Yelp nach dem Kurssturz - was das Bewertungsportal in 2015 plant

Bewertungsportal unter Druck

Montag, 9. Februar 2015 12:27
Yelp

(IT-Times) - Yelp-Aktien zählten am Freitag mit einem Kursminus von 21,5 Prozent zu den großen Verlierern an der Wall Street. Anleger und Investoren trennten sich im großen Stil von Yelp-Aktien, nachdem sich das Besucherwachstum auf den Yelp-Seiten spürbar verlangsamt hat.

Zwar kletterte die Zahl der monatlichen Besucher auf den Yelp-Seiten um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 135 Millionen, allerdings bedeutet dies gleichzeitig einen Rückgang von drei Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Besucherzahlen sinken erstmals gegenüber dem Vorquartal
Auch bei den Mobile-Nutzern präsentiert sich ein ähnliches Bild. Hier kletterten die Besucherzahlen um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 72 Millionen. Gegenüber dem Vorquartal sank die Zahl der Mobile-Besucher aber um zwei Prozent. Yelp-Chef Jeremy Stoppelman räumt ein, dass der Yelp-Traffic auf dem Desktop voraussichtlich seinen Höhepunkt erreicht hat und sich das Besucherwachstum weiter in Richtung mobile Endgeräte verlagern wird.

Zudem macht Stoppelman auch Algorithmus-Änderungen bei Google für den Besucherrückgang gegenüber dem Vorquartal verantwortlich. Dadurch waren weniger Besucher von Google auf Yelp gekommen. Dies soll sich im ersten Quartal 2015 aber wieder ändern. Yelp (NYSE: YELP, WKN: A1JQ9H) rechnet dann wieder mit einem sequentiellen Wachstum bei den Besucherzahlen.

Yelp will mehr Geld für Marketing und Vertrieb ausgeben
Um die Marke Yelp zu einem höheren Bekanntheitsgrad zu verhelfen, will Yelp rund 20 Mio. US-Dollar für Online- und Offline-Marketingkampagnen in 2015 ausgeben. Damit will Yelp das Marketingbudget im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln.

Hintergrund ist der eher geringe Bekanntheitsgrad der Marke Yelp bei Konsumenten - dies soll sich in 2015 ändern. Auch das Vertriebspersonal soll kräftig aufgestockt werden und zwar um 40 Prozent. Zuletzt beschäftigte Yelp rund 1.550 Mitarbeiter im Vertrieb.

Monetarisierung des Auslandsgeschäfts lässt auf sich warten
Beim Marktforscher Borrell Associates geht man davon aus, dass allein der US-Markt für Local Advertising bis Ende 2015 ein Volumen von 47,8 Mrd. Dollar erreichen wird.

Yelp gilt als einer der Hauptnutznießer dieser Entwicklung. Allerdings muss das Unternehmen seine internationalen Seiten stärker monetarisieren. Aus Auslandsgeschäft generierte im jüngsten Quartal gerade einmal drei Prozent des Umsatzes.

Kurzportrait

Yelp wurde ursprünglich im Jahr 2004 gegründet, wobei das Unternehmen in San Francisco ansässig ist. Yelp ist der Marktführer unter den Kundenkritik-Seiten, wobei jeder angemeldete Nutzer Eindrücke und Kritiken zu Lokalitäten, aber auch Dienstleistungen abgeben kann. Yelp-Nutzer haben inzwischen mehr als 52 Millionen lokale Reviews über Restaurants, Boutiquen, Reparaturwerkstätten, Zahnärzte und andere Servicebereiche geschrieben.

Heute ist Yelp in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Frankreich, Deutschland, Österreich, Niederlande, Spanien, Italien, der Schweiz, Belgien, Australien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Singapur, Polen, der Türkei, Neuseeland, der Tschechischen Republik, Brasilien und Portugal präsent.

Zuletzt verzeichnete Yelp auf seinen Seiten monatlich 139 Millionen Besucher. Auch die Mobile App von Yelp ist sehr populär, wobei die App inzwischen auf mehr als elf Millionen mobilen Endgeräten im Einsatz ist. Kooperationsabkommen bestehen unter anderem mit Transaktionspartnern wie OpenTable. Über OpenTable können Konsumenten beispielsweise einen Tisch reservieren. Über die Partnerschaft mit Orbitz können Konsumenten direkt Hotelzimmer buchen.

Nachdem Yelp in 2012 den europäischen Konkurrenten Qype übernommen hat, kaufte Yelp Mitte 2013 den Reservierungsspezialisten SeatMe. Im Herbst ging Yelp in Brasilien an den Start, Ende 2013 folgte der Markteintritt in Portugal. Im Frühjahr 2014 folgte der Markteintritt in Mexiko, später auch in Chile. In 2014 verstärkte sich Yelp durch die Übernahme der deutschen Restaurant-Kritik.de und der französischen Cityvox.

Markt und Wettbewerb

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