Phoenix Solar blickt Subventionskürzung gelassen entgegen

Montag, 12. Juli 2010 13:55
Phoenix Solar

(IT-Times) - Das deutsche Photovoltaik-Systemhaus Phoenix Solar AG (WKN: A0BVU9) überraschte zuletzt trotz der beschlossenen Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom mit einem positiven Umsatz- und Gewinnausblick. Das Unternehmen geht für 2010 nun von einem Umsatz zwischen 660 Mio. bis 700 Mio. Euro aus. Beim EBIT peilt das Unternehmen nunmehr einen Wert von 36 Mio. bis 40 Mio. Euro an.

Im ersten Halbjahr 2010 dürfte Phoenix Solar noch von Vorzieheffekten profitiert haben, nachdem sich viele Kunden noch die bisherigen Tarife für die Einspeisung von Solarstrom sichern wollten. Die hohe Nachfrage hat wiederum für Lieferengpässe bei bestimmten Komponenten wie bei Wechselrichtern gesorgt, wovon auch Unternehmen wie Phoenix Solar betroffen waren. Der Lieferengpass könnte sich im zweiten Halbjahr möglicherweise entspannen, glaubt man beim Wechselrichter-Marktführer SMA Solar.

Solarstromförderung soll bis 1.1.2012 um 50 Prozentpunkte sinken
Während die Hersteller ihre Produktion hochfahren, dürfte die Nachfrage nach PV-Produkten im zweiten Halbjahr sinken. Hintergrund ist die nunmehr beschlossene Absenkung der Solarstromförderung, wodurch rückwirkend zum 1. Juli 2010 die Fördersätze zunächst um bis zu 13 Prozent sinken. Im Oktober soll eine weitere Rückführung von drei Prozent in Kraft treten, während am 1. Januar 2011 eine weitere Förderkürzung von bis zu 13 Prozent ansteht. Ein Jahr später ist dann eine weitere Senkung der Zuschüsse um bis zu 21 Prozent vorgesehen. Die konkrete Absenkung der Subventionen, soll sich dabei am Marktwachstum orientieren, heißt es beim Branchenverband BSW-Solar.

Der Verband hatte in den vergangenen Monaten immer wieder heftig die geplante drastische Rückführung der Einspeisevergütung kritisiert. Bei BSW-Solar geht man nunmehr davon aus, dass die deutsche Solarbranche vor einer großen Herausforderung steht und ihre Kosten weiter senken muss.

Auslandsumsatzanteil soll kräftig steigen
Etwas gelassener blickt dagegen Phoenix Solar Vorstandschef Andreas Hänel in die Zukunft. Der Top-Manager hält das neue Gesetz gegenüber der Börsen-Zeitung grundsätzlich für in Ordnung, da das Geschäft mit Dachanlagen von der Änderung des EE-Gesetzes kaum betroffen sein dürfte.

Für diesen Geschäftsbereich prüft das Unternehmen derzeit den Aufbau eines eigenen Geschäftsbereichs, könnte in Zukunft vor allem das Thema Eigenverbrauch an Bedeutung gewinnen. Zudem erwirtschaftet Phoenix Solar immer mehr Umsatzanteile im Ausland - waren es im ersten Quartal 2010 etwa neun Prozent, sollen in diesem Jahr bereits 20 Prozent der Erlöse im Ausland erwirtschaftet werden…

Kurzportrait

Die bei Sulzemoos bei München ansässige und im Jahr 1999 gegründete Phoenix Solar AG trat ursprünglich unter dem Namen Phönix SonnenStrom AG auf. Seit Mitte 2007 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Phoenix Solar AG.

Das Unternehmen ging im Jahr 1994 aus der Solarinitiative des Bundes der Energieverbraucher e.V. hervor. Zunächst beschränkte sich das Unternehmen nur auf die Vermarktung von thermischen Solaranlagen zur Brauch- und Trinkwassererwärmung. Heute entwickelt, produziert und vertreibt Phoenix Solar Photovoltaik-Großkraftwerke und ist zudem Fachhändler für Photovoltaikanlagen, Solarmodule, Wechselrichter und Zubehörprodukte. Dabei vermarktet das Unternehmen sämtliche Modultechniken (monokristallin, polykristallin, Dünnschicht) der größten Hersteller weltweit. Gleichzeitig erweiterte Phoenix seine Produktpalette um CIGS-Dünnschichtmodule.

Als führend sieht sich das Unternehmen dann auch im Bereich der Photovoltaik-Systemtechnik. Hier ist das Unternehmen unter anderem mit seinem eigens entwickelten Montagesystem TectoSun vertreten. Phoenix Solar will dabei die Systemkosten in den nächsten Jahren konsequent senken.

Um seine Produkte zu vermarkten, ist das Unternehmen an mehreren Standorten in Deutschland vor Ort präsent. So betreibt das Unternehmen Tochtergesellschaften in Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich, Singapur und Australien. So hält das Unternehmen 95 Prozent der Anteile an der spanischen Tochter Phoenix Solar, Madrid. In Italien ist Phoenix Solar über die Einheit Renewable Energies Development 2002 vertreten, an der Phoenix 49 Prozent der Anteile hält. In Asien ist das Unternehmen über die Tochter Phoenix Solar Pte (Singapur) am Start, an der das Unternehmen eine Beteiligung von 75 Prozent hält. Über seine Tochter in Singapur will das Unternehmen insbesondere in den Boommärkten China, Indien und in Thailand Fuß fassen. Mitte 2008 stockte Phoenix Solar seine Beteiligung an der italienischen RED 2002 Srl von 49 auf 100 Prozent auf. Anfang 2009 verstärkte sich Phoenix Solar durch die Übernahme der italienischen Scarlatti Srl. Gleichzeitig wurde die Fusion mit der Phoenix Solar Energy Investments AG abgeschlossen. Seit Ende 2009 ist Phoenix Solar auch mit einer Niederlassung (Phoenix Solar L.L.C) im Sultanat Oman vertreten. An der Tochter Phoenix Solar L.L.C hält Phoenix Solar 70 Prozent der Anteile.

Hauptlieferanten des Unternehmens sind insbesondere First Solar und die Signet Solar GmbH. Weitere Partnerschaften bestehen unter anderem mit der KG Allgemeine Leasing (Vertrieb). Waren Phoenix Solar-Aktien bislang nur im amtlichen Handel der Frankfurter Börse (Prime Standard) notiert, sind die Papiere inzwischen im TecDax vertreten.

Zahlen

Phoenix Solar setzte im vergangenen ersten Quartal 2010 mit 80,4 Mio. Euro deutlich mehr um, als im Vorjahreszeitraum (36,7 Mio. Euro). Davon wurden 66,9 Prozent im Bereich Komponenten & Systeme verbucht, weitere 33,1 Prozent wurden im Bereich Kraftwerke erzielt. Der Auslandsanteil an den Umsatzerlösen betrug 9,1 Prozent (2009: 5,4 Prozent).

Meldung gespeichert unter: Phoenix Solar

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