Apple - wie gefährlich sind die sinkenden iPad-Verkaufszahlen?

iPhone-Absatz boomt, Tablet-Absatz sinkt

Dienstag, 3. Februar 2015 13:33
Apple

(IT-Times) - Apple hat im jüngsten Quartal einen Rekordgewinn eingefahren und sämtliche Markterwartungen übertroffen. Einziger Wermutstropfen: Apple verkaufte erstmals in einem Weihnachtsquartal deutlich weniger iPads. Insgesamt gingen 21,4 Millionen iPads und iPad minis über die Ladentheke, ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Apple-Anleger fragen sich, ob die sinkenden Verkaufszahlen das Wachstum bei Apple (Nasdaq: AAPL, WKN: 865985) bremsen bzw. gefährden können. Tatsächlich steuerte das Tablet-Geschäft im jüngsten Quartal rund 8,9 Mrd. US-Dollar oder 12 Prozent zum Apple-Gesamtumsatz bei - ein Umsatzrückgang von 22 Prozent.

Apple CEO Tim Cook glaubt weiter an den Tablet
Während Marktbeobachter für den iPad in 2014 den Höhepunkt erreicht sehen, glaubt Apple CEO Tim Cook weiter an das Tablet-Geschäft. Zwar glaubt auch Cook nicht an eine schnelle Trendwende, dennoch sieht der Apple-Chef langfristig weiterhin eine große Zukunft für den Tablet. Hintergrund ist deren Einsatz im Firmenkundenbereich - hierfür hatte Apple im Vorjahr unter anderem eine Kooperation mit IBM geschlossen.

Tablet-Absatz schrumpft erstmals - 12-Zoll iPad Pro im Anmarsch?
Die Marktforscher aus dem Hause IDC hatten zuvor erstmals seit der Einführung der Produktkategorie in 2010 einen Rückgang bei den Verkaufszahlen festgestellt. Im vierten Quartal 2014 wurden 76,1 Millionen Tablets weltweit verkauft - ein Rückgang um 3,2 Prozent gegenüber Vorjahr. Ursächlich für den Rückgang sehen IDC-Marktforscher die zunehmende Popularität von Phablets, also größere Smartphones, die kleinere Tablets überflüssig machen.

Immer wieder kursieren Gerüchte, wonach Apple einen größeren iPad plant, um diesen Trend entgegen zu wirken. Das neueste Gerücht kommt aus China: Demnach soll der 12,9-Zoll große Apple-Tablet „iPad Plus“ heißen und ein Display mit 2K-Auflösung haben. Das 12-9- Zoll große Tablet soll 7mm dick sein und weniger als 700 Gramm wiegen. Ferner soll der iPad Plus mit einem Super-Akku (11.000 mAh) ausgestattet sein. Offiziell wollte Apple den Super-Tablet bislang nicht bestätigen, es wäre aber keine wirkliche Überraschung, wenn Apple den Tablet noch in 2015 bringt.

Apple gewinnt mit dem iPhone 6 Android-Nutzer
An der Smartphone-Front ist für Apple derzeit alles in Ordnung. Man konnte eine Rekordzahl von 74,5 Millionen iPhones verkaufen und damit scheinbar auch Samsung als den weltgrößten Smartphone-Verkäufer vom Thron stürzen.

Viel bemerkenswerter ist jedoch die Tatsache, dass sich weniger als 15 Prozent der iPhone-Besitzer ein neues iPhone 6 bzw. iPhone 6 Plus zulegten. Mehr als 85 Prozent der iPhone-Käufer waren stattdessen Wechsler, die mehrheitlich zuvor ein Android-Telefon besessen haben, so Apple-Chef Cook.

Erneute Gerüchte über iPhone mini
Das iPhone war am jüngsten Quartal die eigentliche Cashcow für Apple und damit weitaus bedeutender wie das iPad-Geschäft, dürfte das iPhone-Geschäft einmal mehr über 50 Prozent zum Apple-Gesamtumsatz beigesteuert haben.

Bei Zacks Investment glaubt man, dass Apple in diesem Jahr mit einem kleineren 4-Zoll großen iPhone mini nachlegen wird. Damit würde Apple dem Anliegen von Apple-Mitgründer Steve Jobs treu bleiben, der stets gefordert hatte, dass das iPhone mit einer Hand bedienbar sein muss.

Fazit: Die sinkenden iPad-Verkaufszahlen dürften Apple kaum bremsen, weil der Umsatzanteil am Gesamtumsatz zu gering ist. Zudem darf man erwarten, dass Apple in dieser Kategorie nochmals mit einem größeren iPad nachlegt.

Ferner bietet das Mac-Geschäft, die kommende Apple Watch und das China-Geschäft genug Potenzial, die einen weiter steigenden Apple-Aktienkurs rechtfertigen würden.

Kurzportrait

Apple leitete zu Beginn der 80er Jahre die Revolution bei Personalcomputern ein. Bereits in den 70er Jahren stellte das Unternehmen mit dem Apple II einen Vorläufer zum heutigen Personalcomputer vor. Ein Jahrzehnt später folgte mit dem Macintosh einer der ersten Desktop-Systeme auf den Markt.

Heute präsentiert sich das kalifornische Unternehmen als Anbieter von innovativen Desktop-Geräten und Unterhaltungselektronik, die durch durchdachtes Design und in Sachen Technik überzeugen. Apple bietet nicht nur Computer und Laptops an, sondern auch Musik-Player (iPod), Smartphones (iPhone), Tablet PCs (iPad) und Set-Top-Boxen (Apple TV) und Computeruhren (Apple Watch). Mit dem Musik-Download-Service iTunes ist Apple auch gleichzeitig der weltgrößte Musik-Händler.

Neben verschiedenen Softwareanwendungen für den Mac, setzt das Unternehmen aber auch auf eine leistungsstarke Hardware und auf ein eigenes Betriebssystem (Mac OS X). Mit der Ankündigung, künftig auch Intel-Chips in seinen Systemen verbauen zu wollen, sorgte Apple im Jahr 2006 für Aufsehen in der Branche.

Anfang 2010 stellte Apple mit dem iPad seinen ersten Tablet PC vor, im September 2013 präsentierte Apple mit dem iPhone 5s und dem iPhone 5c seine neue iPhone-Generation vor. Mitte 2014 verstärkte sich Apple mit der bislang größten Übernahme und kaufte den Kopfhörerhersteller Beats Electronics inklusive Beats Music für rund 3,0 Mrd. US-Dollar. Im Herbst 2014 präsentierte Apple das neue iPhone 6 samt iPhone 6 Plus. Darüber hinaus stellte Apple mit der Apple Watch sein erstes Wearable (tragbarer Computer) vor Mit Apple Pay stieg Apple zudem in den Markt für mobile Zahlungsdienste ein.

Markt und Wettbewerb

Im weltweiten Smartphone-Markt gilt Apple nach Samsung Electronics als die Nummer zwei im Markt. Auch im Tablet-Markt ist Apple mit iOS die Nummer zwei hinter Android. Zudem sieht sich Apple im Computermarkt einem intensiven Wettbewerb durch PC-Hersteller aus Asien ausgesetzt.

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