Shanda Interactive hat die Konkurrenz weiter im Griff

Mittwoch, 27. Februar 2008 13:10
Shanda Interactive

(IT-Times) Wiederholt konnte der chinesische Online-Spielentwickler Shanda Interactive Entertainment (Nasdaq: SNDA, WKN: A0CAS4) seine Stärke unter Beweis stellen und trotz des zunehmenden Wettbewerbs Rekorderlöse ausweisen.

Das Geheimnis des Erfolgs sieht der visionäre Shanda-Lenker Tianqiao Chen in der eingeschlagenen Strategie, weniger auf Blockbuster-Titel, sondern eher auf ein ausgewogenes Spiele-Portfolio zu vertrauen. Also Masse statt Klasse soll für stetig sprudelnde Einnahmen und Gewinne sorgen. Diese Strategie ging bislang sehr gut auf, was auch die jüngsten Neuerscheinungen zeigen.

Die Shanda-Eigenentwicklung „World Hegemory“ sowie die die übernommene Aurora Technology (Feng Yun Online) waren ein Glücksgriff für das Unternehmen und steuerten im jüngsten Quartal maßgeblich zum Erfolg bei. Einziger Wehrmutstropfen waren die rückläufigen Durchschnittsumsätze pro Spieler. Diese fielen um 3,1 Prozent auf 57,8 RMB, was Shanda auf den Verwässerungseffekt durch die neuen Spiele zurückführt. Mit der wachsenden Nutzerzahlen der neuen Spiele dürfte jedoch auch diese Kennzahl wieder steigen, heißt es bei Shanda.

Shanda zündet Spiele-Feuerwerk
Auch für die nächsten Jahre scheint Shanda bereits bestens gerüstet. Insgesamt will das Unternehmen in den nächsten zwei bis drei Jahren mehr als 20 Online-Spiele in den chinesischen Markt drücken. Die Hälfte dieser Titel will man in Eigenregie entwickeln, die andere Hälfte will man von Drittanbietern lizenzieren.

Besonders viel versprechend sieht die Spiele-Pipeline dann auch für 2008 aus. So sind nicht weniger als acht neue MMORPG-Titel und sechs traditionelle Spiele geplant. Schon im ersten Quartal 2008 will man mit Erweiterungen für die Spiele Mir II, World of Legend, The Age, Latale, Ragnarok, Archlord und FengYun Online die Spieler weiter bei Laune halten.

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Blockbuster-Titel im Anmarsch: Changchun Online

Große Hoffnungen hegt das Unternehmen auf das von Actoz entwickelte MMORPG „Changchun Online“. Das Online-Rollenspiel mit Blockbuster-Potential hat bereits jetzt das Interesse zahlreicher Spieler auf sich gezogen. Für die 10.000 Beta-Accounts bewarben sich nicht weniger als über 860.000 Spieler. Im zweiten Quartal soll die Open-Beta starten, wobei die Kommerzialisierung von „Changchun“ dann auf dem Fuß folgen soll…

Kurzportrait

Shanda Interactive Entertainment Networks, ansässig in Schanghai, gilt als der marktführende Online-Spieleentwickler in China. Shanda entwickelt seine Spiele nicht nur in seinen eigenen Studios, sondern lizenziert auch Spiele von Drittanbietern. Das Unternehmen hat sich dabei vor allem auf die Vermarktung von so genannten Multiplayer Online-Role-Playing-Games (MMORPGs) spezialsiert. Zu den populärsten Shanda-Spielen gehören das von Actoz lizenzierte Online-Rollenspiel „The Legend of Mir II“ und das im eigenen Haus entwickelte Online-Spiel „World of Legend“ (Wool). Neben Adventures und Online-Rollenspiele bietet Shanda auch Action, Brett- und Arcade-Spiele an, die auch von der breiten Masse der Kunden angenommen werden. Insgesamt verzeichnet Shanda nach eigenen Angaben nach rund 3,5 Mio. registrierte Nutzer. Inzwischen hat Shanda mit „ArchLord“ und „Dungeons and Dragons Online“, „LaTale“, „Chungchun“, „Thales Runner“, „AION: Tower of Eternity“, „Dragon Nest“, „Atrix“ und „Lazeska“ weitere Online-Rollenspiele lizenziert.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Shanda vor allem durch Firmenzukäufe. Nachdem das Unternehmen zunächst die Mehrheit beim chinesischen Spieleentwickler Shenzhen Fenglin Haoshan übernahm, beteiligte sich Shanda mit 35 Prozent an dem in Beijing ansässigen Spieleentwickler Digital-Red. Ende Juli 2004 übernahm Shanda dann die Mehrheit bei Haofang Online Information Technology, dem größten chinesischen PC-Spielenetzwerk. Im August folgte dann die Übernahme des Online-Spielespezialisten Hangzhou Bianfeng Software Technology. Biafeng hat sich insbesondere auf die Entwicklung von Schach- und Brettspielen spezialisiert. Anschließend übernahm Shanda die restlichen Anteile an Digital-Red Mobile Software, einem der führenden Entwickler von Handy-Spielen. Ende 2004 erwarb Shanda Interactive 29 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Rivalen Actoz Soft. Inzwischen hat Shanda seine Beteiligung an den Südkoreanern auf über 50 Prozent ausgebaut und kontrolliert den Aufsichtsrat der Südkoreaner. Gleichzeitig übernahm man auch Online-Literaturseite Rongshuxia.com. Mitte 2007 folgte die Übernahme des Spieleanbieters Aurora Technology Development.

Die chinesische Medienfirma Skyline Media Ltd, welche von Shanda-Firmenchef und Chairman Chen Tianqiao geleitet wird, hält 60 Prozent der Anteile an Shanda Interactive. Daneben sind auch Softbank und der US-Netzwerkgigant Cisco Systems an Shanda beteiligt. In 2005 beteiligte sich Shanda mit 19,5 Prozent an Chinas zweitgrößtem Internet-Portal Sina. Anfang 2007 reduzierte Shanda seine Sina-Beteiligung auf nur mehr 3,9 Prozent. Bereits Ende 2005 übernahm Shanda die Online-Spieleplattform Gametea. Zuletzt gründete Shanda ein Joint Venture mit dem südkoreanischen MMORPG-Entwickler NCsoft, um Online-Spiele in China zu vermarkten.

Zahlen

Im vierten Quartal 2007 konnte Shanda Interactive den Umsatz auf 714,2 Mio. Renmimbi (RMB) ausweiten. Dies entspricht 97,8 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 51,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dabei konnte Shanda einen Gewinn von 292,6 Mio. RMB bzw. 40,1 Mio. Dollar oder 54 US-Cent je ADS-Aktie realisieren, nach einem Plus von 240,3 Mio. RMB im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Einmalfaktoren ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 4,20 RMB bzw. 0,58 Dollar je ADS-Aktie, womit Shanda die Markterwartungen erheblich übertreffen konnte.

Meldung gespeichert unter: Shanda Interactive

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