Nintendo setzt auf den 3D-Boom

Mittwoch, 31. März 2010 13:19
Nintendo

(IT-Times) - Seit Anfang März verkauft Nintendo Co Ltd (WKN: 864009) seine neue Handheld-Konsole Nintendo DSi XL in Deutschland, nachdem die Weiterentwicklung der DS bereits seit Ende 2009 in Japan auf den Markt ist. Der japanische Konsolenhersteller versucht damit der Konkurrenz durch neue Smartphones entgegen zu treten, die zunehmend in dem von Nintendo dominierten Spielesegment wildern.

Nintendo verliert Marktanteile an Apple
Allen voran Apple mit seinem iPhone. iPhone-Nutzer laden längst nicht mehr nur Softwareanwendungen und Musik aus dem iTunes Store, sondern inzwischen auch immer mehr Spiele. Über den iTunes Store werden mittlerweile mehr als 30.000 verschiedene Games für das iPhone und den iPod Touch angeboten, so die Marktforscher aus dem Hause Flurry.

Im Vorjahr konnte Apple nach Angaben von Flurry seinen Marktanteil im portablen Spielemarkt von fünf auf stolze 19 Prozent ausbauen, während Nintendos Marktanteil hier um Prozentpunkte zurückging.

Nintendo will sich mit 3D-Technik von der Konkurrenz absetzen
Mit der neuen 3D-Konsole Nintendo 3DS, die bis März 2011 auf den Markt kommen soll, will Nintendo auf den 3D-Zug aufspringen, nachdem sich heute schon 3D-Filme wie „Avatar“ großer Beliebtheit erfreuen. Eine spezielle 3D-Brille sei nicht erforderlich, um den 3D-Effekt genießen zu können, heißt es bei Nintendo. Die neue 3DS-Konsole soll zudem abwärtskompatibel sein, wodurch ältere Spiele auf der neuen Konsole lauffähig sein sollen, verspricht Nintendo.

Industrie- und Marktbeobachter trauen der neuen 3DS-Konsole durchaus Potential zu, können sich die Japaner damit stärker gegen Wettbewerber, insbesondere aus dem Smartphone-Lager, stärker abheben. Allerdings plant auch die Konkurrenz ähnliche Vorstöße. So will Sony eine 3D-Version seiner PS3 auf den Markt bringen, nachdem die Japaner im Sommer dieses Jahres einen 3D-Fernseher aus der Bravia-Linie vorstellen wollen. Auch bei Microsoft verfolgt man ähnliche Pläne, wonach die Xbox 360 bereits entsprechend ausgestattet sei, um auch 3D-Spiele handeln zu können, heißt es aus Redmond.

Tatsächlich dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die 3D-Technik Einzug in den Spielebereich halten wird. Die Marktforscher aus dem Hause iSuppli sehen dabei einen direkten Zusammenhang mit 3D-Fernseher. Sollte sich diese neue Geräte-Generation auf dem Massenmarkt durchsetzen, dürfte auch der 3D-Spielemarkt abheben, glauben die Analysten…

Kurzportrait

Die im japanischen Kyoto ansässige Nintendo Co Ltd. gilt nicht nur als eine der ältesten, sondern auch als eine der erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Konsolenspiele. Nintendo zeichnet für so bekannte Marken wie dem Game Boy, sowie die Charaktere Super Mario, Donkey Kong und Pokémon verantwortlich. Insgesamt verkaufte Nintendo inzwischen mehr 460 Mio. Hardware-Systeme und über 2,2 Mrd. Softwaretitel weltweit.

Erstmals tauchte der Name Nintendo im Jahre 1933 auf, als die Yamauchi Nintendo & Co gegründet wurde. Die Umbenennung in Nintendo erfolgte dann im Jahr 1963 als das Unternehmen nicht nur Spielekarten, sondern auch ganze Spiele zu produzieren begann. Der Durchbruch gelang dem Unternehmen im Jahr 1989 als Nintendo mit dem Game Boy den erfolgreichsten Taschenspiel-Computer auf den Markt brachte. Der Game Boy schlug so gewaltig am Markt ein, so dass Nintendo im Jahr 2000 bereits mehr als 100 Mio. verkaufte Einheiten melden konnte.

Die Einführung der Nintendo 64 im Jahre 1996 und des Nintendo GameCube im Jahr 2004 waren anschließend die weiteren Meilensteine in der Firmengeschichte der Japaner. Mit der Einführung der portablen Konsole Nintendo DS gelang den Japanern im Jahr 2004 erneut ein Überraschungserfolg. Ebenso überraschend schlug auch die aktuelle Konsole der Japaner, die Nintendo Wii, am Markt ein. Nachdem die Wii im Herbst 2006 auf den Markt kam, setzte sich Nintendo damit innerhalb weniger Monate an die Spitze der Verkaufscharts. Inzwischen steht mit der Nintendo DSi der Nachfolger der portablen Spielekonsole in den Startlöchern. Die Nintendo DS verkaufte sich inzwischen mehr als 100 Mio. Mal weltweit.

Insgesamt operiert Nintendo heute aus zwei Geschäftsbereichen heraus. Der Freizeit-Equipment-Bereich umfasst das Segment mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von portablen und nicht portablen Konsolen sowie Spiele für diese Konsolen-Systeme. Der zweite Geschäftsbereich beschäftigt sich vornehmlich mit dem Verkauf von Poker- und Karuta-Karten sowie der Vermarktung von Pokèmon-Produkten und dem damit verbundenen geistigem Eigentum. Nintendo unterhält weltweit 21 Tochterfirmen, darunter auch die US-Tochter Nintendo of America.

Zahlen

Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2009/2010 meldete Nintendo einen Umsatz von 1,18 Billionen Japanischen Yen. Im Vorjahr konnte man indessen noch 1,53 Billionen Yen verbuchen. Das operative Ergebnis verringerte sich von 501,33 Mrd. Yen auf nunmehr 296,65 Mrd. Yen. Nachsteuerlich kam so ein Wert von 192,60 Mrd. Yen zusammen, in den ersten neun Monaten 2008/2009 waren es noch 212,52 Mrd. Yen.

In den vergangenen neun Monaten konnte Nintendo rund 17 Millionen Wii-Konsolen zur Auslieferung bringen, nach 20 Millionen verkauften Einheiten im Vorjahreszeitraum. Im Zusammenhang mit seiner Nintendo DS-Konsole konnte das Unternehmen 23,35 Millionen Geräte verkaufen, nach 25,6 Millionen Einheiten im Vorjahresvergleich.

Meldung gespeichert unter: Nintendo

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