Centrosolar setzt auf „Made in Germany“

Donnerstag, 8. Oktober 2009 13:10
Centrosolar Group

(IT-Times) - Nach den Problemen zu Jahresbeginn sieht sich der Münchner Solarspezialist Centrosolar Group AG (WKN: 514850) wieder im Aufwind. Die Nachfrage erholt sich langsam wieder, so dass man die Produktionskapazität am Produktionsstandort in Wismar zuletzt von 70 auf 110 Megawatt peak erhöht hat.

Centrosolar hat dabei einen großen Wettbewerbsvorteil. Im Gegensatz zu anderen großen Solarspezialisten unterhält Centrosolar keine langfristigen Verträge im Hinblick auf den Bezug von Solarzellen. Solarzellen können damit zu aktuellen Marktkonditionen bezogen werden, womit das Unternehmen vom Preisverfall in der Branche profitieren kann.

Neben einer flexiblen Beschaffungsstrategie versucht Centrosolar mit langen Garantiezeiten und mit einer modernen Produktion die chinesische Konkurrenz auf Distanz zu halten. Die kann zwar in China um 30 Prozent günstiger produzieren, doch Kunden vertrauen offenbar weiterhin auf das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“, wie die Produktionsauslastung des Werkes in Wismar zeigt. Vor allem deutsche Privathaushalte aber auch Gewerbetreibende wollen das Risiko mit chinesischer Billig-Ware nicht eingehen, so die Erfahrung von Centrosolar-Vorstand Dr. Alexander Kirsch.

FDP und Union wollen Solarförderung kürzen
Ungemach droht daher weniger von Seiten der chinesischen Konkurrenz, sondern eher durch die hiesige Politik. Nachdem Spanien die Einspeisevergütung für Solarstrom stark gesenkt und gekappt hat, droht nun ähnliches in Deutschland. Vor allem die neue Bundesregierung, in die FDP nun mitregiert, will eine drastische Reduzierung der Subventionsmilliarden. Entsprechende Forderungen bestätigte Gudrun Kopp, energiepolitische Sprecherin der FDP-Fraktion gegenüber dem Handelsblatt. Auch die Union Anpassungsbedarf, wie Joachim Pfeiffer, energiepolitischer Koordinator der Unionsfraktion bestätigt.

Die Frage dürfte daher nicht sein, ob und wann die Einspeisevergütung für Solarstrom in Deutschland weiter nach unten angepasst werden, sondern in welcher Höhe. Die bisherige Verordnung ermöglicht den Betreibern von Solaranlagen derzeit Erträge zwischen knapp 32 und 43 Cent je Kilowattstunde. Zwar soll am EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) insgesamt festgehalten werden, dabei dürften jedoch die Einspeisevergütungen künftig deutlich schneller und stärker sinken als bisher. Zwar fordert der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine Absenkung der Einspeisevergütung von 30 Prozent, soweit dürfte es aber nicht kommen, denn auch in der deutschen Solarbranche stehen zu viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Marktbeobachter gehen davon aus, dass man sich wohl auf einen Kompromiss einigen wird.

Dennoch tun Hersteller wie Centrosolar gut daran, ihre Aktivitäten im Ausland zu verstärken. Mit seiner jüngsten Expansion in den USA hat Centrosolar bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht…

Kurzportrait

Die Centrosolar Group AG mit Hauptsitz in München, wurde im Jahr 2005 gegründet und gilt als einer führenden Photovoltaik-Unternehmen in Deutschland mit der Konzentration auf Dachanlagen. Das Kerngeschäft bilden Komplettanlagen für Privathaushalte, sowie gebäudeintegrierte Solaranlagen für Gewerbeimmobilien oder Freiland-Anlagen.

Das Unternehmen bietet dabei sowohl kristalline Solarmodule, als auch Dünnschichtmodule an. Auch Solarglas für Photovoltaik- und Solarthermik-Anlagen gehören zum Produktportfolio der Gesellschaft. Daneben hat sich Centrosolar auf die Projektierung und Erstellung von Solaranlagen in der Größenordnung von 0,3 bis 0,5 Megawatt im Industriebereich spezialisiert.

Das Unternehmen bietet seine Produkte unter den Marken Centrosolar, Biohaus und Solara an. Unter der Marke Biohaus werden kristalline Module vertrieben, die Sonderausführungen für Dachziegel beinhalten. Bei diesen Modulen setzt Biohaus vor allem auf die Weiterverarbeitung von Zellen namhafter Hersteller wie Q-Cells, Sunways und Ersol. Die Weiterverarbeitung erfolgt mit transparenten Solarglas mit Anti-Reflex-Beschichtung von Sunarc und Centrosolar Glas.

Unter der Marke Solara werden hochwertige Premium-Module vertrieben, die höchsten Qualitätsanforderungen genügen. Dabei handelt es sich um Premium-Modelle, die ausschließlich in Deutschland gefertigt werden.

Unter der Marke Solarstocc PV vertreibt Centrosolar Komplettanlagen sowie Wechselrichter über den Fachgroßhandel. Neben einer Produktionsstätte in den Niederlanden (Doesburg), unterhält Centrolsolar noch eine weitere Fabrik in Wismar. Zum Unternehmen gehören die 100%igen Tochterfirmen Ubbink Econergy Solar GmbH, sowie Centrosolar Glas GmbH & Co KG, Solarstocc AG, die Solara AG, die Solarsquare AG sowie die Biohaus PV Handels GmbH. Seinen Anteil an der niederländischen Ubbink Solar Modules B.V. stockte Centrosolar zuletzt auf 100 Prozent auf.

Zahlen

Der Umsatz von Centrosolar schrumpfte in den ersten sechs Monaten 2009 auf 122,2 Mio. Euro, nach Einnahmen von 151,7 Mio. Euro im Vorjahr. Rund 57 Prozent davon wurden im Ausland erzielt. Centrosolar meldete einen Rohertrag von 18,14 Mio. Euro nach 31,29 Mio. Euro in 2008. Im ersten Halbjahr wurde, inklusive der Bereinigungskosten, ein operatives Ergebnis (EBIT) von minus 11,3 Mio. Euro erreicht (Vorjahr: plus 6,8 Mio. Euro). Nachsteuerlich erwirtschaftete Centrosolar ein Minus von 37,1 Mio. Euro, in 2008 waren plus 2,7 Mio. Euro erreicht worden. Allerdings wies Centrosolar darauf hin, dass, bereinigt um die Einmaleffekte, das Periodenergebnis positiv gewesen wäre.

Meldung gespeichert unter: Centrosolar Group

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