JoWooD kämpft mit Aktienrückkäufen gegen Image-Schaden

Mittwoch, 31. Dezember 2008 13:21
JoWooD Entertainment

(IT-Times) In den vergangenen Wochen kletterten die Aktien des österreichischen Spieleentwicklers JoWooD Productions Software AG (WKN: 935221) an der Wiener Börse steil nach oben. Grund hierfür war die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms. Demnach beabsichtigt der Spielentwickler 218.856 eigene Aktien bzw. etwa acht Prozent des aktuellen Grundkapitals über die Wiener Börse zurückzukaufen.

Der starke Kursanstieg steht im starken Widerspruch zur jüngsten Geschäftsentwicklung beim österreichischen Gaming-Spezialisten. Zwar konnte JoWooD seinen Umsatz im dritten Quartal nochmals leicht steigern, der Gewinn brach allerdings kräftig ein.

Drama um Gothic 3 überschattet Weihnachtsgeschäft
Auch das Weihnachtsgeschäft blieb offenbar hinter den Erwartungen zurück, nachdem der vermeintliche Hoffnungsträger „Gothic 3: Götterdämmerung“ von der Fachpresse zerrissen wurde. Wie schon beim Haupttitel leistete sich der österreichische Publisher einmal mehr diverse Bugs, die dazu führten, dass sich das Unternehmen offiziell bei den Käufern des Spiels entschuldigen musste.

Nachdem Ende der Zusammenarbeit mit Piranha Bytes war JoWooD auf das indische Entwicklerstudio Trine Games ausgewichten, der die Erweiterung „Gothic 3: Götterdämmerung“ entwickelt hat. Doch der Termindruck, das Game noch pünktlich zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft in den Handel zu bringen, hat sich offenbar negativ auf die Qualität des Spiels ausgewirkt. Aus dem potentiellen Blockbuster wurde ein Image-Schaden, nachdem Fachmagazine wie GameStar herbe Kritik übten.

Doch die Gothic-Reihe ist für JoWooD ungemein wichtig, galt die Reihe in der Vergangenheit als einer der Hauptumsatzträger des Unternehmens. Zudem plant JoWooD mit „Gothic 4“ bereits einen Nachfolgetitel, der wohl Ende 2009 bzw. 2010 erscheinen wird. Auch hier setzt JoWooD erneut auf einen anderen Entwickler. Die deutsche Spellbound soll es nunmehr richten und die Gothic-Reihe wieder auf die Erfolgsspur bringen. Zudem soll „Gothic 4“ nicht nur für den PC, sondern auch für die Xbox 360 und für die PlayStation 3 (PS3) erscheinen.

Spieler und Fachmagazine werden den neuen Gothic-Titel nach den jüngsten Pannen besonders kritisch in Augenschein nehmen. JoWooD tut gut daran aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, um nicht als eines der ersten Entwicklerstudios der jetzigen Wirtschaftskrise zum Opfer zu fallen…

Kurzportrait

Die im österreichischen Liezen ansässige und im Jahr 1995 gegründete JoWooD Productions Software AG gilt als einer der führenden PC-Spieleentwickler in Europa. Das Unternehmen hat sich vor allem auf die Entwicklung von so genannten Casual Games (Gelegenheitsspiele) spezialisiert. JoWooD deckt dabei Spiele aller Genres ab und bietet sowohl Action-, wie auch Strategie-, Sport- und Simulationsspiele an.

Über seine Hauptmarke JoWooD vermarktet das Unternehmen insbesondere Premium-Titel wie Die Gilde, die Gothic-Reihe, SpellForce und Panzer Elite Action. Vermarktet werden die Spiele über den traditionellen Einzelhandel, als auch über Online-Shops wie Amazon.com.

Ende 2006 verstärkte sich JoWooD durch die Übernahme des kanadischen Publishers DreamCatcher Inc. DreamCatcher ist nach JoWooD-Angaben die Nummer eins im Bereich Adventure Games im nordamerikanischen Raum. Durch die Übernahme verschaffte sich JoWooD den Markteintritt in den lukrativen nordamerikanischen Markt. DreamCatcher soll weiterhin von Toronto aus operieren. Das kanadische Spielehaus zeichnete in der Vergangenheit für so bekannte Titel wie Painkiller, Cold War und Dungeon Lords verantwortlich.

Im Frühjahr 2007 hat JoWooD das Label überarbeitet, woraus die untergeordneten Marken JoWood, G-Stars, Dreamcatcher, The Adventure Company und SilverLine Software hervorgingen. Mitte 2007 gründete JoWooD eine eigene Tochter in Mexiko.

Die Tochter Quantic Lab nahm im April 2006 seine operative Geschäftstätigkeit auf. Die in Cluj-Napoca/Rumänien ansässige Einheit zeichnet insbesondere für die Qualitätssicherung der JoWooD-Titel verantwortlich. Darüber hinaus betreut die rumänische Tochter aber auch Projekte von dritten Unternehmen.

Zahlen

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