SolarWorld - fit für die Zukunft?

Solarindustrie vor Erholung - kann SolarWorld profitieren?

Freitag, 7. März 2014 12:51
SolarWorld

(IT-Times) - SolarWorld blickt wieder zuversichtlich in die Zukunft. Nach Abschluss der Kapitalmaßnahmen konnte das Unternehmen seine Schulden von vormals rund eine Mrd. Euro auf 427 Mio. Euro verringern. Mit Qatar Solar Technologies (QSTec) kam zudem ein finanzstarker Investor an Bord, der sich 29 Prozent der Anteile gesichert hat.

Auch SolarWorld-Gründer Frank Asbeck glaubt offenbar weiter an eine erfolgreiche Zukunft des einstiegen Marktführers bei Solarmodulen. Über die Solar Holding Beteiligungsgesellschaft mbH, deren mehrheitlicher Gesellschafter Asbeck ist, wurden Ende Februar 3,0 Millionen SolarWorld-Aktien für 9,8 Mio. Euro erworben.

SolarWorld hofft auf den Aufschwung
Darüber hinaus dürfte die geplante Übernahme der Bosch Solar Energy AG in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Nach unbestätigten Medienberichten zahlt Bosch 130 Mio. Euro an SolarWorld und übernimmt damit quasi die Gehälter der noch verbliebenen Bosch-Mitarbeiter, bis der Aufschwung in der Solarindustrie auch bei der Bonner SolarWorld AG (WKN: A1YCMM) ankommt.

SolarWorld will in 2015 wieder in die Gewinnzone. Dies soll nicht zuletzt durch die steigende Nachfrage nach PV-Produkten in den USA, Japan und Südafrika gelingen. Die weltweite Solarnachfrage soll nach einer Studie von NPD Solarbuzz in 2014 auf 49 Gigawatt klettern, die Preise für Solarmodule sollen sich dabei stabilisieren. Das Wachstum dürfte vor allem von China, den USA und Japan getrieben werden, insbesondere nachdem China sein Installationsziel nochmals von 10 auf 14 Gigawatt für das laufende Jahr erhöht hat.

Neues Jahr - alte Probleme
Inwieweit SolarWorld von diesem Boom profitieren kann ist fraglich. Trotz Schuldenabbau und finanzieller Restrukturierung sieht sich SolarWorld weiterhin einem alten Problem gegenüber - der Konkurrenz aus China. Hersteller wie Yingli Green, Trina Solar und JinkoSolar sind nicht nur Billig-Anbieter, technisch können die Module durchaus mit der Konkurrenz aus Übersee mithalten, insbesondere was Wirkungsgrade angeht.

SolarWorld setzt dagegen nach wie vor auf die Qualität (Lebensdauer, Belastbarkeit, Leistungsgarantie etc.) seiner Produkte und das Prädikat „Made in Germany“. Kritiker bemängeln allerdings, dass PV-Produkte von SolarWorld noch immer zu teuer und technisch nur Durchschnitt sind.

Kostenproblem bleibt
Zudem setzt SolarWorld weiterhin auf eine lange Wertschöpfungskette, die vom Silizium, über die Wafer- bis hin zur Zell- und Modulproduktion alles abdeckt. Dieses Modell gilt längst als überholt. Will SolarWorld langfristig weiter wettbewerbsfähig sein, müssen die Kosten weiter runter.

Marktforscher aus dem Hause NPD Solarbuzz schätzen, dass bis Ende 2014 viele chinesische Hersteller ihre Kosten auf unter 0,50 US-Dollar pro Watt drücken werden - eine Zielmarke die auch SolarWorld anstreben muss, will das Unternehmen im globalen Wettbewerb bestehen.

Kurzportrait
Die SolarWorld AG mit Sitz in Bonn gilt als ein führender Spezialist für Solarstromtechnik und bietet Produkte beginnend mit dem Rohstoff über das Modul bis hin zum individuellen System. Gegründet wurde SolarWorld bereits im Jahr 1988, seinerzeit als Ingenieurbüro für Industrieanlagen. Im Jahr 1999 folgte der Gang an die Börse. Nachdem SolarWorld in der Vergangenheit den Großteil seiner Umsätze in Deutschland erzielte, wuchs der Auslandsanteil am Gesamtumsatz inzwischen auf weit über 50 Prozent.

SolarWorld setzt bei bei seinen Solarmodulen auf hohe Qualität, Haltbarkeit und Stabilität und das Prädikat „Made in Germany“. Neben Dachanlagen und Angeboten zur Produktion von Eigenstrom offeriert SolarWorld aber auch Lösungen zur Realisierung von Großanlagen. In diesem Bereich ist das Unternehmen nicht nur Deutschland, sondern verstärkt auch im Ausland aktiv.

Ein weiteres wichtiges Standbein bei der Beschaffung von Silizium ist die Recyclingfähigkeit der Module bzw. Zellen. Hier ist das Unternehmen über die 100prozentige Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG aktiv. Um sich den langfristigen Zugriff auf Solarsilizium zu sichern, gründete SolarWorld im Jahr 2002 das Joint Venture Joint Solar Silicon.

Im Jahr 2006 wurde ein weiteres Joint Venture mit der niederländischen Scheuten Solarholding B.V. gegründet. Bereits im Jahr 2006 verstärkte sich die SolarWorld durch die Übernahme der kristallinen Solaraktivitäten der Shell Solar. Anfang 2010 gründete SolarWorld das Joint Venture Qatar Solar Technologies (QST), an welchem das Unternehmen 29 Prozent der Anteile hält. Ende 2010 gab SolarWorld die Übernahme der Solarparc AG bekannt. Mitte 2011 trennte sich SolarWorld von seinem südkoreanischen Fertigungs Joint Venture. Mitte 2013 schloss SolarWorld im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen seine Silizium-Waferproduktion am US-Standort in Hillsboro. Ende 2013 kaufte SolarWorld einen Teil der Solarsparte der Robert Bosch GmbH und übernahm den Standort in Arnstadt. Gleichzeitig wurde die Tochter Solarworld Industries-Thüringen GmbH gegründet. Ende 2013 sicherte sich Qatar Solar Technologies (QSTec) 29 Prozent an SolarWorld.

Meldung gespeichert unter: SolarWorld

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