Software AG setzt auf Big Data

Unternehmenssoftware

Donnerstag, 27. Dezember 2012 12:41
Software AG

(IT-Times) - Die Übernahme der US-amerikanischen Terracotta im vergangenen Jahr könnte sich insgesamt als Erfolgstreiber für die Software AG erweisen. Im Frühjahr 2011 hatte das deutsche Software-Haus einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in den Kauf der auf In-Memory-Technologie und Cloud-Lösungen spezialisierten Terracotta investiert. Außerdem stehen mit den Produkten Aris 9.0 und webMethods 9.0 zwei Produkte in der Pipeline, die beide voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals 2013 auf den Markt kommen werden.

Das Lizenzgeschäft von Terracotta wuchs zuletzt kräftig und dürfte sich in 2012 mehr als verdoppelt haben. Terracotta ist mit seinem Flaggschiffprodukt "BigMemory" im sogenannten Markt für Big Data Lösungen aktiv. Die Marktforscher aus dem Hause IDC schätzen, dass der Big Data Technik- und Servicemarkt in den nächsten Jahren im Schnitt um jährlich 40 Prozent zulegen wird und damit sieben Mal schneller wachsen wird, als der IT-Durchschnitt. Im Jahr 2015 dürfte dieser Markt dann ein Volumen von 16,9 Mrd. US-Dollar erreichen, nachdem in 2010 bereits 3,2 Mrd. Dollar in diesen Marktbereich umgesetzt wurden.

Die Software AG (WKN: 330400) ist durch die Übernahme von Terracotta mit an Bord, wenn es in den nächsten Jahren darum geht, riesige Datenmengen aufzubereiten und zu analysieren. Unternehmen haben gerade erst damit begonnen, das riesige Datenmaterial, welches in den Archiven und auf den Rechnern schlummert zu analysieren und für Geschäftszwecke zu nutzen.

Terracotta stellte jüngst ein neues ISV-Partnerprogramm für BigMemory Go vor, ein Produkt, das das Unternehmen vor kurzem auf den Markt brachte. Das Programm bietet unabhängigen Softwareherstellern (ISVs) die Möglichkeit, auf riesige Datenmengen in Echtzeit zugreifen zu können. Die BigMemory-Lösungen von Terracotta, die das Unternehmen erstmals 2010 auf den Markt brachte, haben einen Beitrag geleistet zur Definition und Standardfestlegung für das In-Memory-Management großer Datenmengen. BigMemory Go erfordert keine Anpassung vorhandener Programme und keine zusätzliche Hardware.

Kundenbefragung besagt: Big Data wird immer wichtiger

Jüngst veröffentlichte die Software AG die Ergebnisse aus einer Kundenbefragung. Demnach wird die Verwendung neuer Technologien in den Bereichen Big Data, Cloud, Mobile, Social Collaboration und Business Process Management (BPM) in den kommenden 24 Monaten auf breiter Basis zunehmen. Die Frage, welche Technologien den Unternehmen wichtiges Geschäftspotenzial eröffnen, brachte folgende Ergebnisse: Über 20 Prozent der Befragten geben die Verarbeitung der wachsenden Datenmengen - Big Data - und kollaborative Arbeitspraktiken als wichtige Technologien an; mehr als 30 Prozent sehen in Cloud- und mobilen Anwendungen eine treibende Kraft, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und über 40 Prozent bewerten das Management BPM als Schlüsseltechnologie im digitalen Unternehmen. Nun vermag es nicht zu überraschen, dass das Unternehmen eine eigene Studie veröffentlicht, in denen den eigenen Produkten eine hohe Zukunftsfähigkeit bescheinigt wird. Aber auch die Entwicklungen im bisherigen Geschäftsjahr lassen den Schluss zu, dass man bei der Software AG mit dem Themenkomplex Big Data auf der richtigen Spur ist.

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen. Das Unternehmen ist in die drei strategischen Geschäftsbereiche Enterprise Transaction Systems (ETS), Business Process Excellence (BPE) und IDS Scheer Consulting untergliedert. ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural.

Im Geschäftsbereich BPE ermöglicht die Software AG das softwaregestützte Steuern von Geschäftsprozessen in Unternehmen. Das geschieht zum einen auf Basis der webMethods-Produkte. Zu den webMethods-Technologien zählen Steuerungssoftware für serviceorientierte Architekturen (SOA Governance), Business Process Management (BPM), Business Activity Monitoring (BAM) sowie Enterprise Service Bus (ESB) und B2B (Business-to-Business)-Integrationstechnologie. 2013 wird eine neue Version von webMethods erwartet.

Der zweite Baustein im Geschäftsbereich BPE umfasst die Produktfamilie ARIS vom 2009 zugekauften Unternehmen IDS Scheer AG. Kernprodukt ist die ARIS Plattform for Process Excellence. Dieses besteht aus einem integrierten Lösungsportfolio für Strategie, Analyse, Design und Controlling von Geschäftsprozessen. 2013 wird eine neue Version von ARIS erwartet.

Im Geschäftsbereich IDS Scheer Consulting (IDSC) bietet die Software AG produktunabhängige Beratungsleistungen im Umfeld von Business Process Excellence, schwerpunktmäßig SAP-Beratungsleistungen. Man unterstützt Unternehmen bei der Optimierung ihrer strategischen Geschäfts- und Technologieinvestitionen.

Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software. Ende 2007 schluckte die Software AG die Softwaresparte von Jacada. Mitte 2009 übernahm die Software AG den Schweizer IT-Spezialisten Teconomic AG. Gleichzeitig übernahm die Software AG im Jahr 2009 Deutschlands drittgrößtes Softwarehaus IDS Scheer. Im Frühjahr 2010 wurde der CEP-Spezialist RTM Realtime Monitoring GmbH übernommen. In 2011 verstärkte sich die Software AG durch die Übernahme von Metismo und Terracotta. Anfang 2012 übernahm die Software AG den britischen Technologieanbieter my-Channels.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Seit 2008 vermarktet die Software AG seine Produkte direkt in Brasilien. Am 26. April 1999 ging die Software AG an die Börse und notiert heute im TecDAX. Die Software beschäftigte zuletzt mehr als 5.500 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 5.000 Kunden in über 70 Ländern. Die Software AG gehört zu 29 Prozent der Software AG Stiftung.

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