Infineon setzt auf das vernetzte Fahrzeug und Industrie 4.0

Connected Cars und Industrie 4.0

Mittwoch, 17. Dezember 2014 13:01
Infineon Technologies

(IT-Times) - Für den Münchner Halbleiterspezialisten Infineon ist das vergangene Geschäftsjahr 2013/2014 gut gelaufen. Der Umsatz kletterte um 12 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro, der Jahresüberschuss verdoppelte sich nahezu auf 535 Mio. Euro.

Die positive Entwicklung nutzte Infineon dazu, seine Dividende von 0,12 auf 0,18 Euro je Aktie zu erhöhen. Auch für das laufende Geschäftsjahr 2014/2015 können Infineon-Anleger mit einem weiteren Umsatzwachstum von rund acht Prozent rechnen, allerdings wird die operative Gewinnmarge leicht auf zehn bis 13 Prozent sinken. Die sinkenden Gewinnmargen nahmen Analysten zuletzt zum Anlass, um das Kursziel für Infineon-Aktien zu senken.

Hintergrund sind Befürchtungen, wonach sich der internationale Automobilmarkt eintrüben könnte. Infineon (WKN: 623100) profitierte zuletzt von einem wachsenden Geschäft seiner Industrie- und Autosparte. Rund 30 Prozent des Umsatzes der Automobilsparte erzielt Infineon mit deutschen Herstellern. Bricht die Auto-Produktion in Europa, etwa durch die Russland-Krise ein, könnte dies auch Infineon treffen.

Infineon profitiert vom Boom bei vernetzten Fahrzeugen
Doch im Geschäft mit Auto-Chips liegen auch Chancen für den Münchner Chip-Konzern. Das Geschäft mit vernetzten Fahrzeugen gilt als Zukunftsmarkt. Die Zahl der vernetzten Fahrzeuge, die via WLAN oder anderweitig an das Internet angebunden sind, dürfte bis zum Jahr 2020 auf 150 Millionen Fahrzeuge klettern, so eine Gartner-Studie. Die Hälfte der Fahrzeuge wird bis dahin Apples iOS in the Car nutzen, glaubt man bei ABI Research.

Aber auch Infineon kann von diesem Trend profitieren, spielt das Thema Sicherheit und die Wahrung der Privatsphäre bei vernetzten Fahrzeugen eine große Rolle. Hier ist Infineon mit dem Sicherheitscontroller SLI 97 V2V am Start, der das Herzstück zum Schutz der Privatsphäre und Netzwerkintegrität bei vernetzten Fahrzeugen bildet.

Industrie 4.0 soll Infineon wettbewerbsfähiger machen
Nach Abschluss der geplanten Übernahme von International Rectifier will Infineon weitere Produktionskapazitäten nach Dresden (Deutschland) und Villach (Österreich) verlagern, wie das Wirtschaftsblatt.at berichtet.

Bis zum Jahr 2017 sollen in Villach bis zu 200 weitere Arbeitsplätze entstehen. Dadurch soll der Standort Villach noch stärker aufgewertet werden. In Villach will Infineon das Konzept Industrie 4.0 umsetzen, wodurch Infineon künftig noch profitabler produzieren will.

Dies dürfte insbesondere auch Infineon-Anleger freuen, die damit auf eine Fortsetzung des Kursaufschwungs hoffen können, der Ende 2012 begonnen hat.

Kurzportrait

Die in München ansässige Halbleiterhersteller Infineon Technologies wurde im Jahre 1999 aus der Siemens-Unternehmensfamilie ausgegliedert. Heute ist Infineon der weltweit zweitgrößte Chiphersteller für die Automobilindustrie. Das Unternehmen steuert seine Aktivitäten in den USA aus dem kalifornischen Milpitas, im asiatisch-pazifischen Raum aus Singapur und in Japan aus Tokio.

Daneben entwickelt Infineon aber auch Sensoren, Microcontroller und integrierte Schaltkreise (ICs) für den Unterhaltungselektronikbereich. Nach der Abspaltung von Qimonda und dem Verkauf der Mobilfunkchipsparte will sich Infineon vor allem auf drei Bereiche konzentrieren: Automotive, Industrie und Chipkarten & Sicherheit. Heute erwirtschaftet Infineon etwa 50 Prozent seiner Erlöse in Asien.

Der Bereich Automotive entwickelt, produziert und vertreibt innovative Halbleiterlösungen für den Automobilbereich (Motor- und Beleuchtungssteuerung, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage usw.). Das Produktportfolio im Bereich Industrial Power Control (IPC) deckt das Geschäft im Bereich Antriebselektronik und Erneuerbare Energien ab. Dieses Angebot umfasst Chiplösungen für Maschinen, Lokomotiven und Komponenten für die Energieerzeugung in Solar- und Windkraftanlagen.

Im Bereich Power Management & Multimarket (PMM) ist das Geschäft mit Halbleitern für die energieeffiziente Stromversorgung, aber auch für Hochfrequenz-Anwendungen zusammengefasst. Darunter fallen Chips für Fernseher, Spielkonsolen, PCs und mobile Endgeräte und Server.

Mitte 2010 verkaufte Infineon seine Mobilfunkchipsparte an Intel. Mitte 2014 schluckte Infineon den US-Chipspezialisten International Rectifier Corporation. Die ehemalige Konzernmutter Siemens ist nach wie vor einer der größten Kunden Infineons, zu den weiteren Kunden gehören BMW, Bosch, Schlumberger, Scientific-Atlanta und Sony.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Industrie 4.0

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...