Hewlett-Packard wandelt sich zum IT-Serviceanbieter

Cloud Services und 3D-Drucker als Wachstumschance

Freitag, 29. November 2013 13:26
Hewlett Packard (HP)

(IT-Times) - Der PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) ist wieder da. Der Turnaround scheint auf Kurs und in den nächsten Jahren seine volle Wirkung entfalten. Die Wall Street belohnt den eingeschlagenen Kurs von HP-Chefin Meg Whitman mit Vorschusslorbeeren. Der HP-Aktienkurs kletterte zuletzt in New York unter hohen Umsätzen um mehr als neun Prozent.

HP-Chefin Meg Whitman, die im Jahr 2011 angetreten war, um den angeschlagenen US-Technologiekonzern Hewlett-Packard (NYSE: HPQ, WKN: 851301) zu sanieren, will den PC-Hersteller zum IT-Service-Provider umbauen. Hierfür hat HP mehr als 27.000 Arbeitsplätze seit Mai 2012 gestrichen, um jährlich drei Mrd. Dollar einzusparen. Dieses Geld soll unter anderem auch in Forschung und Entwicklung fließen, um neue innovative Produkte hervorzubringen.

HP gilt als führend in der Private Cloud
Erste Erfolge gibt es schon. Die Marktforscher aus dem Hause Forrester Research sehen im Private Cloud Angebot von HP das breiteste und tiefste Angebot unter allen Anbietern, womit das Unternehmen Branchengrößen wie IBM hinter sich lassen konnte. Marktforscher wie aus dem Hause IDC sehen ein Riesenpotential für derartige Lösungen. Bis zum Jahr 2016 dürften die Ausgaben für Private Cloud-basierte IT-Techniken ein Volumen von 24 Mrd. US-Dollar erreichen.

Gehostete Private Cloud Services dürften von 2012 bis 2016 ein jährliches Wachstum von mehr als 50 Prozent verzeichnen, glauben die IDC-Marktforscher. Mit seiner HP CloudSystems Enterprise Suite dürfte HP gut positioniert sein, um von diesem Wachstumstrend zu profitieren.

HP will in den Markt für 3D-Drucker einsteigen
Daneben setzt HP-Chefin Whitman noch auf einen weiteren Zukunftstrend. Schon im Oktober kündigte die HP-Managerin auf einer Technikkonferenz einen eigenen 3D-Drucker aus dem Hause HP an, der Mitte 2014 auf den Markt kommen soll.

Der weltweite Markt für 3D-Drucker steht erst am Anfang. In der Vergangenheit kosteten Profi-Geräte mehrere hunderttausende US-Dollar. Inzwischen sind Profi-Systeme auch für 100.000 US-Dollar verfügbar, erste low-cost Drucker für den Privatverbraucher gibt es bereits für mehrere hundert US-Dollar.

Makt für 3D-Drucker steht vor der Explosion
Durch 3D-Drucker lassen sich Teile und Produkte kreieren, die so vorher nicht möglich waren. Entsprechend hoch ist das Marktpotential. Die Marktforscher aus dem Hause Gartner glauben, dass der Markt für 3D-Drucker unter 100.000 Dollar in 2013 um 49 Prozent auf über 56.500 Einheiten wachsen wird. In 2014 dürfte der Markt für 3D-Drucker dann um 75 Prozent abheben und ein Volumen von 98.065 Einheiten erreichen, wobei sich die Auslieferzahlen in 2015 verdoppeln sollen.

In 2013 dürften Privat- und Firmenkunden bereits 412 Mio. Dollar für 3D-Druckerservices ausgeben, wobei die Ausgaben in 2014 um 62 Prozent auf 669 Mio. Dollar wachsen sollen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1939 gegründete Hewlett-Packard, benannt nach den Gründern Dave Packard und Bill Hewlett, gelang vor allem in den modernen 80er Jahren der Aufstieg zu einem weltweit bedeutenden Technologiekonzern. Die HP LaserJet Druckerproduktreihe, welche im Jahre 1984 aus der Taufe gehoben wurde, begründete dann schließlich den endgültigen Durchbruch der Firma.

Heute entwickelt das Unternehmen nicht nur Drucker, sondern auch Software, Computer und andere Hardware, wie Speicher- sowie Windows- und Unix-basierte Serversysteme. Aber auch Netbooks/Ultrabooks, Scanner, Fax-Geräte, Digitalkameras und Kopiergeräte ergänzen das Hardwareangebot. Insgesamt operiert HP heute aus sieben Kerngeschäftsbereichen heraus: Enterprise Storage and Servers (ESS), HP Services (HPS), Personal Systems Group (PSG), Imaging and Printing Group (PG), HP Financial Services (HPFS) und HP Software sowie Corporate Investments.

Das Hardwaregeschäft trug zuletzt den Großteil der gesamten Umsätze der Gesellschaft, wobei das Servicegeschäft inzwischen etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes trägt. Zuletzt wuchs HP nicht zuletzt durch Zukäufe.

Neben der Übernahme von Compaq im Jahr 2002 kaufte HP den Druckerspezialisten Indigo, welcher den Bereich Offset-Druck und digitale Druckprozesse für industrielle Großkunden ergänzen soll. Im Jahr 2004 schluckte HP die Softwarefirmen Novadigm und Consera Software, sowie die ThyssenKrupp-Tochter Triaton. Später folgten weitere Zukäufe wie Synstar, sowie ApplQ, RLX Technologies, Peregrine Systems und Scitex Vision. Mitte 2006 kaufte HP die Schweizer Silverwire Holdings AG, sowie den Softwarespezialisten Mercury Interactive.

Anfang 2008 setzte HP seine Einkaufstour fort und schluckte neben den Softwarespezialisten Tower Software und LeftHand, auch gleich den weltweit zweitgrößten IT-Servicespezialisten Electronic Data Systems (EDS). In 2010 schloss HP die Übernahme von 3Com ab. Zudem wurden mit dem PDA-Pionier Palm, Motionbox, Fortify Software und Stratavia weitere Unternehmen übernommen.

Nachdem im Herbst der Speicherspezialist 3PAR übernommen wurde, kaufte HP im Oktober den Sicherheitssoftwareanbieter ArcSight. Mitte 2011 gab HP die Übernahme des britischen Softwarespezialisten Autonomy für über zehn Mrd. Dollar bekannt. Ende 2011 übernahm HP die Hiflex Software GmbH. Anfang 2013 trennte sich HP von seinem webOS-Geschäft und verkaufte dieses an LG.

Zahlen

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