Seagate vor schwierigem Jahr 2013 - Analysten erwarten Marktanteilsverluste

Festplattenindustrie vor weiterem Konsolidierungsjahr

Donnerstag, 13. Dezember 2012 14:20
Seagate Technology Public Limited Co.

(IT-Times) - Die Aktien des führenden Festplattenherstellers Seagate Technology gaben zuletzt deutlich nach, nachdem die US-Investmentbanker aus dem Hause JP Morgan Seagate-Aktien auf "untergewichten" zurückstuften.

Seagate hatte zwar seine Bardividende zuletzt um 19 Prozent auf 0,38 Dollar je Aktie erhöht, dennoch sind die Aussichten für die Festplattenindustrie nach wie vor alles andere als rosig. Der Grund: Der schrumpfte PC-Markt und der intensive Wettbewerb dürfte weiter auf die Festplattenpreise und damit auf die Gewinnmargen von Seagate drücken, glaubt JP Morgan Banker Mark Moskowitz.

Festplattenindustrie vor Rückgang - Seagate muss um Marktanteile bangen
Zudem dürften die Auslieferzahlen in 2013 weiter zurückgehen. In 2013 rechnen die Analysten mit einem Rückgang der HDD-Auslieferzahlen um 1,5 Prozent, nachdem die Analysten zuvor noch ein Auslieferplus von 2,4 Prozent prognostiziert hatten.

Insgesamt dürften in 2013 rund 575,7 Millionen Festplatten zur Auslieferung kommen, nachdem die Analysten zuvor mit 599,6 Millionen verkauften Einheiten gerechnet hatten. Ein weiteres Problem für Seagate Technology (Nasdaq: STX, WKN: A1C08F) ist, dass traditionelle HDD-Laufwerke zunehmend durch Solid-State-Drives (SSD) in Notebooks ersetzt werden.

Die Marktforscher aus dem Hause IDC gehen davon aus, dass der Markt für SSD-Laufwerke nachdem Rekordjahr 2011 weiter kräftig wachsen und die Auslieferzahlen in den nächsten Jahren bis 2015 im Schnitt um jährlich 51,5 Prozent zulegen werden.

Die JP Morgan Banker erwarten daher, dass Seagate möglicherweise sowohl im Firmenkunden-Markt, als auch bei HDDs für Notebooks Marktanteile verlieren wird, nachdem entsprechende Abkommen mit OEM-Hersteller in den nächsten sechs bis zwölf Monaten auslaufen.

Seagate stärkt Consumer-Bereich
Um sich breiter aufzustellen hat sich Seagate zuletzt durch die mehrheitliche Übernahme des französischen Speicherprodukt-Herstellers LaCie für 186 Mio. Dollar verstärkt.

Mit dem Zukauf will Seagate stärker im Consumer Speichermarkt in Europa und Japan Fuß fassen.

Kurzportrait

Die ursprünglich im kalifornischen Scotts Valley beheimatete und inzwischen in Irland ansässige Seagate Technology gilt als einer der führenden Festplattenhersteller weltweit. Die Laufwerke der Gesellschaft finden sich aber nicht nur in Desktop-PCs, sondern auch in Notebook-, Server-, Workstation- und Mainframe-Systeme sowie in Mobile-Computer und Handhelds wieder.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller wie Dell, EMC, Hewlett-Packard, IBM und Sun Microsystems. Daneben unterhält Seagate aber auch Schlüsselpartnerschaften mit Vertriebshändlern und Systemintegratoren auf der ganzen Welt. Das Geschäft mit OEM-Hersteller steuerte zuletzt weiterhin mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz bei. Die Wirtschaftsregion rund um Nordamerika zeichnete für rund ein Drittel Prozent der Gesamterlöse verantwortlich. Europäische Kunden trugen zuletzt rund ein Viertel der Gesamtumsätze, während Asien mit über 40 Prozent Umsatzanteil für Seagate die wichtigste Wirtschaftsregion ist.

Zu den Kernprodukten des Unternehmens gehören unter anderem die Produktfamilien Cheetah, Savvio und Barracuda. Während Cheetah-Laufwerke überwiegend in E-Commerce Servern, Mainframe-Computern bzw. Super-Computern zum Einsatz kommen, ist die Savvio-Produktfamilie für den Einsatz bei großen Unternehmen konzipiert. Die U-Serie X- und Barracuda-Laufwerke sind insbesondere für den Einsatz in Desktop-Rechnern, Workstations und low-end Server bestimmt.

Ende 2005 gab Seagate die Übernahme des Rivalen Maxtor für rund 1,9 Mrd. US-Dollar bekannt. Seagate schluckte damit die Nummer drei der Branche, womit das Unternehmen seine marktführende Position weiter ausbaut. Anfang 2006 übernahm Seagate zudem das Software-Startup Mirra. Ende 2006 schluckte Seagate den Backup-Spezialisten EVault. Auch der Softwareprovider MetaLINCS wurde übernommen. Im Frühjahr 2011 kaufte Seagate das Festplattengeschäft des Konkurrenten Samsung für rund 1,4 Mrd. Dollar. Als Teils des Deals wird Samsung künftig 9,6 Prozent der Anteile an Seagate halten. Im August 2012 erwarb Seagate 64,5 Prozent der Anteile am französischen Speicherprodukthersteller LaCie.

Nach der Privatisierung im Jahr 2000, sind die US-Beteiligungsgesellschaften Silver Lake Partners und Texas Pacific Group heute noch an dem weltgrößten Festplattenhersteller beteiligt.

Zahlen

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