Nokia mit Fortschritten - Durchbruch lässt weiter auf sich warten

Lumia-Verkäufe sorgen für Hoffnung

Montag, 22. Juli 2013 14:23
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(IT-Times) - Die finnische Nokia kämpft weiter um Anschluss im Smartphone-Markt. Im jüngsten Quartal konnte Nokia zwar 7,4 Millionen Lumia-Smartphones verkaufen, was einen Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr beutete. Allerdings blieben die Finnen auch im jüngsten Quartal weiter in der Verlustzone.

Die Handy-Sparte verlor im jüngsten Quartal 33 Mio. Euro bei einem Umsatz von 2,72 Mrd. Euro, ein Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kopfzerbrechen bereitet den Finnen weiterhin das Geschäft in China und vor allem der wichtige Markt in Nordamerika.

Während das Absatzvolumen in China um 48 Prozent schrumpfte, konnte Nokia (WKN: 870737) in den USA gerade einmal rund 500.000 Geräte absetzen. Im Vorquartal konnte Nokia in den USA noch rund 600.000 Geräte verkaufen.

Nokia will in den USA nicht aufgeben
Trotz des Misserfolgs will Nokia am US-Markt weiter festhalten. Nokia CEO Stephen Elop stellte dann auch schnell klar, dass Nokia keine Pläne verfolgt, aus dem US-Markt auszusteigen.

Nokia hofft nunmehr auf sein neues Lumia 1020, ein Windows Phone 8-basiertes Smartphone mit einem 4,5-Zoll großen Display und einer 41-Megapixel-Kamera. Die high-end Kamera soll neue Konsumenten locken, hofft man bei Nokia. AT&T CEO Ralph de la Vega hat bereits angekündigt, dass AT&T das neue Nokia-Flagschiff ab dem 26. Juli verkaufen wird. Das Lumia 1020 soll in den USA mit einem 2-Jahresvertrag 299 US-Dollar kosten.

Windows Phone Telefone sollen günstiger werden
Darüber hinaus will Nokia im Markt für Telefone bis zu 100 US-Dollar stärker Fuß fassen. Hierfür hat Nokia das Asha 501 in Stellung gebracht. Das Asha 501, welches vor wenigen Wochen in Asien auf den Markt gekommen ist, hat sich bisher gut in Indien, Thailand und Vietnam entwickelt, so Elop.

In China, Indien und Nigeria würde Nokia ebenfalls für viel Begeisterung unter den Konsumenten sorgen, so Elop. Mit dem Nokia 207 und dem Nokia 208 adressiert Nokia insbesondere den Markt für bis zu 70 US-Dollar teuere Geräte.

Zudem deutete Elop an, dass Windows Phone Telefone künftig noch günstiger werden. Man werde die Preisgrenze für Windows Phone Telefone noch tiefer setzen, so der Nokia-Manager.

Das billigste Nokia Smartphone ist bislang das Nokia 520, welches Nokia für 139 Euro (180 US-Dollar) anbietet. Dies dürfte auch einer der Gründe sein, warum das Nokia 520 das inzwischen populärste Windows Phone ist (Quelle: AdDublex).

Ruf nach Android-Telefonen wird lauter
Noch aber ist Nokia nicht über den Berg. Trotz der neuerlichen Bekenntnis zu Windows Phone als Exklusiv-Plattform für den Smartphone-Markt, steigt der Druck auf Nokia-Chef Stephen Elop, auch andere Plattformen wie Android in Erwägung zu ziehen, wollen die Finnen eine nachhaltige Trendwende im Smartphone-Geschäft schaffen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1865 gegründete und im finnischen Espoo ansässige Nokia stellte nach seiner Gründung ursprünglich Papier her. In den späteren Jahren machte sich Nokia als Hersteller von Gummistiefeln einen Namen. Erst im Jahre 1960 wandte sich Nokia den modernen Kommunikationstechniken zu. In den 80er Jahren stellte das Unternehmen dann elektronische Komponenten und ganze Computer her. Im Jahre 1987 folgte schließlich mit der Entwicklung von Mobilfunktelefonen der Durchbruch und der Beginn einer neuen Ära. Heute besitzt das Unternehmen mehr als 30.000 Patente im Mobilfunkbereich.

Das Unternehmen ist heute in drei wesentliche Kerngeschäftsbereiche unterteilt: Devices and Services, Navteq und der Netzwerksparte (Nokia Siemens Networks).

Nokia erregte in den vergangenen Jahren auch Aufmerksamkeit durch seine Expansion im Netzwerkbereich und entsprechende Firmenzukäufe. So kaufte Nokia unter anderem den GPS- und Kartenspezialisten Navteq im Rahmen einer Milliardentransaktion. Ende 2007 schloss man die Übernahme der Internettauschbörse Avvenu ab. Mitte 2008 kaufte Nokia auch die restlichen Anteile an dem britischen Mobile-Softwarehersteller Symbian. Daneben wurde auch die Übernahme des Softwarespezialisten Trolltech erfolgreich abgeschlossen. Mitte 2010 übernahm NSN die Netzwerkausrüstungssparte von Motorola. Mitte 2010 wurde zudem die Modemsparte (Wireless Modem) veräußert. Mitte 2011 trennte sich Nokia von seiner Operator Branded Messaging-Sparte (OBM). Gemeinsam mit der Siemens AG betreibt Nokia das 50:50 Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN).

Gleichzeitig verkaufte NSN seine Breitband-Festnetzsparte. Mitte 2012 trennte sich Nokia von seiner Luxus-Marke Vertu. Gleichzeitig wurde der Imaging-Spezialisten Scalado übernommen. Im Herbst 2012 kaufte Nokia ein Patentportfolio bestehend aus 500 Patenten und Patentanträgen an Vringo. Zudem wurde Ende 2012 der Kartenspezialist earthmine übernommen. Ende 2012 brachte Nokia seinen eigenen digitalen Kartenservice Here.net an den Start.

Mit seiner eigenen Internet-Plattform Ovi will Nokia im weltweiten Datennetz stärker Fuß fassen. Anfang 2011 schloss Nokia eine Kooperation mit Microsoft, womit Windows Phone zur Hauptplattform im Smartphone-Bereich aufsteigen soll. In diesem Bereich hofft Nokia mit seinen Windows Phone-basierten Lumia-Modellen auf einen Durchbruch.

Meldung gespeichert unter: Nokia

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