Yingli Green: Geschäftszahlen und niedriger Ölpreis verunsichern Investoren

Solarmodule

Dienstag, 2. Dezember 2014 14:27
Yingli Green Energy Holding Co.

(IT-Times) - Chinas führender Solarkonzern Yingli Green Energy Holdings konnte im jüngsten Quartal zwar Verbesserungen im operativen Geschäft realisieren, doch die Wall Street konnte Yingli mit seinen Zahlen nicht überzeugen. Yingli Green-Aktien fielen zuletzt in die Nähe des Jahrestiefstands bei 2,52 US-Dollar.

Zwar konnte Yingli Green seine Verluste im jüngsten Quartal begrenzen und erstmals seit 13 Quartalen einen operativen Gewinn ausweisen, dennoch hat das Unternehmen noch mit verschiedenen Baustellen zu kämpfen.

Preisverfall sorgt für schrumpfende Einnahmen
Zum einen ist Yingli Green Energy Holdings (NYSE: YGE, WKN: A0MR90) immer noch hoch verschuldet (525,3 Mio. US-Dollar), zum anderen sorgte der anhaltende Preisverfall bei Solarmodulen dafür, dass die Umsätze im jüngsten Quartal um 6,8 Prozent auf 591,6 Mio. US-Dollar schrumpften. Analysten hatten an dieser Stelle im Schnitt mit Einnahmen von 623 Mio. Dollar gerechnet.

Der nach wie vor intensive Wettbewerb in der Solarbranche hat die durchschnittlichen Kosten für PV-Systeme in den USA in den vergangenen 12 Monaten von 4,41 Dollar pro Watt auf 3,76 Dollar pro Watt fallen lassen, so Daten der US-Solarindustrie. Yingli Green konnte zwar seine Kosten gegenüber dem Vorquartal senken, aber nur um 0,01 Dollar auf 0,48 US-Dollar pro Watt.

Ölpreisverfall reißt Solar-Aktien in die Tiefe
Zudem droht der Solarindustrie neues Ungemach, wenn der Ölpreis in diesem Tempo weiter fallen sollte. Nach Angaben der Deutschen Bank hat die Solartechnik in den USA gerade die sogenannte „Grid-Parität“ erreicht, wodurch Solarenergie zumindest in zehn US-Bundesstaaten mit fossilen Energieträgern konkurrieren kann.

Werden fossile Energieträger wie Öl günstiger, steht die Grid-Parität wieder in Frage. Dies könnte Investitionen in erneuerbare Energien wie in die Solartechnik bremsen, glauben Marktbeobachter.

Konkurrenten sind profitabler
Dennoch sieht die Internationale Energieagentur (IEA) den Siegeszug der erneuerbaren Energien weiter fortschreiten. Auf saubere Energien dürften rund 60 Prozent der 5 Billionen US-Dollar entfallen, die im nächsten Jahrzehnt in neue Stromkraftwerke investiert werden, schätzt die IEA. Hintergrund ist der Umstand, dass Länder wie die USA und China ihre Klimaziele bezüglich sauberer Energie bekräftigt haben.

Inwieweit Yingli Green von diesem Trend profitieren kann, bleibt abzuwarten. China will zwar bis zum Jahr 2020 bis zu 100 Gigawatt an PV-Leistung im Land installieren, doch auch die deutlich profitablere Konkurrenz wie Trina Solar und JinkoSolar kämpfen um Aufträge. Yingli Green wird daher seine Kosten noch schneller senken müssen, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.

Kurzportrait

Die in Baoding/China ansässige Yingli Green Energy Holdings Company Limited wurde im August 2006 gegründet und ist heute einer der größten vertikal integrierten Solarkonzerne in China. Das Unternehmen bietet die gesamte Produktpalette in der Solarindustrie, von der Entwicklung von Solarzellen und Solarmodule, über die Fertigung bis hin zum Vertrieb an.

Die Produktpalette umfasst auch die Hersteller von Polysilizium-Ingots, die dann für die Weiterverarbeitung zu Polysilizium-Wafer verwendet werden. Bei der Herstellung seiner Solarmodule kommen ausschließlich eigene Solarzellen zum Einsatz. Ende 2008 verstärkte sich Yingli Green durch die Übernahme der Cyber Power Group Limited, dem Mutterkonzern des in Baoding ansässigen Polysilizium-Herstellers Fine Silicon Co Ltd. Mitte 2009 gründete Yingli Green ein Joint Venture mit der Hainan Development und Hainan Provincial Waters Conservancy Power Group zur Entwicklung von Solarprojekten in der Provinz Hainan. Im Frühjahr 2011 verstärkte sich Yingli Green durch die mehrheitliche Übernahme der Baoding Zhongtai New Energy Resources Co und erwarb 80 Prozent der Anteile.

Yingli Green vermarktet seine Solarmodule und Systeme unter seinem eigenen Namen Yingli. Das Unternehmen bietet dabei Solarmodule und Systeme in verschiedenen Größen an. Beim Vertrieb arbeitet das Unternehmen mit Systemintegratoren und Distributoren auf der ganzen Welt, insbesondere in Deutschland, Spanien, Italien und China zusammen. Anfang 2014 schloss Yingli Green zwei Joint Ventures in China. Zum einen arbeitet Yingli mit der China National Nuclear Corporation zusammen, zum anderen schloss Yingli eine Kooperation mit der Shuozhou Coal Power Co.

Zum Einsatz kommen Yingli Solarsysteme aber nicht nur auf privaten Hausdächern, sondern auch in der Industrie zum Betrieb von Leuchtanlagen und Mobilfunkbasisstationen.

Markt und Wettbewerb

China gilt neben Europa und den USA als einer der weltweit größten Märkte für Solarenergie. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die PV-Nachfrage in den nächsten Jahren weiter klettern wird. Allein in 2014 dürften Solarsysteme mit einer Leistung von 46GW installiert werden, in 2015 dürfte diese Leistung auf 56GW klettern, so die Deutsche Bank.

Meldung gespeichert unter: Solarmodule

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