Yingli Green - Spitzenplatz im Solarmarkt in Gefahr

Weltgrößter Solarhersteller schreibt weiter rote Zahlen

Mittwoch, 3. September 2014 14:03
Yingli Green Energy Holding Co.

(IT-Times) - Die Tage von Yingli Green Energy Holding als weltgrößter Solarkonzern könnten bald gezählt sein. Der Rivale Trina Solar schickt sich an, den bisherigen Platzhirschen vom Thron zu stoßen, was die PV-Auslieferzahlen angeht. Nachdem Yingli nach einem schwachen zweiten Quartal seine Auslieferziele bei Solarmodulen für 2014 nach unten korrigieren musste.

Dabei konnte Yingli Green zuletzt einen Meilenstein in seiner Firmengeschichte melden. Insgesamt hat das Unternehmen bislang Solarmodule mit einer Leistung von 10 Gigawatt (GW) weltweit zur Auslieferung gebracht. Dabei gingen mehr als 40 Mio. Yingli-Solarmodule in über 50 Länder dieser Welt. Doch der Solargigant schreibt zum Leidwesen der Anleger nach wie vor rote Zahlen.

Anhaltende Verluste belasten die Bilanz und den Aktienkurs
So hat Yingli Green auch im jüngsten Quartal einen Verlust ausweisen müssen und die Markterwartungen verfehlt. Gleichzeitig korrigierte der PV-Konzern seine Auslieferprognose für 2014 auf 3,6 bis 3,8 Gigawatt (GW) nach unten, während sich der Rivale Trina Solar in einem schwierigen Marktumfeld behaupten konnte.

Nachdem Yingli Green (NYSE: YGE, WKN: A0MR90) seit mehreren Quartalen rote Zahlen schreibt, will sich das Management im zweiten Halbjahr 2014 darauf konzentrieren, die Gewinnmargen zu heben. Aufgrund leicht rückläufiger Verkaufspreise bei Photovoltaik-Modulen sank die Bruttomarge zuletzt im Konzern auf 15,6 Prozent, die Bruttomargen im Modulgeschäft gingen auf 16,2 Prozent zurück, nach 16,8 Prozent im Vorquartal.

Die Zeit drängt, um die Verlustserie zu beenden, denn die Barreserven von Yingli Green sanken im jüngsten Quartal auf 158,2 Mio. US-Dollar - den niedrigsten Stand seit 2008. Zudem sitzt Yingli nach wie vor auf einem Schuldenberg von über 2,0 Mrd. US-Dollar.

PV-Pipeline gibt Anlass zur Hoffnung
Hoffnung macht jedoch das wachsende Projekt-Geschäft. Yingli Green geht trotz der schwächeren Nachfrage nach PV-Modulen davon aus, dass im PV-Projektgeschäft 400 bis 600 Megawatt (MW) in 2014 installiert werden können. Die Auftragsbücher in China sind bei einer PV-Projekt-Pipeline im Volumen von 1,4 Gigawatt prall gefüllt.

Mehr als 60 Prozent der PV-Projekte, die in diesem Jahr noch realisiert werden, hätten bereits Käufer gefunden, heißt es bei Yingli Green. Im ersten Halbjahr 2014 hatte Yingli Green Downstream-Projekte von 155 MW entwickelt, im dritten Quartal sollen die Konstruktionsarbeiten an weiteren PV-Projekten mit einer Leistung von 168 Megawatt in China beginnen.

Für die Anleger bleibt die Hoffnung, dass sich die Verluste nicht zuletzt durch das wachsende PV-Projektgeschäft im vierten Quartal 2014 entscheidend reduzieren sollen - dann scheinen auch wieder schwarze Zahlen möglich.

Kurzportrait

Die in Baoding/China ansässige Yingli Green Energy Holdings Company Limited wurde im August 2006 gegründet und ist bereits heute der größte vertikal integrierte Solarkonzerne in China. Das Unternehmen bietet die gesamte Produktpalette in der Solarindustrie, von der Entwicklung von Solarzellen und Solarmodule, über die Fertigung bis hin zum Vertrieb an.

Die Produktpalette umfasst auch die Hersteller von Polysilizium-Ingots die dann für die Weiterverarbeitung zu Polysilizium-Wafer verwendet werden. Bei der Herstellung seiner Solarmodule kommen ausschließlich eigene Solarzellen zum Einsatz. Ende 2008 verstärkte sich Yingli Green durch die Übernahme der Cyber Power Group Limited, dem Mutterkonzern des in Baoding ansässigen Polysilizium-Herstellers Fine Silicon Co Ltd. Mitte 2009 gründete Yingli Green ein Joint Venture mit der Hainan Development und Hainan Provincial Waters Conservancy Power Group zur Entwicklung von Solarprojekten in der Provinz Hainan. Im Frühjahr 2011 verstärkte sich Yingli Green durch die mehrheitliche Übernahme der Baoding Zhongtai New Energy Resources Co., Ltd und erwarb 80 Prozent der Anteile.

Yingli Green vermarktet seine Solarmodule und Systeme unter seinem eigenen Namen Yingli. Das Unternehmen bietet dabei Solarmodule und Systeme in verschiedenen Größen an. Beim Vertrieb arbeitet das Unternehmen mit Systemintegratoren und Distributoren auf der ganzen Welt, insbesondere in Deutschland, Spanien, Italien und China zusammen. Anfang 2014 schloss Yingli Green zwei Joint Ventures in China. Zum einen arbeitet Yingli mit der China National Nuclear Corporation zusammen, zum anderen schloss Yingli eine Kooperation mit der Shuozhou Coal Power Co.

Zum Einsatz kommen Yingli Solarsysteme aber nicht nur auf privaten Hausdächern, sondern auch in der Industrie zum Betrieb von Leuchtanlagen und Mobilfunkbasisstationen.

Markt und Wettbewerb

China gilt neben Europa und den USA als einer der weltweit größten Märkte für Solarenergie. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die PV-Nachfrage in den nächsten Jahren weiter klettern wird. Allein in 2014 dürften Solarsysteme mit einer Leistung von 46GW installiert werden, in 2015 dürfte diese Leistung auf 56GW klettern, so die Deutsche Bank.

Meldung gespeichert unter: Solarmodule

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