Software AG: Brasilien-Strategie zahlt sich aus

Freitag, 5. September 2008 15:27
Software AG

(IT-TIMES) Erfreuliche Nachrichten für die Software AG (WKN: 330400). Hinter SAP das zweitgrößte deutsche Softwarehaus, hat sich die Software AG in dieser Woche einen lukrativen Auftrag in Brasilien geangelt. Damit profitiert das Unternehmen weiterhin von seiner strategischen Entscheidung, den wachsenden brasilianischen IT-Markt gezielt zu bedienen.

Größter Auftrag der Firmengeschichte

Der jüngst Deal wurde mit der Banco do Brasil über die Nutzung und Wartung von Softwareprodukten abgeschlossen. Das Auftragsvolumen gab die Software AG in dieser Woche mit 151,6 Mio. Real (rund 63,7 Mio. Euro) an. Der über die brasilianische Tochtergesellschaft abgewickelte Auftrag hat eine Laufzeit von viereinhalb Jahren und ist nach Angaben der Software AG der bisher größte der Firmengeschichte. Knapp drei Viertel des Umsatzes, der über die Laufzeit verteilt gebucht wird, entfällt auf Lizenzen, der übrige Umsatz wird über Wartung und Dienstleistungen reingeholt. Für das laufende Geschäftsjahr sollen nach Angaben der Software AG insgesamt 13,9 Mio. Euro gebucht werden, davon 10,3 Mio. Euro im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Der Vertrag steht noch, wie alle Aufträge der öffentlichen Hand in Brasilien, unter dem Vorbehalt, dass kein fristgerechter Einspruch von dritter Seite erfolgt.

Im Juli 2008 hatte die Software AG mitgeteilt, sich künftig stärker auf das Brasiliengeschäft konzentrieren zu wollen. Nach dem Direkteinstieg in den brasilianischen Softwaremarkt hegt die Software AG große Hoffnungen auf den größten Absatzmarkt in Lateinamerika. Das Unternehmen erwartet für das laufende Geschäftsjahr von dort einen Umsatzbeitrag von 20 Mio. bis 30 Mio. US-Dollar. Allein das Geschäft mit Mainframes ist seit dem Jahr 2003 um jährlich 27 Prozent gewachsen. Brasilien gilt inzwischen als einer der fünf größten Märkte für Großrechnersysteme. Zudem ist Brasilien als Öl-Nettoexporteur weniger vom stark gestiegenen Ölpreis betroffen, als andere Wirtschaftsregionen. Der brasilianische Markt könnte der Software AG helfen, das Umsatzziel von einer Mrd. US-Dollar in 2011 bereits früher zu erreichen, insbesondere dann, wenn es der Software AG gelingt, neben Brasilien auch in weiteren lateinamerikanischen Märkten Fuß zu fassen.

Integration von webMethods gelingt

Diese Erfolgsmeldungen scheinen zu untermauern, dass sich der Mut im letzten Jahr gelohnt hat, den US-amerikanischen SOA-Spezialisten webMethods zu übernehmen. Mit einem währungsbereinigtem Wachstum von 34 Prozent auf 76,7 Mio. Euro konnte webMethods die Markterwartungen mehr als erfüllen. Weitere Zukäufe sind allerdings erst einmal nicht geplant. Vielmehr will man sich nun auf den Umbau des Vertriebs und das Brasiliengeschäft konzentrieren.

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein international agierender Provider von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Crossvision.

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Crossvision ist eine SOA-Suite, die XML (Extended Markup Language ist eine universale Datenbeschreibungssprache; Tamino XML Server ist eines der Hauptprodukte in diesem Bereich) und Prozessintegrationstechnologien (EntireX, ApplinX) miteinander kombiniert. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert die Software AG in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa sowie Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet. Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der US-amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software. Ende 2007 schluckte die Software AG zudem die Softwaresparte von Jacada.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Seit 2008 vermarktet die Software AG ihre Produkte direkt in Brasilien. Am 26. April 1999 erfolgte der Börsengang der Software AG, die Papiere notieren heute im TecDAX. Das Unternehmen hat mehr als 2.700 Mitarbeiter und betreut mehr als 4.000 Kunden in über 70 Ländern.

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