Mobile TeleSystems nimmt Armenien ins Visier

Freitag, 7. September 2007 12:43
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(IT-Times) Russlands führender Mobilfunkanbieter Mobile TeleSystems (NYSE: MBT, WKN: 501757) hat seine Marktposition im Kernmarkt offenbar weiter gestärkt. Das Unternehmen konnte Umsätze und Gewinne zuletzt signifikant steigern und einen Marktanteil von 33 Prozent im Kernmarkt Russland verteidigen.

Der russische Markt zeichnete zuletzt nach wie vor für rund 75 Prozent am Gesamtumsatz verantwortlich, obwohl das Unternehmen zuletzt verstärkt in ehemalige Sowjet-Republiken expandierte. Trotz der Übernahme von Ukrainian Mobile Communications (UMC) hat das Unternehmen in seinem zweitgrößten Markt in der Ukraine derzeit einen schweren Stand. Hier sank der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (ARPU) von 8,0 auf 6,4 Dollar. Marktbeobachter führen den Rückgang auf den sich verschärfenden Wettbewerb mit dem Rivalen VimpelCom zurück, der sich gerade in der Ukraine ein weiteres Standbein aufbaut.

Dennoch will MTS nicht locker lassen und weiterhin außerhalb seines Kernmarktes Russland expandieren. MTS-Chef Leonid Melamed kündigte an, dass der Anteil des russischen Marktes am Gesamtumsatz in den nächsten fünf bis sechs Jahren von zuletzt 75 auf 60 Prozent sinken soll.

MTS vor Einstieg in Armenien
Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sind weitere Expansionsanstrengungen von Nöten. Derzeit befinde man sich mit Übernahmegesprächen mit mehreren Firmeneignern und Regulatoren in allen ehemaligen Sowjet-Republiken, bestätigt MTS-Lenker Melamed. Eine Übernahme um jeden Preis werde es allerdings nicht geben, stellte der MTS-Manager klar.

Dabei dürfte es vor allem um die Verhandlungen um eine Übernahme von Armeniens führenden Mobilfunker K-Telecom gehen. Der Anbieter, der seine Mobilfunkservices unter der Marke VivaCell vermarktet, steht offenbar ganz oben auf der Wunschliste der Russen. MTS-Chef Melamed bestätigte indirekt entsprechende Medienberichte: „Wir haben Interesse an einen bekannten Mobilfunkbetreiber in Armenien und wir erwarten, das wir den Deal abschließen können“. Wann dies passieren wird ließ Melamed zunächst offen. Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass dies noch in diesem Jahr passieren wird. Durch den Einstieg in Armenien würde sich MTS einen Zugang zu einem Mobilfunkmarkt mit rund drei Mio. potentiellen Mobilfunkkunden erschließen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1993 gegründete und in Moskau ansässige Mobile TeleSystems (MTS) gilt heute mit mehr als 74 Mio. Mobilfunkkunden als größter Mobilfunkanbieter Osteuropas. Das Unternehmen betreut über seine Marken MTS und Jeans nicht nur Kunden in Russlands Metropolen, sondern inzwischen auch in Weißrussland, in Sibirien, Usbekistan, in der Ukraine und in Turkmenistan.

Zurzeit hält MTS Mobilfunklizenzen in über 72 der insgesamt 89 Regionen Russlands. Damit erreicht MTS mit seinen GSM-Lizenzen mehr als 233 Mio. Einwohner. Während sich der Rivale VimpelCom im wesentlichen auf die Metropolen in Moskau und St. Petersburg konzentriert, expandierte MTS frühzeitig in die nicht so dicht besiedelte Regionen des Landes und baute damit seine marktführende Stellung in den letzten Jahren vor allem durch zahlreiche Übernahmen aus. So kaufte MTS allein seit 1998 mehr als ein Dutzend kleinere Mobilfunkanbieter auf. So übernahm MTS unter anderem die lokalen Mobilfunkspezialisten Digital Network of Udmurtia, Uzdunrobita, Primtelefon, sowie Astrakhan Mobile, Uraltel und Volgograd Mobile und Sibintertelecom. Auch ist das Unternehmen durch die Übernahme von Ukrainian Mobile Communications (UMC) auch in der Ukraine vertreten und bietet über seine Tochter Mobile TeleSystems LLC (49%ige Beteiligung) in Weißrussland entsprechende Mobilfunkdienste an. Im Jahr 2005 kaufte sich MTS dann in Turkmenistan durch die mehrheitliche Übernahme von Barash Communications Technologies ein. Ende 2005 wurden dann auch die verbleibenden 46,1 Prozent der Anteile an dem russischen Mobilfunkspezialisten ReCom übernommen. Gleichzeitig kaufte sich MTS in Kirgistan ein und übernahm mit 51 Prozent die Mehrheit an dem Mobilfunkspezialisten Bitel. Im Gegenzug trennte sich das Unternehmen von seinem 50%igen Anteil an dem kasachischen Mobilfunkbetreiber OOO Telekom-Servis. Mitte 2006 wurden 75 Prozent der Anteile an Dagtelecom übernommen.

Für Geschäftskunden stellt das Unternehmen auch darüber hinaus gehende Dienstleistungen, wie den Aufbau von Datennetzwerken, Internetanbindung als auch Videokonferenzsysteme zur Verfügung. Als Hauptaktionäre fungieren die industrielle Holdingfirma Sistema, welche 52,8 Prozent der Anteile an MTS hält.

Zahlen

Im ersten Quartal 2007 generierte Mobile TeleSystems einen Umsatz in Höhe von 1,741 Mrd. US-Dollar. Damit konnte der Umsatz verglichen zum Vorjahresquartal um 35,1 Prozent gesteigert werden. Im ersten Quartal 2006 lag dieser noch bei 1,288 Mrd. Dollar.

Demnach wurde in Russland mit 1,309 Mrd. Dollar der Löwenanteil des Umsatzes erzielt. In der Ukraine, Usbekistan und Turkmenistan summierte sich der Umsatz auf 351 Mio. Dollar, 49,1 Mio. Dollar und 35,2 Mio. Dollar. Das OIBDA kletterte von 598,6 Mio. Dollar um 50,9 Prozent auf 903,1 Mio. Dollar. Die OIBDA-Marge betrug damit 51,9 Prozent, nach 46,5 Prozent im Vorjahr. Der operative Gewinn wuchs um 78,7 Prozent auf 597,2 Mio. Dollar und sorgte für eine operative Marge von 34,3 Prozent (Vorjahr: 25,9 Prozent). Auch der Nettogewinn konnte gesteigert werden. Dieser wurde mit 448,6 Mio. Dollar mehr als verdoppelt (Vorjahr: 184,4 Mio. Dollar).

Mit einem Nettogewinn von 1,30 Dollar je Aktie konnte Mobile TeleSystems die Analystenerwartungen spürbar übertreffen. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 1,92 Mrd. Dollar sowie mit einem operativen Plus von 1,13 Dollar je Anteil kalkuliert.

In Russland, dem bedeutendsten Ländermarkt von Mobile TeleSystems, stieg die ARPU-Rate (durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Kunde) von 6,6 auf 8,2 Dollar. Auch die Churn-Rate (Kündigungsrate) verbesserte sich. Diese sank von 6,3 auf 6,1 Prozent.

Meldung gespeichert unter: Mobile TeleSystems OJSC (MTS)

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