BEA setzt auf Web 2.0 und Virtualisierung

Mittwoch, 12. September 2007 12:39
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(IT-Times) Der US-Software- und Server-Spezialist BEA Systems (Nasdaq: BEAS, WKN: 906523) sah sich zuletzt wieder im Aufwind, nachdem das Unternehmen für das laufende dritte Quartal mit einem positiven Umsatzausblick aufwarten konnte.

Dennoch ist das Unternehmen, das sich dem drückenden Wettbewerb von IBM und Oracle gegenüber sieht, noch nicht über den Berg. Die für Softwarefirmen so wichtigen Lizenzerlöse entwickelten sich auch im jüngsten Quartal weiter rückläufig und fielen um neun Prozent auf 123 Mio. Dollar.

Um das Geschäft wieder zu forcieren hat BEA bereits im Vorfeld einige Maßnahmen ergriffen, um insbesondere seine Produkte in Amerika und Japan besser zu vermarkten. In Japan stellte sich bereits der Erfolg ein. Hier verbuchte BEA zuletzt ein Wachstum von mehr als 40 Prozent. Zudem will BEA Firmen dabei helfen, Anwenderpakete künftig noch leichter und schneller in bestehende Systeme und Infrastrukturen zu integrieren. Dies stellte sich in der Vergangenheit oft viel zu schwer da, meint BEA-Gründer Alfred Chuang.

BEA will vom Web 2.0-Trend profitieren
Daneben will BEA stärker vom Trend Web 2.0 profitieren. Diese Technologie hält nämlich nicht nur im Privatkundenbereich (MySpace.com etc.) immer mehr Einzug, sondern führt auch im Unternehmensbereich zu einer veränderten Nachfragesituation. Social Tagging und Echtzeit-Colloboration-Lösungen werden auch in Unternehmen immer gefragter. Hierauf will BEA Systems mit neuen Produkten reagieren und hat mit den neuen AquaLogic Pathways, Ensemble und Pages-Lösungen entsprechende Produkte vorgestellte, die genau diese Marktbedürfnisse adressieren sollen.

Virtualisierung rückt in den Vordergrund
Daneben rückt zunehmend auch das Thema Virtualisierung bei Unternehmen in den Vordergrund, da sich so viele IT-Kosten sparen lassen. Um diesen Markt stärker anzugehen, hat BEA im zweiten Quartal mit WebLogic Server Virtual Edition ein entsprechendes Produkt vorgestellt, dass speziell den sogenannten Hypervisor-Markt angehen soll. Unter Hypervisor versteht man eine Technologie, welche die Hardware-Auslastung optimiert und so mit dazu beiträgt, dass die Hardware-Kosten insgesamt weiter sinken.

Damit diese Optimierungen nicht zu Lasten der Performance gehen, arbeitet BEA eng mit seinen Partnern VMware und Intel zusammen. Das diese Zusammenarbeit offenbar erfolgreich ist, belegt die jüngste Auszeichnung in der Kategorie „Most Successful Virtual Appliance“ im Rahmen der VMware-Hausmesse.

Kurzportrait

BEA Systems, ansässig in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose, gilt als einer der führenden Anbieter von Web-Infrastruktur-Software. In der Vergangenheit bekannt für sein Flagschiffprodukt Tuxedo, baute BEA in den vergangenen Jahren vor allem rund um seinen Application Web-Server WebLogic zahlreiche neue Produkte auf. Heute ist BEA die Nummer zwei im Markt für Application Server hinter IBM.

Die BEA WebLogic Enterprise Plattform soll das Entwickeln von neuen Anwendungen und Produkten erleichtern und Kosten einsparen. Die WebLogic Plattform umfasst dabei die Produkte WebLogic Server, WebLogic Portal, WebLogic Integration, sowie den WebLogic Workshop. Das Integrationsgeschäft weist derzeit die höchsten Zuwachsraten innerhalb des Unternehmens auf. Mit seinen neuen AquaLogic- und SOA-basierten Produkten will BEA neue Kundenschichten erschließen. BEA Systems verfügt über mehr als 2.100 Kooperationspartner, die mehr als 1.000 Produkte auf Basis der BEA-Plattform entwickelten. Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Halbleitergigant Intel soll die Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Unternehmens weiter voranbringen und zu neuen Produkten führen. Neben dem Softwarelizenzgeschäft, welches rund mehr als ein Drittel zum Gesamtumsatz beisteuert, bietet die Gesellschaft daneben auch Beratungs- und Wartungsleistungen an.

Insgesamt betreut BEA Systems derzeit mehr als 13.000 Firmenkunen in Sachen Infrastruktur-Software. Zu den namhaften Kunden des Softwarespezialisten zählen neben AT&T, Cablevision, China Mobile, Dell und Motorola, auch Internet-Firmen wie Amazon.com, Ameritrade, eBay und E*Trade. Neben dem Stammhaus in San Jose, ist der Softwarespezialist mit 91 Niederlassungen in 33 Ländern weltweit vertreten. Durch die Übernahme von TOP END@ und Entersoft verstärkte sich BEA Systems im Bereich Middleware-Software. Anfang 2005 übernahm BEA den schwedischen Softwarespezialisten Incomit. Wenige Monate später folgte die Übernahme von Compoze Software und der Zukauf von Plumtree Software, womit BEA den Bereich Portal-Lösungen weiter verstärkte. Anfang März 2006 verstärkte sich BEA durch die Übernahme des Softwareanbieters Fuego.

Zahlen

Im zweiten Quartal 2007 wies BEA Systems einen Umsatz von 364,61 Mio. US-Dollar aus (2006: 339,61 Mio. Dollar). Der Umsatz des ersten Halbjahres lag bei 710,46 Mio. Dollar nach 662,85 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Im Bereich Service wurde ein Halbjahresumsatz von 472,69 Mio. Dollar erzielt (2006: 394,48 Mio. Dollar).

Der Umsatz durch Lizenzgebühren war hingegen leicht rückläufig und lag nach 268,37 Mio. Dollar in 2006 bei 237,76 im ersten Halbjahr 2007. Insgesamt konnte BEA im jüngsten Quartal einen positiven Cashflow von 61 Mio. Dollar erwirtschaften, ein Zuwachs von 12 Mio. Dollar gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurde das Quartal mit Barreserven von 1,2 Mrd. Dollar beendet.

BEA Systems gab bekannt, dass sich die Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse der zweiten Quartals und des ersten Halbjahres weiter verzögern werde. Momentan würden alte Aktienoptionen geprüft, die Vorstandsmitglieder in den vergangenen Jahren wahrgenommen hätten.

Meldung gespeichert unter: BEA Systems

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