SolarWorld kämpft verzweifelt gegen den Abstieg

PV-Industrie im Umbruch

Dienstag, 15. Oktober 2013 14:07
SolarWorld

(IT-Times) - In den vergangenen Tagen sorgte die SolarWorld AG bzw. dessen berühmter Firmenchef wieder mal für Aufsehen. Frank Asbeck, seines Zeichens Gründer und Chef des Bonner Solarkonzerns, soll rund 1,7 Millionen SolarWorld-Aktien über die von ihm kontrollierte Eifelstrom GmbH verkauft haben.

Investoren fragen sich nunmehr, inwieweit Asbeck wirklich noch hinter dem Unternehmen steht und an einen erfolgreichen Turnaround des angeschlagenen Bonner Solarkonzerns glaubt. Auch die Klage des „Berufsklägers“ und Aktionärs Karl-Walter Freitag gegen das Restrukturierungskonzept dürfte den Sanierungskurs von SolarWorld nicht gerade beschleunigen. Marktbeobachter rechnen nunmehr damit, dass die Rettungsaktion bis Februar 2014 dauern könnte.

Ende des Preisverfalls in Sicht
Viel wichtiger für SolarWorld (WKN: 510840) ist jedoch das Ende des Preisverfalls, welche die Krise in der Solarindustrie erst ausgelöst und zahlreiche Anbieter in die Insolvenz getrieben hat. Der Preisverfall bei Solarmodulen scheint zum Stillstand gekommen, darauf deuten die jüngsten Quartalsberichte von chinesischen Rivalen wie Yingli Green und Trina Solar hin. Trina Solar CEO Jifan Gao rechnet sogar damit, dass die Preise für Solarmodule im zweiten Halbjahr 2013 sogar wieder anziehen werden.

Der Grund ist, dass sich die EU weitgehend gegen horrende Strafzölle gegen PV-Importe aus China entschieden hat. Damit dürfte sich der europäische PV-Markt wieder stabilisieren, glaubt Gao gegenüber Bloomberg.

Internationalisierung schreitet voran
Ein weiterer wichtiger Aspekt zur erfolgreichen Sanierung ist die Internationalisierung. Hier konnte SolarWorld im ersten Halbjahr 2013 ebenfalls erste Erfolge vermelden. Der Auslandsanteil im Segment „Handel“ kletterte auf 76 Prozent, nach 58 Prozent im Vorjahr.

Auch vom Solar-Boom in Japan könnte SolarWorld profitieren, kann das Unternehmen hier seine bekannte Marke und Qualitätsmerkmale ins Spiel bringen. Japan ist für SolarWorld bereits der größte Absatzmarkt in Asien. Japan dürfte in 2013 zum weltgrößten Solarmarkt mit einem Volumen von 19,8 Mrd. US-Dollar aufsteigen und damit Deutschland als größten Markt ablösen, so die Marktforscher aus dem Hause IHS iSuppli.

Aussichten der PV-Branche verbessern sich
Insgesamt wird der Solarmarkt optimistisch bewertet. Die Analysten der Deutschen Bank schätzen, dass die weltweite Nachfrage nach Solarmodulen in diesem Jahr auf 38 bis 40 Gigawatt (GW) klettern wird, in 2014 wird ein weiterer Nachfrageanstieg auf 45 GW erwartet.

Kurzportrait
Die SolarWorld AG mit Sitz in Bonn gilt als ein führender Spezialist für Solarstromtechnik und bietet Produkte beginnend mit dem Rohstoff über das Modul bis hin zum individuellen System. Gegründet wurde SolarWorld bereits im Jahr 1988, seinerzeit als Ingenieurbüro für Industrieanlagen. Im Jahr 1999 folgte der Gang an die Börse. Nachdem SolarWorld in der Vergangenheit den Großteil seiner Umsätze in Deutschland erzielte, wuchs der Auslandsanteil am Gesamtumsatz inzwischen auf weit über 50 Prozent.

Mit seinen Sunkits-Bausätzen bietet das Unternehmen individuell auf den Kunden zugeschnittene Lösungen, wobei SolarWorld bei seinen Solarmodulen auf hohe Qualität, Haltbarkeit und Stabilität Wert legt. Im Marktbereich Solarmodule ist das Unternehmen mit seinem Produkt Sunmodule Plus am Start, das einen hohen Wirkungsgrad bei gleichzeitig hoher Qualität und Sicherheit verspricht.

Mit dem Energiedach bietet SolarWorld auch eine Dacheindeckung mit Solarlaminaten an, wobei der Kunde die Auswahl zwischen einem Komplettdach und einer Indach-Lösung hat. Neben kleineren Projekten offeriert SolarWorld aber auch Lösungen zur Realisierung von Großanlagen. In diesem Bereich ist das Unternehmen nicht nur Deutschland, sondern verstärkt auch im Ausland aktiv.

Ein weiteres wichtiges Standbein bei der Beschaffung von Silizium ist die Recyclingfähigkeit der Module bzw. Zellen. Hier ist das Unternehmen über die 100prozentige Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG aktiv. Um sich den langfristigen Zugriff auf Solarsilizium zu sichern, gründete SolarWorld im Jahr 2002 das Joint Venture Joint Solar Silicon.

Meldung gespeichert unter: SolarWorld

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