Conergy darf auf Hilfe aus China hoffen

Montag, 27. August 2012 14:10
Conergy

(IT-Times) - Der deutsche Solarkonzern Conergy AG konnte zuletzt mit einigen positiven Nachrichten aufwarten. Nachdem das Unternehmen im vergangenen zweiten Quartal 2012 erstmals seit 2010 wieder einen kleinen operativen Gewinn ausweisen konnte, schöpfen Anleger wieder Hoffnung.

Conergy-Vorstandschef Philip Comberg sprach von einem wichtigen Meilenstein, dass Unternehmen wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Conergy (WKN: A1KRCK) konnte zudem Prestige-Aufträge wie etwa einen Großauftrag über 3,4-Megawatt vom weltweit größten Karottenproduzenten Grimmay Enterprises in den USA gewinnen.

Soweit so gut. Das Überleben von Conergy wird allerdings nicht von wenigen Großaufträgen abhängen, sondern inwieweit es den Hamburgern gelingt, ihre Kosten weiter zu senken und in neue Märkte wie dem Eigenverbrauch von Sonnenstrom (Conergy Sonnenspeicher, Marktdebüt Q4 2012) Fuß zu fassen.

Produktionskosten in Frankfurt/Oder sollen um ein Drittel sinken
Die Kosten konnte Conergy bereits erfolgreich drücken, indem das Unternehmen nicht nur den Wechselrichterproduzenten Voltwerk an Bosch verkaufte, sondern auch die Modulproduktion deutlich umbaute. Viele Komponenten werden inzwischen auch aus China bezogen, Conergy konzentriert sich vornehmlich auf die Montage und die Installation der Anlagen beim Kunden.

Die Kosten in der Modulfabrik in Frankfurt/Oder sollen bis Jahresende um ein Drittel sinken, wodurch Conergy hofft, den Preisverfall bei Solarmodulen teilweise auffangen zu können. Doch der finanzielle Spielraum für weitere Kostensenkungsmaßnahmen und Innovationen ist laut Conergy-Chef Comberg "nicht allzu groß". Conergy wird daher auf einen starken Partner angewiesen sein, um langfristig zu überleben.

Conergy hofft auf asiatische Partner
Dieser könnte aus China kommen. Schon im März 2012 berichtete die FTD, wonach sich ein chinesischer Hersteller 30 Prozent der Conergy-Anteile sichern will. Das Geschäft kam bislang aber nicht zu Stande. Fest zu stehen scheint jedoch, dass Conergy mit verschiedenen asiatischen Herstellern in Kontakt steht.

Ein Teilverkauf an die Chinesen wäre auch keine wirkliche Überraschung mehr, haben sich Anbieter wie LDK Solar bereits bei deutschen Herstellern (Sunways) eingekauft. Der insolvente deutsche Solarzellenhersteller Q-Cells dürfte an die koreanische Hanwha Gruppe gehen, wie erst am Wochenende bekannt wurde.

Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass Conergy ebenfalls einen Partner findet, wenn dem Unternehmen eine erfolgreiche Sanierung gelingt.

Kurzportrait

Das Solarunternehmen Conergy mit Sitz in Hamburg wurde im Jahr 1998 durch den ehemaligen Vorstand Hans-Martin Rüter gegründet und ist ein voll integrierter Solarkonzern, der sowohl Solar-Wafer, Solarzellen und Solarmodule im eigenen Haus produziert und weltweit vertreibt. Das Unternehmen hat sich dabei auf die Installation, Projektierung und Produktion von Solarsystemen und anderen Erneuerbare Energien spezialisiert. Schwerpunkt ist jedoch der Vertrieb von Photovoltaik-Produkten. Inzwischen generiert Conergy mehr als Hälfte seiner Umsätze im Ausland.

Zum Produktportfolio von Conergy gehören nicht nur Solarmodule (Conergy PowerPlus), sondern auch Nachführsysteme, Befestigungssysteme, (SunTopp III) für Aufdachsysteme, sowie String-Wechselrichter (Conergy IPG Serie) als auch Zentral- und Insel-Wechselrichter. Daneben bietet Conergy auch ein entsprechendes Anlagenüberwachungssystem (Conergy Conergy VisionBox, SunReader und SmartConnect) an, die den reibungslosen Betrieb der installierten Solaranlage überwachen soll.

Heute ist Conergy mit seinem Geschäft in 16 Ländern auf vier Kontinenten aktiv. Insgesamt operiert Conergy von zwei Hauptgeschäftssegmenten heraus. Während die Conergy Solarsysteme produziert, installiert und projektiert, bietet die Tochter Epuron GmbH (vormals voltwerk AG) Projektentwicklung und die Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekte an.

Seine Wafer, Solarzellen und Solarmodule produziert Conergy an seinem neuen Produktionsstandort in Frankfurt an der Oder. Zudem bezieht Conergy Solar-Wafer vom amerikanischen Hersteller MEMC. Den Vertrieb hat das Unternehmen im Jahr 2008 neu strukturiert und die beiden Geschäftseinheiten für Unernehmen (Conergy) und Privatkunden (SunTechnics) miteinander verschmolzen. Insgesamt zählt das Conergy-Vertriebsnetz mehr als 100 Installationsbetriebe, die mit dem Solarspezialisten zusammenarbeiten.

Anfang 2011 trennte sich Conergy vom einem Teilbereich seiner Tochter Epuron. So wurde das Biogas-Geschäft von Epuron an die RES Projects GmbH verkauft. Zuvor trennte sich Conergy bereits von seinem Wärmepumpengeschäft (Güstrower Wärmepumpen GmbH). Ende 2011 trennte sich Conergy von seinem Wechseltrichterproduzenten Voltwerk und verkaufte diesen an Bosch. Auch wurde das Solarthermie- und Wärmepumpengeschäft inzwischen abgestoßen.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Conergy

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