Amazon.com überrascht die Märkte

Donnerstag, 26. April 2007 00:00
Amazon

(IT-Times) Die Aktien des weltgrößten Online-Einzelhändlers Amazon.com (Nasdaq: AMZN, WKN: 906866) gehörten am Vortag mit einem Kursplus von knapp 26 Prozent zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Nasdaq-Börse.

Wettbewerbsvorteil Amazon Prime

Insbesondere das Kostenlos-Versand-Programm Amazon Prime beflügelte das Geschäft in Nordamerika, das im jüngsten Quartal sogar schneller wuchs als das internationale Geschäft, so Amazon-Chef Jeff Bezos. In der Vergangenheit standen Investoren und Analysten dem Programm eher ablehnend gegenüber, da Amazon Prime die Gewinne belastete. Diese Investitionen scheinen sich aber nunmehr auszuzahlen und so gilt Amazon Prime inzwischen als signifikanter Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen.

Amazon ist damit auch das einzige größere Internet-Unternehmen, dessen Amerika-Geschäft derzeit ein stärkeres Wachstum verzeichnet, als das internationale Geschäft. Amazon selbst führt dies nicht nur auf Amazon Prime, sondern auch auf die Einführung neuer Kategorien zurück, die offenbar mehr Besucher auf den Amazon-Seiten lockten. In den nächsten 12 Monaten will Amazon.com vor allem International seine Kategorien weiter aufstocken und die Auswahl insgesamt weiter vergrößern, um den derzeitigen Schwung mitzunehmen.

Insgesamt profitierte Amazon.com aber auch von einer deutlich niedrigeren Steuerrate. Während man im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch 47 Prozent der Gewinne versteuern musste, sank die effektive Steuerrate zuletzt auf 23 Prozent. Auch über das Gesamtjahr 2007 verteilt soll die Steuerrate stabil bei 23 Prozent bleiben, verspricht das Unternehmen. Analysten zeigten sich positiv überrascht, wurde im Vorfeld mit Steuerraten von 35 Prozent kalkuliert.

Wachstumsmarkt Web Services

Amazon.com ist längst kein reiner Online-Händler mehr. Inzwischen hat das Unternehmen seine Fühler auf einen weiteren lukrativen Bereich ausgestreckt. Zwar fällt der Bereich Web Services im Bezug zum Gesamtumsatz bisher kaum ins Gewicht, doch gelang es dem Unternehmen bis dato 240.000 Entwickler für die Nutzung von Amazon Web Services zu begeistern.

Die Chancen in diesem Markt sind enorm. Die Analysten des Hauses Radicati Group prognostizieren, dass der Markt für Web Services von 0,95 Mrd. Dollar im Jahr 2004 auf 6,2 Mrd. Dollar im Jahr 2008 explodieren wird.

Kurzportrait

Die in Seattle ansässige Amazon.com öffnete seine virtuellen Einkaufstüren im Jahre 1995. Als Online-Buchhändler an den Start gegangen, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einem universellen Online-Kaufhaus, welches nicht nur Bücher, sondern auch Musik-CDs, Videos, DVDs, Spielzeug, Computerspiele, Elektrogeräte, Küchenzubehör und vieles mehr anbietet. Nach eigenen Angaben nach, bietet Amazon.com damit das weltweit größte Produktangebot im weltweiten Datennetz. Insgesamt ist das Internet-Unternehmen in mehr als 220 Ländern weltweit aktiv und betreut über 50 Millionen Kunden.

Neben dem eigentlichen Online-Produktangebot, bietet Amazon.com aber auch Auktionen und E-Commerce Plattformen (zShops) für Geschäftskunden an. Inzwischen können auch gebrauchte Produkte über die Internet-Plattform von Amazon.com verkauft werden.

Daneben hält der Online-Händler noch zahlreiche Beteiligungen an anderen Internet-Unternehmen. Die Amazon-Projekte Pets.com und living.com wurden inzwischen wieder gestoppt. Über die Einheit Amazon.com Anywhere will das Unternehmen den Markt für den mobilen E-Commerce erschließen. Wenn es nach Amazon.com geht, sollen Kunden in naher Zukunft mit Hilfe des Mobiltelefons oder PDAs ihre Einkäufe erledigen. Zuletzt konnte das Unternehmen mit Preisnachlässen und einem kostenlosen Lieferservice (Amazon Prime) bei den Kunden punkten.

Neben den USA ist das Unternehmen vor allem aber auch in Europa verstärkt aktiv. Niederlassungen in Asien und in Lateinamerika ergänzen den globalen Auftritt des weltweit führenden Online-Händlers. Ende 2004 stieg das Unternehmen mit seiner Suchmaschine A9.com in den Markt für bezahlte Links ein. Mitte 2005 übernahm Amazon.com den DVD-Spezialisten CustomFlix Labs. Die Amazon-Tochter bietet erfolgreich DVD on Demand-Dienste an. Mit seinem Online-Buchshop Yoyo.com ist Amazon.com auch in China präsent. Mitte 2006 rief Amazon.com seinen eigenen Online-Spielzeug- und Lebensmittel-Shop ins Leben. Gleichzeitig wurde die Kooperation mit Toys R Us beendet.

Der visionäre Unternehmensgründer Jeff Bezos, welcher gleichzeitig als CEO der Gesellschaft fungiert, hält zusammen mit seiner Familie etwa ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2007 meldet der Internet-Händler einen Umsatzanstieg auf 3,02 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während das Nordamerika-Geschäft um 30 Prozent auf 1,62 Mrd. Dollar anzog, kletterte das internationale Geschäft um 35 Prozent auf 1,39 Mrd. Dollar. Das Geschäft mit Büchern, CDs und Medien kletterte um 26 Prozent auf 1,99 Mrd. Dollar, während der Verkauf von Elektronikgeräten und Merchandise-Produkten um 48 Prozent auf 947 Mio. Dollar nach oben schnellte.

Der Nettogewinn legte dabei auf 111 Mio. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie zu, nach einem Plus von 51 Mio. Dollar oder 12 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Dabei profitierte Amazon.com unter anderem von einer geringeren Steuerlast in Höhe von 12 Mio. Dollar. Auch der schwächere Dollar beflügelte die Ergebnisse um etwa 5,0 Mio. Dollar, heißt es aus dem Unternehmen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld lediglich mit Einnahmen von 2,92 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 15 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Insgesamt konnte Amazon.com das Quartal mit Barreserven von 1,42 Mrd. Dollar abschließen - ein Zuwachs von 86 Mio. Dollar gegenüber dem Vorjahr. Im jüngsten Quartal wurden zudem sechs Mio. eigene Anteile im Volumen von 248 Mio. Dollar zurückgekauft.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: E-Commerce

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