SolarWorld setzt aufs Ausland - und Recycling

Montag, 17. März 2008 15:57
SolarWorld

(IT-Times) Trotz wachsender Konjunkturrisiken hagelte es zuletzt Kaufempfehlungen für die Aktien des Bonner Solar-Unternehmens SolarWorld AG (WKN: 510840). Investmentbanker sehen die Solarbranche als weitgehend rezessionsresistent an. Hintergrund ist der weiter steigende Ölpreis, der die Nachfrage nach alternativen Energieträgern wie Solarstrom weiter anheizt.

Die massiven Investitionen in Solarstromtechnik von Ländern wie Spanien, Italien, USA und inzwischen auch Südkorea sind ein Beleg für die rasante Entwicklung der Branche, die auch im laufenden Jahr trotz US-Hypotheken- und Finanzkrise weiter anhalten dürfte. Die Modulproduktion für dieses Jahr sei bereits ausgebucht, heißt es bei SolarWorld. Viele Aufträge kommen inzwischen aus dem Ausland, so das die hohe Abhängigkeit vom deutschen Markt zunehmend sinkt.

SolarWorld setzt auf das Ausland
Hing die deutsche Solarwirtschaft in den vergangenen Jahren noch überwiegend am deutschen Subventionstropf, hat sich dies inzwischen geändert. In 2008 soll das Auslandsgeschäft bereits 60 Prozent zum SolarWorld-Gesamtumsatz beisteuern, so die Prognosen des Bonner Unternehmens. Diese Unabhängigkeit könnte im Jahr 2009 bedeutsam sein, wenn eine Neuregelung für eine deutlich geringere Einsparvergütung sorgt. Analystenhäuser, wie SES Research gehen davon aus, dass das Wachstum der Solarindustrie in Deutschland im nächsten Jahr stagnieren wird.

Neben einer geringeren Förderung sorgten zuletzt auch steigende Rohstoffpreise für Unruhe in der Solarindustrie. Da reines Silizium aufgrund der hohen Nachfrage nach Solarmodule zunehmend knapper wird, versuchen die Unternehmen sich über langfristige Lieferverträge den entsprechenden Nachschub zu sichern. SolarWorld hat hier durch seine Tochter Deutsche Solar AG einen wichtigen strategischen Vorteil gegenüber anderen Wettbewerbern.

Wettbewerbsvorteil Recycling
Die SolarWorld-Tochter betreibt als weltweit einziges Unternehmen Fabriken zur Rückgewinnung von Solarsilizium aus kristallinen Solarmodulen. Derzeitig wird der Weltmarkt von 80 bis 85 Prozent von kristallinen Silizium-Solarzellen geprägt, deren Anteil nach einer Studie der Bank Sarasin im Jahr 2010 noch mehr als 50 Prozent betragen soll. Durch das Recycling ist SolarWorld in der Lage, auch langfristig kostengünstig an Solarsilizium heranzukommen. Bis zu 20 Prozent seines gesamten Rohstoffeinsatzes sollen damit durch Sekundärrohstoffe abgedeckt werden können, verspricht die Tochter, die weitere 20 Prozent aus dem internen Recycling von Siliziumabschnitten gewinnen will.

Durch Recycling und langfristiger Lieferverträge (fixe Waferpreise), dürften zumindest mittelfristig für stabile Gewinnmargen bei der SolarWorld AG sorgen...

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und in Bonn ansässige SolarWorld AG sieht sich als eines der weltweit führenden vollintegrierten Solar-Unternehmen (Wafer, Zellen, Module, Bausätze/Systeme). Das Produktspektrum deckt sowohl Photovoltaik-Module, Wechselrichter, sowie Bausätze (Sunkits) und Systemlösungen bzw. Gestelltechnik (Sunfix) ab. Bereits im Jahr 1999 erfolgte der Gang an die Börse. Seit Dezember 2004 sind die Anteile des Unternehmens im TecDax notiert.

Mit seinen Sunkits-Bausätzen will das Unternehmen individuell auf den Kunden zugeschnittene Lösungen bieten, wobei das Unternehmen bei seinen Solarmodulen auf hohe Qualität, Haltbarkeit und Stabilität Wert legt. Im Marktbereich Solarmodule ist das Unternehmen mit seinem Produkt Sunmodule Plus am Start, das einen hohen Wirkungsgrad bei gleichzeitig hoher Qualität und Sicherheit verspricht.

Mit dem Energiedach bietet SolarWorld auch eine Dacheindeckung mit Solarlaminaten an, wobei der Kunde die Auswahl zwischen einem Komplettdach und einer Indach-Lösung hat. Neben kleineren Projekten bietet SolarWorld aber auch Lösungen zur Realisierung von Großanlagen an. In diesem Bereich ist das Unternehmen nicht nur Deutschland, sondern verstärkt auch im Ausland aktiv.

Ein weiteres wichtiges Standbein bei der Beschaffung von Silizium ist die Recyclingfähigkeit der Module bzw. Zellen. Hier ist das Unternehmen über seine 100%ige Tochter Deutsche Solar AG aktiv. Um sich den langfristigen Zugriff auf Solarsilizium zu sichern, gründete SolarWorld im Jahr 2002 das Joint Venture Joint Solar Silicon. Während die Degussa AG 51 Prozent der Anteile an diesem Venture hält, ist die SolarWorld mit 49 Prozent beteiligt. Im Jahr 2006 wurde ein weiteres Joint Venture mit der niederländischen Scheuten Solarholding B.V. gegründet. Sowohl Scheuten Solarholding als auch SolarWorld halten jeweils 50 Prozent an dem Joint Venture SolarWorld Solizium GmbH. Daneben ist SolarWorld noch mit 35 Prozent der Anteile an den schwedischem Solarmodule-Hersteller Gälllivare PhotoVoltaic (AB) beteiligt. Bereits im Jahr 2006 verstärkte sich die SolarWorld durch die Übernahme der kristallinen Solaraktivitäten der Shell Solar.

Heute ist das Unternehmen mit 12 Standorten weltweit präsent und beschäftigt inzwischen mehr als 2.000 Mitarbeiter. Großaktionär ist dabei die Familie Asbeck, die zuletzt rund 26 Prozent der SolarWorld-Anteile hielt.

Zahlen

So legte der Umsatz von SolarWorld im Geschäftsjahr 2007 um 35,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Umgesetzt wurden damit 698,8 Mio. Euro (2006: 515,2 Mio. Euro). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte noch stärker, um 48,6 Prozent auf 174,5 Mio. Euro. Im Geschäftsjahr 2006 betrug das EBIT 117,4 Mio. Euro.

Vor Steuern (EBT) verdiente SolarWorld 27,8 Prozent mehr als 2006 und damit 151,6 Mio. Euro (2006: 118,6 Mio. Euro). Netto blieben 97,3 Mio. Euro in den Kassen. Dies ist ein um 33,7 Prozent höherer Gewinn als 2006, als die Bonner Aktiengesellschaft 72,8 Mio. Euro verdiente. Als Folge des guten Geschäftsjahres 2007 plant der Vorstand nun die Dividende von 0,10 Euro auf 0,14 Euro je Aktie zu erhöhen.

Meldung gespeichert unter: SolarWorld

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