Ericsson: Land unter in allen Bereichen

Dienstag, 5. Februar 2008 12:42
Ericsson Unternehmenslogo

(IT-Times) Der schwedische Telekom- und Mobilfunkausrüsters LM Ericsson (Nasdaq: ERIC, WKN: 850001) kämpft weiter mit dem Unwegsamkeiten des Telekom- und Mobilfunkausrüstermarktes. Neben dem schwachen US-Dollar, macht dem Unternehmen insbesondere die Billig-Konkurrenz aus Asien das Leben schwer.

Um mit den Asiaten mitzuhalten und sich dem langsameren Wachstum anzupassen, sah sich Ericsson zu einem umfassenden Kostensenkungsprogramm gezwungen. Während in Schweden 1.000 Stellen wegfallen sollen, will der Telekomausrüster weltweit weitere 3.000 Stellen streichen. Dies soll zu Kosteneinsparungen von rund 4,0 Mrd. SEK bzw. 630 Mio. US-Dollar führen. Analysten erwarten erste positive Effekte aus dem Kostensenkungsprogramm aber erst 2009. So muss sich Ericsson nach anderen Wachstumssegmenten umsehen, nachdem das Unternehmen im Bereich mobiler Infrastrukturlösungen nur ein stagnierendes Wachstum erwartet..

Auch die Multimedia-Division schwächelt
Doch auch der vermeintliche Wachstumsmotor, die Multimedia Division, lieferte unerwartet schwache Zahlen ab. Die Division, die im Rahmen einer Restrukturierung entstand, um das langfristige Wachstum zu sichern, fuhr im jüngsten Quartal einen überraschend hohen Verlust von 439 Mio. SEK ein, nachdem die Einheit im Vorjahr noch einen Gewinn von 527 Mio. Kronen vorweisen konnte. Der Großteil der Analysten, wie WestLB-Experte Thomas Langer, hatten mit einem kleinen Gewinn gerechnet.

China-Geschäft wächst - Margen bleiben schwach
Auch in China ist nicht alles Gold was glänzt. Zwar konnte Ericsson seinen Marktanteil eigenen Angaben zufolge im Reich der Mitte leicht ausbauen und damit dem allgemeinen Trend trotzen, wonach alle übrigen internationalen Anbieter in 2007 Marktanteile verloren, doch die Marktanteilsgewinne gingen offensichtlich zu Lasten der Gewinnmargen. Die operative Gewinnmarge brach zuletzt von 22,5 auf 14,0 Prozent ein.

Unabhängige Marktbeobachter rechnen dann auch mit einer Intensivierung des Wettbewerbs aus China, zumal Anbieter wie Huawei und ZTE auch im Ausland stärker Fuß fassen wollen.

Helfen könnte dem Unternehmen dabei möglicherweise die anstehende Konsolidierung in der Branche. Der US-Mobilfunkausrüster Motorola hat angekündigt, sich von seiner Handy-Sparte trennen zu wollen, wobei offenbar auch weitere Motorola-Geschäftsbereiche auf dem Prüfstand stehen. Ericsson-Chef Svanberg will das Thema allerdings nur sehr zurückhaltend angehen. Vielmehr wollen die Schweden diese Lösungen lieber selber entwickeln, als zukaufen, so der Manager…

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1918 und ansässig im schwedischen Stockholm, bietet LM Ericsson Telephone Company (Ericsson) Mobilfunk- und Kommunikationsservices weltweit an. Der Konzern ist im Wesentlichen in drei Hauptgeschäftsbereiche strukturiert. Der Bereich Systeme umfasst dabei die Segmente Mobile Networks, Fixed Networks und Professional Services. Der Bereich Phones deckt das Vertriebsgeschäft mit Mobiltelefonen an Endnutzern ab. Der Bereich andere Operationen (other Operations) umfasst eine Reihe von Einheiten, darunter die Divisionen Ericsson Mobile Platforms, Network Technologies, Enterprise und Power Modules.

Über das 50:50 Joint Venture Sony Ericsson stellen die Schweden Mobilfunktelefone her. In China ist Ericsson unter anderem mit dem Joint Venture Nanjing Ericsson Panda Communications Company präsent. Über den Geschäftsbereich Systems vermarktet Ericsson Infrastruktur-Lösungen wie GSM- und WCDMA-Systeme. Transport- und andere Hardwaresysteme ergänzen diesen Geschäftsbereich. Im Geschäftssegment Mobile Networks vermarktet Ericsson Mobilfunklösungen. Dabei bietet Ericsson nicht nur 2G-, 2,5G- und 3G-Mobilfunklösungen an, sondern auch Upgrade-Systeme, die es erlauben, die vorhandenen Ressourcen und Infrastrukturen optimal zu nutzen. Der Geschäftsbereich Fixed Networks umfasst das Geschäft mit traditionellen Festnetzanbietern. Ericsson bietet dabei umfassende Multi-Serviceplattformen, wobei zum Beispiel das AXE-System inzwischen in mehr als 135 Ländern weltweit eingesetzt wird.

In den letzten Jahren kaufte Ericsson verstärkt zu. So wurde im Jahr 2005 der schwedische Systemintegrator Teleca OSS AB übernommen. Ende 2006 verstärkte sich Ericsson im Netzwerkbereich durch die Übernahme der amerikanischen Redback Networks, wobei auch die Firmen Tandberg und Entrisphere sowie UIQ übernommen wurden. Über UIQ wollen Motorola und Sony Ericsson in Zukunft zusammenarbeiten und in die Weiterentwicklung der UIQ Plattform investieren. Mitte 2007 übernahm Ericsson den deutschen Softwareanbieter LHS AG. Gleichzeitig wurde der Plattform-Provider Drutt Coporation übernommen.

Unter dem Geschäftsbereich Professional Services fasst Ericsson die Bereiche Wartung und Beratung zusammen. Auch die Integration und das Management von Services gehören zu diesem Aufgabenbereich. Daneben lizenziert Ericsson auch Bluetooth-Technologie an andere Hersteller. WLAN-Technik und mobile Intranet-Lösungen sollen das mobile Büro Wirklichkeit werden lassen und die Produktpalette der Schweden abrunden.

Zahlen

Im vierten Quartal 2007 stagnierte der Umsatz bei 54,5 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), was rund 5,76 Mrd. Euro entspricht. Der Nettogewinn brach ein und sank um 42 Prozent von 9,7 Mrd. auf 5,6 Mrd. SEK (591,9 Mio. Euro). Die Bruttomarge gab von 42,2 auf 36,1 Prozent nach, die EBITDA-Marge sank von 26,3 auf 18,4 Prozent. Beim operativen Ergebnis wies Ericsson einen Rückgang um 38 Prozent von 11,2 Mrd. auf 7,6 Mrd. SEK aus. Die Marge gab entsprechend von 22,5 auf 14,0 Prozent nach. Das schwache Nettoergebnis bedingt einen Gewinn je Aktie von 0,35 SEK nach 0,61 SEK in 2006.

Meldung gespeichert unter: Ericsson

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