Amazon`s iPod ist ein Kindl

E-Books

Montag, 3. Dezember 2007 13:11
Amazon Unternehmenslogo

(IT-Times) Der weltgrößte Online-Einzelhändlers Amazon.com (Nasdaq: AMZN, WKN: 906866) konnte jüngst mit überzeugenden Quartalszahlen aufwarten. Obwohl Amazon.com seine Gewinne gegenüber dem Vorjahr vervierfachen konnte, zeigten sich Investoren und Anleger zunächst enttäuscht. Die Befürchtung über weiter sinkende Gewinnmargen belasteten die positive Stimmung.

Tatsächlich schwächten sich die Bruttomargen im jüngsten Quartal auf 23,4 Prozent vom Umsatz ab, nach 24,3 Prozent im zweiten Quartal. Die operativen Margen legten allerdings auf 3,8 Prozent vom Umsatz zu, nach 1,7 Prozent im Jahr vorher. Zudem konnte Amazon.com sein Wachstum in Nordamerika (38 Prozent) als auch International (42 Prozent) weiter beschleunigen.

AOL bewirbt Amazon Unbox
Ferner könnte bei Amazon.com bald das Geschäft mit digitalen Produkten einen höheren Umsatzanteil einnehmen - welches traditionell höhere Gewinnmargen abwirft - als der Handel mit Hardware und Büchern. Am Freitag meldete Amazon.com einen neuen Deal mit AOL, wonach die Time Warner Tochter künftig den Amazon-Dienst Unbox auf seiner Videoseite bewerben wird. Beide Unternehmen wollen sich die daraus resultierenden Einnahmen teilen, heißt es.

Für Amazon.com ist der Deal mit AOL bereits der zweite große Vertrag, den Amazon.com für seinen Video-Downloadservice an Land ziehen konnte. Zuvor entschied sich bereits NBC Universal seine Inhalte künftig über Unbox feil zu bieten, nachdem man sich nicht mit Apple und dessen Online-Dienst iTunes einigen konnte. Der Amazon-Service Unbox feierte im September 2006 sein Marktdebüt und bietet inzwischen mehrere tausend TV-Shows, Filme und andere Videos von über 30 Filmstudios an. Je Episode verschlangt der Online-Händler 1,99 Dollar, wobei meisten Filme zwischen 7,99 und 14,99 Dollar zu haben sind.

Amazon Kindle heiß begehrt
Auch mit dem eBook-Reader Amazon Kindle ist Amazon.com offenbar ein großer Wurf geglückt. Scheinbar entwickelt sich das Lesegerät zum Renner im diesjährigen US-Weihnachtsgeschäft, was selbst Amazon.com überrascht hat. Schon nach einer Woche war das Gerät trotz eines stolzen Preises von 399 Dollar ausverkauft. Auf dem Kindle lassen sich bislang zwar nur bestimmte Online-Inhalte wie Zeitungen und Texte laden, es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis das Gerät auch ganze Filme und andere Multimedia-Inhalte wiedergeben kann. Eine Verknüpfung mit dem Videodienst Unbox liegt daher Nahe.

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Der Amazon Kindle verkauft sich bislang gut

Die Analysten bei Stifel Nicolaus sehen gute Chancen, dass sich der Kindle zu einem „must-have“ Produkt für Leseratten und Reisende entwickelt. Das Produkt und das Inhalteangebot dürften sich weiter verbessern, wobei die Analysten gleichzeitig auch niedrigere Preise für den Kindle in der Zukunft sehen, so dass sich der adressierbare Markt für das Produkt vergrößert. Insgesamt schätzen die Analysten das Marktpotential für den Kindle auf 1,0 Mrd. US-Dollar.

Kurzportrait

Die in Seattle ansässige Amazon.com öffnete seine virtuellen Einkaufstüren im Jahre 1995. Als Online-Buchhändler an den Start gegangen, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einem universellen Online-Kaufhaus, das nicht nur Bücher, sondern auch Musik-CDs, Videos, DVDs, Spielzeug, Computerspiele, Elektrogeräte, Küchenzubehör, Lebensmittel (Amazon Fresh) und vieles mehr anbietet. Nach eigenen Angaben nach, bietet Amazon.com damit das weltweit größte Produktangebot im weltweiten Datennetz. Insgesamt ist das Internet-Unternehmen in mehr als 220 Ländern weltweit aktiv und betreut über 70 Millionen Kunden.

Neben dem eigentlichen Online-Produktangebot, bietet Amazon.com aber auch Auktionen und E-Commerce Plattformen (zShops) für Geschäftskunden an. Inzwischen können auch gebrauchte Produkte über die Internet-Plattform von Amazon.com verkauft werden.

Daneben hält der Online-Händler noch zahlreiche Beteiligungen an anderen Internet-Unternehmen. Über die Einheit Amazon.com Anywhere will das Unternehmen den Markt für den mobilen E-Commerce erschließen. Wenn es nach Amazon.com geht, sollen Kunden in naher Zukunft mit Hilfe des Mobiltelefons ihre Einkäufe erledigen können. Zuletzt konnte das Unternehmen mit Preisnachlässen und einem kostenlosen Lieferservice (Amazon Prime) bei den Kunden punkten.

Neben den USA ist das Unternehmen vor allem aber auch in Europa verstärkt aktiv. Niederlassungen in Asien und in Lateinamerika ergänzen den globalen Auftritt des weltweit führenden Online-Händlers. Nachdem Amazon.com in den Jahren 1999 mit Exchange.com, Accept.com und Alexa Internet einen dreistelligen Millionenbetrag für Zukäufe ausgab, stieg das Unternehmen in 2004 mit seiner Suchmaschine A9.com in den Markt für bezahlte Links ein. Mitte 2005 übernahm Amazon.com den DVD-Spezialisten CustomFlix Labs. Die Amazon-Tochter bietet erfolgreich DVD on Demand-Dienste an. Zugleich wurde der On-Demand-Spezialist BookSurge aufgekauft. In 2006 übernahm Amazon.com den US-Händler Shopbob. Im Frühjahr 2007 schluckte Amazon.com die englische Fotoseite dpreview.com Ende 2007 brachte Amazon seinen eBook-Reader Amazon Kindle auf den Markt und startete gleichzeitig die Frage- und Antwortseite Askville.com.

Mit seinem Online-Buchshop Yoyo.com ist Amazon.com auch in China präsent. Durch eine Kooperation mit dem DVR-Spezialisten TiVo können Amazon-Kunden Filme über die Amazon-Seiten (Amazon Unbox) herunterladen und auf dem Fernseher abspielen.

Der visionäre Unternehmensgründer Jeff Bezos, welcher gleichzeitig als CEO der Gesellschaft fungiert, hält zusammen mit seiner Familie etwa ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Die Umsätze kletterten im jüngsten Quartal um 41 Prozent auf 3,26 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 2,31 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn vervierfachte sich auf 80 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 19 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

Meldung gespeichert unter: Amazon Kindle

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