Zooplus: Expansionskurs drückt auf Gewinne und den Aktienkurs

Donnerstag, 28. Juni 2012 13:49
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(IT-Times) - Die Aktien des führenden deutschen Internet-Händlers für Heimtierprodukte zooplus AG gerieten in den vergangenen Monaten kräftig unter die Räder. Nach einem Kursverlust von rund acht Prozent am Vortag, fielen die Papiere um weitere sechs Prozent unter die Marke von 24 Euro.

Nachdem Höhenflug in den vergangenen Jahren, als sich der zooplus-Aktienkurs vervielfachte, kehrt nunmehr Ernüchterung ein. Der teure Expansionskurs des Unternehmens belastet die Ertragsentwicklung. Zwar ist zooplus inzwischen auch in vielen Ländern Osteuropas wie in Ungarn, Rumänien und Slowenien aktiv, ausgezahlt hat sich die aggressive Expansion bislang aber noch nicht richtig.

Umsatzwachstum auf Kosten der Gewinnentwicklung
Ganz im Gegenteil: Zwar dürfte der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr 320 Mio. Euro erreichen, nach 257 Mio. Euro im Jahr vorher, Analysten rechnen in diesem Jahr aber nur mit einem kleinen Nettogewinn von 0,12 Euro je Aktie auf der Ertragsseite. Um den Umsatz wie geplant in 2013 auf 400 Mio. Euro zu heben ist eine weitere Expansion nötig, die auch zooplus Finanzvorstand Florian Seubert gegenüber der Börsen-Zeitung bereits andeutete.

Zooplus will in Russland und in der Türkei Fuß fassen
So will zooplus (WKN: 511170) in diesem Jahr noch in weitere Märkte wie in Russland und in der Türkei Fuß fassen und mit eigenen Webpräsenzen Flagge zeigen. Für die anvisierte Expansion in Osteuropa hatte sich zooplus im vergangenen Herbst durch eine Kapitalerhöhung frisches Kapital (rund 20 Mio. Euro) besorgt.

Die Expansion erscheint zunächst als teuer, dürfte sich allerdings in der Zukunft für die Aktionäre auszahlen, die aktuell unter dem sinkendem Aktienkurs stöhnen. Die Investitionen sind mehr als gerechtfertigt, blickt man auf die Marktchancen in Russland und der Türkei. In Russland leben nach einer Studie des Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) mit knapp 39 Millionen Heimtiere mit Abstand die meisten Haustiere in Europa. Zum Vergleich: Deutschland ist mit rund 31 Millionen Heimtierbesitzern die Nummer zwei in Europa.

Während die Deutschen für ihre Lieblingstiere jährlich 3,78 Mrd. Euro ausgeben, sind es in Russland immerhin noch 1,7 Mrd. Euro. Auch der türkische Markt ist nicht zu verachten. Zwar leben hier "nur" knapp 16 Millionen Tiere bei Heimtierbesitzern, allerdings geben auch Türken inzwischen 334 Mio. Euro für Tierfutter und Zubehör aus (Quelle: ZZF).

Bis sich diese Investitionen für zooplus auszahlen, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Erst in 2014 rechnen Analysten wieder mit einem deutlichen Gewinnzuwachs, dann soll am Jahresende wieder ein Plus von 1,76 Euro je Aktie zu Buche stehen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1999 gegründete und in München ansässige zooplus AG ist einer der führenden Internet-Versandhändler für den Haustierbedarf. Zooplus beitreibt auf seiner Webseite zooplus.de nicht nur einen Online-Shop, sondern bietet auch einen entsprechenden Informationsservices rund um das Haustier. Gleichzeitig wird auch eine Online-Community betrieben, über die sich Tierliebhaber mit anderen Nutzern austauschen können.

Zooplus bietet auf seiner Webseite nicht nur Hunde- und Katzenfutter, sondern auch Nahrungsmittel für vielerlei Tiere wie Hasen, Vögel, Fische und Pferde an. Insgesamt stehen im Online-Shop mittlerweile mehr als 8.000 verschiedene Produkte zur Auswahl.

Zooplus ist nicht nur in Deutschland aktiv, sondern auch in Frankreich, den Niederlanden, Polen, Italien, Österreich, Irland, Belgien, Spanien, Finnland, Tschechien, der Slowakei und in England mit einem eigenen Webangebot vertreten. Insgesamt ist zooplus heute in 20 Ländern Europas aktiv.

Um seinen Vertrieb zu unterstützen bietet Zooplus verschiedene Vorteilsprogramme wie zum Beispiel für Sammelbesteller und Freundschaftswerbung an. Auch ein Partnerprogramm für Webseitenbetreiber hat das Unternehmen inzwischen ins Leben gerufen.

Zooplus wirbt vor allem mit einer schnellen Auslieferung seiner Produkte (Versand binnen 24 Stunden) sowie geringen Versandkosten (ab einem Bestellwert von 19 Euro ist der Versand kostenlos).

Zu den Anteilseignern des mehrheitlich nach wie vor im Privatbesitz befindlichen Unternehmens zählen unter anderem die Burda Beteiligungsholding Digital Ventures und die britische Finanzierungsgesellschaft zouk ventures.

Meldung gespeichert unter: E-Commerce

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