Software AG nimmt Infrastruktursoftwaremarkt ins Visier

Mittwoch, 9. Dezember 2009 14:26
Software AG

(IT-Times) - Deutschlands zweitgrößtes Softwarehaus, die Software AG (WKN: 330400), hat die Wirtschafts- und Finanzkrise vergleichsweise gut überstanden. Das Unternehmen hat früh auf Kostensenkungsmaßnahmen gesetzt und so seine Gewinnmargen stabil halten können. Dies zeigt sich auch in der Entwicklung des Aktienkurses, der allein seit Juli um rund 60 Prozent zulegte.

Im nächsten Jahr soll das eingeleitete Kostensenkungsprogramm zu Einsparungen im Volumen von rund 20 Mio. Euro führen, deutete Finanzvorstand Arnd Zinnhard jüngst gegenüber Euro am Sonntag an. Dabei sind die langfristigen Synergieeffekte, die durch den Zusammenschluss mit IDS Scheer entstehen, noch gar nicht berücksichtigt.

Software fokussiert sich auf Geschäftsprozesse
Die Übernahme von Teconomic und IDS Scheer stellt für die Software AG eine große Chance dar, auch wenn das Geschäft von IDS Scheer zuletzt keine so hohen Gewinnmargen abwarf. Durch den Zukauf verstärkt das deutsche Softwarehaus seinen Fokus stärker auf Geschäftsprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit der Analyse, Modellierung und Steuerung solcher Prozesse. Durch den Zukauf von Teconomic tun sich für die Software AG zudem neue Chancen auf dem europäischen Finanzmarkt für IT-Dienstleistungen auf, womit sich das Unternehmen ein zusätzliches Standbein geschaffen hat.

Daneben scheinen die jüngsten Zukäufe noch nicht das Ende der Fahnenstange. Jüngst deutete der Software AG-Vorstand Karl-Heinz Streibich weitere große Zukäufe an. Dies sei alle zwei bis drei Jahre denkbar, so der Manager gegenüber Dow Jones Newswires und dem TV-Sender Bloomberg. Ziel sei es dabei, sich im Geschäft mit Infrastruktursoftware zu verstärken und dabei die „kritische Masse“ zu erreichen, deutete der Manager an.

Konsolidierung im Bereich Infrastruktursoftware erwartet
Der Bereich Infrastruktursoftware ist nach wie vor recht dicht fragmentiert, wobei sich hier Anbieter wie Tibco Software, Pegasystems und andere Spezialisten wie Appian Corporation und Lombardi Software tummeln. Tibco Software wird dabei schon lange als Übernahmekandidat gehandelt, wobei sich das US-Softwarehaus allerdings erst selbst im August 2009 durch die Übernahme von DataSynapse verstärkt hat. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,5 Mrd. US-Dollar ist Tibco Software zudem nicht gerade ein Schnäppchen.

Interessanter scheint dagegen der US-Spezialist Appian Corporation. Der Softwarespezialist mit Hauptsitz in Resten/Virginia unterhält eine Niederlassung in England und sieht sich als einziger Anbieter, der mit Appian BPM eine 100% Web-basierte BPM-Plattform anbietet…

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Crossvision.

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Crossvision ist eine SOA-Suite, die XML (Extended Markup Language ist eine universale Datenbeschreibungssprache; Tamino XML Server ist eines der Hauptprodukte in diesem Bereich) und Prozessintegrationstechnologien (EntireX, ApplinX) miteinander kombiniert. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert das Unternehmen in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa und Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet. Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software. Ende 2007 schluckte die Software AG die Softwaresparte von Jacada. Mitte 2009 übernahm die Software AG den Schweizer IT-Spezialisten Teconomic AG. Gleichzeitig gab Software AG Mitte 2009 ein Übernahmeangebot für das Softwarehaus IDS Scheer ab, an welchem das Unternehmen zuletzt über 90 Prozent der Anteile hielt.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Seit 2008 vermarktet die Software AG seine Produkte direkt in Brasilien. Am 26. April 1999 ging die Software AG an die Börse und notiert heute im TecDAX. Das Unternehmen hat mehr als 2.700 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 4.000 Kunden in über 70 Ländern.

Zahlen

Der Umsatz der Software AG legte im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr von 180,1 Mio. Euro auf 214 Mio. Euro zu, was einer Steigerung um 19 Prozent entspricht. Im selben Zeitraum erhöhte sich der Produktumsatz um vier Prozent auf 143 Mio. Euro, im Bereich Beratung wurde mit 70 Mio. Euro ein Umsatzplus von 66 Prozent erzielt.

Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 16 Prozent von 48,7 Mio. Euro auf 56 Mio. Euro. Nach Steuern blieb der Software AG ein Gewinn in Höhe von 38 Mio., was einer Steigerung von 23 Prozent gegenüber den 31 Mio. Euro des Vorjahresquartals entspricht. Der Gewinn je Aktie kletterte entsprechend auf 1,35 Euro im Vergleich zu 1,08 Euro im Jahr zuvor. Mit 26,4 Prozent erreichte die EBIT-Marge im dritten Quartal 2009 nur knapp den Vorjahreswert von 27 Prozent, was einer Steigerung von 25 Prozent entspricht. Der Free Cash-Flow legte von 34,2 Mio. Euro auf 47 Mio. Euro zu.

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