IDS Scheer verschafft sich noch mal Luft

Dienstag, 5. August 2008 12:45
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(IT-Times) Deutschlands drittgrößter Softwareanbieter, die IDS Scheer AG (WKN: 625700), konnte im jüngsten Quartal trotz eines verhaltenen Wachstums überzeugen, nachdem der operative Gewinn (EBITA) gegenüber dem ersten Quartal um 85 Prozent zulegte. Zugleich bekräftigte IDS Scheer trotz der schwierigen Konjunkturlage seine Prognosen für das laufende Gesamtjahr.

Dennoch sieht sich IDS Scheer noch lange nicht über den Berg. Das Produkt- und Lizenzgeschäft schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent. Das Lizenzgeschäft ist für Softwarefirmen von hoher Bedeutung, ist dieses Geschäft ein wichtiger Indikator für das künftige Service- und Wartungsgeschäft. CEO Thomas Volk erklärt diese Entwicklung mit den ungewöhnlich hohen Lizenzumsätzen im Vorjahr, so dass sich im Vergleich zu den jetzigen Zahlen ein Rückgang ergeben hat.

Doch Analysten, wie die Experten von Close Brothers Seydler Research, sehen nach wie vor einige Baustellen bei IDS Scheer. Die Analysten verweisen auf die enttäuschende Entwicklung in Nord- und Südamerika sowie im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum. Zudem sei die EBITDA-Marge im wichtigen deutschsprachigen Raum von 17,5 auf 10,3 Prozent eingebrochen, schreiben die Analysten.

Nach einer Gewinnwarnung im April hatte IDS Scheer ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, wonach Marketingaktivitäten neu geordnet und Kosten gesenkt werden sollen. Ob dies allein reicht, um die Selbständigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern, bleibt fraglich. Wie IT-Times bereits im März berichtet hatte, droht das Unternehmen zum Übernahmekandidaten und ein Opfer der Konsolidierungsphase in der Softwareindustrie zu werden.

Bietet SAP 10,50 Euro für IDS Scheer Aktien?
Bereits im Frühjahr wurde das Walldorfer Softwarehaus SAP als Übernahmeinteressent für IDS Scheer in Verbindung gebracht. Dies scheint sich nunmehr zu bestätigen. Während Unternehmensgründer August-Wilhelm Scheer, der nach wie vor 41 Prozent an dem Softwarehaus hält, derzeit noch abwiegelt und seine Beteiligung nicht verkaufen will, kursieren am Markt Gerüchte, wonach SAP 10,50 Euro je IDS Scheer Aktie bieten will.

Bei SAP wollte man sich zu den Spekulationen bislang nicht äußern. SAP-Lenker Leo Apotheker verwies lediglich darauf, dass man die Gerüchte nicht kommentieren könne und das SAP in erster Linie ein Softwarehaus sei. Ein klares Dementi hört sich jedoch anders an, zumal SAP an seinem Ziel von 100.000 Firmenkunden im Jahr 2010 trotz Konjunkturflaute weiter festhalten will und sich die Übernahme von Business Objects als Glücksgriff erwiesen hat…

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 von August-Wilhelm Scheer gegründete und in Saarbrücken ansässige IDS Scheer AG sieht sich als weltweiter Marktführer im Bereich Business Process Management (BPM). Das Unternehmen hat sich dabei auf die Optimierung von Geschäftsprozessen in Firmen und Behörden konzentriert.

Flagschiffprodukt des Unternehmens ist die ARIS Plattform. Über dieses Produkt bietet IDS Scheer ein integriertes Lösungspaket bestehend aus Strategie, Design, Implementierung und Controlling der einzelnen Geschäftsprozesse an. Basis für die ARIS Plattform bildete das sogenannte Y-Modell, welches auch heute noch im Firmenlogo des Unternehmens enthalten ist. Das Y-Modell ist ein Referenzmodell, mit dessen Hilfe Geschäftsabläufe identifiziert und klassifiziert werden.

Neben Softwareprodukten bietet IDS Scheer auch Beratung über seine Consulting-Einheit an. Die Mehrheit seines Umsatzes erzielt IDS Scheer in den drei Ländern Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Um seine Produkte optimal für seine Kunden abzustimmen, arbeitet IDS Scheer mit zahlreichen Technologiepartnern zusammen. Zu den namhaften Partnern zählen unter anderem die SAP AG, Oracle, Microsoft, Tibco, sowie Fujitsu, BMC Software und Hewlett-Packard.

Insgesamt betreut die IDS Scheer heute mit rund 2.800 Mitarbeitern rund 6.000 Kunden in über 70 Ländern weltweit. Zu den namhaften Kunden der Gesellschaft zählen unter anderem Audi, die Deutsche Post, Villeroy & Boch, Henkel und Infineon. IDS Scheer ist nach der SAP AG und der Software AG Deutschlands drittgrößter Softwarehersteller.

Zahlen

IDS Scheer konnte im zweiten Quartal 2008 einen Umsatz in Höhe von 102,09 Mio. Euro erwirtschaften. Im Vergleichsquartal 2007 waren dies 99,596 Mio. Euro gewesen. Das Bruttoergebnis belief sich in 2008 auf 36,82 Mio. Euro im Vergleich zu 36,50 Mio. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis war hingegen rückläufig. Statt der 9,51 Mio. Euro, die im zweiten Quartal 2007 verzeichnet worden waren, belief sich das operative Ergebnis in 2008 auf 7,14 Mio. Euro. Der Konzernüberschuss sank von 6,32 Mio. Euro im zweiten Quartal 2007 auf 5,19 Mio. Euro in 2008. Das entspricht einem verwässerten Ergebnis pro Aktie von 0,15 Euro in 2008 und 0,18 Euro in 2007.

Meldung gespeichert unter: Software AG

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