AOL kauft ein - Fusion mit Yahoo?

Mittwoch, 6. Oktober 2010 13:29
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(IT-Times) - Das New Yorker Internet-Portal AOL sorgte zuletzt mit einer Reihe von Zukäufen für Aufsehen. Der neue AOL-Chef Tim Armstrong macht Tempo, wenn es um den Umbau des Unternehmens zu einem umfassenden Inhaltsanbieter im Web geht.

Den erfolgreichen Gadget-Blog Engadget ergänzte AOL (NYSE: AOL, WKN: A0YECX) nunmehr durch den Zukauf des IT-Portals TechCrunch. TechCrunch verzeichnete zuletzt rund zehn Millionen Besucher monatlich, die mehr als 33 Millionen Seitenaufrufe generierten. Auch die Übernahme von Brizzly passt gut in die AOL-Strategie, kontrolliert das Unternehmen damit einen Social-Media-Reader, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

AOL und Yahoo vor Fusion?
Derweil kursieren Gerüchte, wonach AOL selbst das nächste Übernahmeziel sein könnte. Nach einem Bericht von Silicon Alley Insider arbeiten Private Equity Firmen bereits an Plänen zur möglichen Fusion von AOL und Yahoo. Demnach soll auch AOL-Chef Tim Armstrong der Idee positiv gegenüber stehen.

Eine Fusion der beiden Internetgrößen erscheint durchaus realistisch, nachdem Yahoo zuletzt einen Manager-Exodus hinnehmen musste. Auch konnte die bisherige Yahoo-Chefin Carolz Bartz bislang nicht wirklich überzeugen. Mehr trauen die Investoren hingegen den ehemaligen Google-Manager Tim Armstrong zu, der wohl bei der Fusion der beiden Internetgiganten wohl das Führungszepter übernehmen dürfte. Ausgestattet mit mehr Kapital, könnte Armstrong dann auch deutlich mehr bewegen, als beim angeschlagenen Internet-Dampfer AOL.

AOL präsentiert neues Online-Werbesystem
Denn nach wie vor ist es AOL nicht gelungen, dass schrumpfende Internet-Zugangsgeschäft, durch steigende Online-Werbeeinnahmen aufzufangen. Analysten rechnen daher auch im nächsten Jahr mit weiter sinkenden Umsatzerlösen bei AOL.

Um sich für die digitale Zukunft zu rüsten, hat AOL zu Wochenbeginn ein neues Online-Werbesystem ins Leben gerufen. Das „Project Devil“ soll Werbetreibenden die Möglichkeit bieten, durch verschiedene Werbeformate und Werkzeuge, Werbung noch zielgruppenspezifischer zu gestalten.

Dies sei erst der erste Schritt eines Innovationsfeuerwerks im Bereich Online-Werbung, kündigt AOL-Chef Armstrong an, dem weitere alsbald folgen sollen…

Kurzportrait

Die in New York ansässige AOL wurde im Dezember 2009 wieder als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, nachdem AOL vor gut einem Jahrzehnt von Time Warner im Rahmen einer Milliardentransaktion übernommen wurde.

Heute präsentiert sich AOL nicht nur als Internetzugangsanbieter, sondern in erster Linie als Portal-Betreiber. Um sein Online-Angebot zu vermarkten betreibt das Unternehmen ein eigens Online-Vermarktungsnetzwerk. Unter AOL Advertising vermarktet das Unternehmen nicht nur Drittseiten, sondern auch seine eigenen Angebote unter dem Dach von AOL Media.

AOL Media fungiert dabei als Online-Publisher und betreibt unter anderem die Hauptseite AOL.com. Darüber hinaus lizenziert AOL Media auch Content an Drittanbieter, wobei daneben auch die Seiten Asylum.com, Engadget.com, DailyFinance, FanHouse, PoliticsDaily, Games.com, Moviefone und WalletPop.com betrieben werden.

Daneben betreibt AOL auch den Online-Kartenservice MapQuest, der gleichzeitig auch als Routen- und Stadtplaner dient. In diesem Zusammenhang betreibt AOL unter anderem die Dienste AOL City Guide, Going.com und When.com.

Ergänzt wird das Angebot durch Email-Service AOL Mail in den USA. Neben der Vermarktung von Drittanbieterwebseiten geniert AOL auch Umsätze durch Lizenz- und Abogebühren für kostenpflichtige Inhalte und Services. Über die AOL-Tochter Adtech AG lizenziert das Unternehmen Online-Werbetechnik an Drittunternehmen.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich AOL durch eine ganze Reihe von Zukäufen. Anfang 2006 kaufte AOL den Videosuchdienst Truveo Inc und Games.com. Anschließend übernahm AOL den Video-Werbespezialisten Lightningcast sowie das Online-Spielemagazin GameDaily.com. Anfang 2007 verstärkte sich AOL in Europa durch die Übernahme von TradeDoubler. Gleichzeitig wurden mit ThirdScreen Media und Adtech AG zwei Werbespezialisten übernommen. Im Frühjahr 2008 kaufte AOL den britischen Social-Networking-Spezialisten Bebo sowie die Bloging-Engine Sphere und Socialthing. Mitte 2009 verstärkte sich AOL durch die Übernahme von Patch Media (Patch.com).

Im Jahr 2010 wurde sowohl Bebo als auch das Instant-Messaging-Geschäft ICQ wieder abgestoßen. Gleichzeitig verstärkte sich AOL durch die Übernahmen von 5min, Thing Labs (Brizzly) und TechCrunch.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2010 meldet AOL einen Umsatzrückgang um 26 Prozent auf 584,1 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 791,5 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei musste AOL einen Verlust von 1,06 Mrd. US-Dollar oder 9,89 Dollar je Aktie ausweisen, nachdem im Jahr vorher noch ein Nettogewinn von 90,7 Mio. Dollar oder 86 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Meldung gespeichert unter: AOL

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