio. Euro für das Jahr 2011 erweitert und verlängert. Phoenix Solar entwickelt und errichtet in diesem Zusammenhang Photovoltaik-Großkraftwerke. Für den Zeitraum von 2009 bis 2011 beträgt das Investitionsvolumen damit mindestens 375 Millionen Euro. Die Zielmärkte für den Bau der Kraftwerke sind Deutschland, Spanien, Italien, Griechenland und Frankreich.

In Italien kaufte die Phoenix Solar Energy Investments AG, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Phoenix Solar AG, jüngst sämtliche Geschäftsanteile an der Scarlatti Srl. Scarlatti hält Geschäftsanteile an vier Projektgesellschaften. Diese entwickeln insgesamt fünf Projekte zur Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Sizilien mit einer Spitzenleistung von insgesamt rund 27 Megawatt. Im Falle der erfolgreichen Projektentwicklung ist der Bau der Anlagen in den Jahren 2009 und 2010 geplant. Dies ist bis dato das größte zusammenhängende Projektpaket für die Phoenix Solar Gruppe auf dem italienischen Markt.

Kurzportrait

Die bei Sulzemoos bei München ansässige und im Jahr 1999 gegründete Phoenix Solar AG trat ursprünglich unter dem Namen Phönix SonnenStrom AG auf. Seit Mitte 2007 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Phoenix Solar AG.

Phoenix Solar ging im Jahr 1994 aus der Solarinitiative des Bundes der Energieverbraucher e.V. hervor. Zunächst beschränkte sich das Unternehmen nur auf die Vermarktung von thermischen Solaranlagen zur Brauch- und Trinkwassererwärmung. Heute entwickelt, produziert und vertreibt Phoenix Solar Photovoltaik-Großkraftwerke und ist zudem Fachhändler für Photovoltaikanlagen, Solarmodule, Wechselrichter und Zubehörprodukte. Dabei vermarktet das Unternehmen sämtliche Modultechniken (monokristallin, polykristallin, Dünnschicht) der größten Hersteller weltweit. Gleichzeitig erweiterte Phoenix seine Produktpalette um CIGS-Dünnschichtmodule.

Als führend sieht sich das Unternehmen dann auch im Bereich der Photovoltaik-Systemtechnik. Hier ist das Unternehmen unter anderem mit seinem eigens entwickelten Montagesystem TectoSun vertreten. Phoenix Solar will dabei die Systemkosten in den nächsten Jahren konsequent senken.

Um seine Produkte zu vermarkten, ist man an mehreren Standorten in Deutschland vor Ort präsent. Zudem ist Phoenix Solar in den vergangenen Jahren im Ausland expandiert. So hält das Unternehmen 95 Prozent der Anteile an der spanischen Tochter Phoenix Solar, Madrid. In Italien ist Phoenix Solar über die Einheit Renewable Energies Development 2002 vertreten, an der Phoenix 49 Prozent der Anteile hält. In Asien ist das Unternehmen über die Tochter Phoenix Solar Pte (Singapur) am Start, an der das Unternehmen eine Beteiligung von 75 Prozent hält. Über seine Tochter in Singapur will das Unternehmen insbesondere in den Boommärkten China, Indien und in Thailand Fuß fassen. Mitte 2008 stockte Phoenix Solar seine Beteiligung an der italienischen RED 2002 Srl von 49 auf 100 Prozent auf. Anfang 2009 verstärkt Phoenix durch die Übernahme der italienischen Scarlatti Srl. Hauptlieferanten des Unternehmens sind insbesondere First Solar und die Signet Solar GmbH.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Phoenix Solar

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...