Was gibt es Neues vom Mobile World Congress?

Freitag, 19. Februar 2010 11:00
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MÜNSTER (IT-Times) - Die ganze Mobilfunkwelt schaute in dieser Woche nach Barcelona. Dort fand wie in jedem Jahr der Mobile World Congress statt. Wie immer mit vielen Produktankündigungen, wie immer mit einer Menge neuer Initiativen, die ins Leben gerufen oder aber neu belebt wurden.

Eine der spannensten Entwicklungen dürfte die Embedded Mobile Initiative sein, die vom Branchenverband GSMA vorangetrieben wird. Der GSMA vertritt weltweit die Interssen der mobilen Kommunikationsindustrie. Zu den Mitgliedsunternehmen gehören 800 Mobilfunknetzbetreiber aus 219 Ländern, zudem sind 200 weitere Unternehmen, wie beispielsweise Hersteller von Mobiltelefonen oder Softwarehersteller mit von der Partie. Nun will man aus dieser Mitgliederfülle neues Potenzial schöpfen: Mobile Endgeräte sollen miteinander verbunden werden, und zwar so, dass sie fester Bestandteil des Alltags werden - unabhängig von Herstellern und Technologien. So kann Unterhaltungselektronik an Kommunikationsmedien gekoppelt werden, die wiederum mit medizinischen Geräten (Stichwort: Telemedizin), oder mit Automobilen, mit der Energieversorgung im eigenen Hause oder aber mit anderen irgendwie gearteten vernetzt werden können.

Ein zugegebenermaßen toller Gedanke, dessen Umsetzung einem das Leben tatsächlich einfacher machen könnte. Allerdings besteht bei einer solchen Fülle von technologischen Möglichkeiten und Standards auch die Gefahr, dass die Umsetzung in der Praxis an der Komplexität scheitert und viele einzelne Akteure vielleicht nicht einen gemeinsamen Nenner finden. Daher hat der GSMA eine Art Richtlinien entwickelt, an die sich beteiligte Unternehmen und Verbände bei der Entwicklung und Produktion zu vernetzender Produkte halten sollen. Auf diese Weise sollen Mobilitätskonzepte nicht allein auf Mobiltelefone, Laptops und PCs beschränkt weden. Man geht davon, dass in den kommenden 15 Jahren welweit 50 Milliarden Geräte irgendwie miteinander verbunden sind. Die Weichen dazu werden aktuell gestellt. Zusätzlich wird die Mobilfunkindustrie schon heute ermutigt, auch über den eigenen Tellerrand zu schauen, um bei der Entwicklung weiterer Produkte und Dienste auch (noch) branchenferne Zielmärkte mit ins Visier zu nehmen - wie eben die Gesundheitsbranche, den Energiesektor oder aber den Automobilbereich.

Unternehmen wollen ihren Claim bei mobilen Datendiensten sichern

Neben diesen großangelegten Gedanken, die vor allem in die nahe bis mittlere Zukunft einer Branche schauen, beschäftigte man sich auf dem Mobile World Congress natürlich auch und ganz besondert mit der Gegenwart. Hierbei waren mobile Datendienste ein ganz heißes Thema. Auch wenn der Markt bereits erfoglreich beackert wird - etwa durch Apple mit dem AppStore - gibt es dort noch immer Claims, die noch nicht abgesteckt wurden. Und genau auf diese Claims hat der Run längst begonnen. Es geht darum, sich die Geschäftsgrundlage für die Zukunft zu sichern. Es geht darum, sich einen neuen millionenstarken Kundenstamm aufzubauen und zu sichern. Oder, wie die FAZ so passend formuliert: «Der Goldrausch hat alle erfasst». Und so sind es die (ehemaligen) Branchenvorreiter wie Nokia und Intel, die eine eigene Software-Plattform entwickeln wollen. Insbesondere sollen die Softwarelösungen Moblin und Maemo fusionieren, um mit MeeGo eine neue Linux-basierte Softwareplattform für Mobiltelefone, Tablet Computer und Netbooks anzubieten. MeeGo kommt mit der Qt-Entwicklungsumgebung daher und baut auf Funktionen des Moblin-Betriebssystems auf. Durch die Nutzung von Qt könnten Entwickler Anwendungen für verschiedene Geräte und Plattformen kreieren und diese dann über Nokias Ovi Store und  Intels AppUpSM Center vermarkten. MeeGo soll von der Linux Foundation gehostet werden. Die neue Softwareplattform soll dann im zweiten Quartal 2010 verfügbar sein, wobei erste Geräte mit dem neuen Softwaresystem dann im späteren Jahresverlauf auf den Markt kämen. Der Vorstoß von Nokia und Intel gilt als Antwort auf die Marktanteilsgewinne von Google (Android), Apple (iPhone OS) und Research In Motion (BlackBerry OS). Intel Vizepräsident Renee James spielt in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung von Android herunter. Die Software läuft vornehmlich auf Mobiltelefonen und Laptops, wodurch die Lösung zu restriktiv sei, so der Manager gegenüber der New York Times. Bis auf weiteres wird Nokia neben MeeGo allerdings auch weiterhin das eigene Handy-Betriebssystem Symbian vermarkten. Indessen gilt Symbian als zu komplex, so dass Marktbeobachter auch eine spätere Ablösung durch MeeGo als realistisch erachten.

Samsung macht mit dem „Ozean“ die „Welle“

Auch Samsung, weltweit zweitgrößter Hersteller von Mobiletelefonen, stellte in Barcelona ein eigenes Betriebssystem vor - genannt Bada, was auf koreanisch so viel heißt wie Ozean. Mit diesem Schritt nimmt sich Samsung niemand Geringeres als Apple zum Vorbild: Künftig sollen Applikationen, sogenannte Apps, auch bei den eigenen Samsung-Smartphones eine große Rolle spielen. Samsung stellte nun in Barcelona das neue Touchscreen-Gerät „Wave“ vor, mit dem der Massenmarkt erreicht werden soll - Software-Basis hierfür bildet das offene Betriebssystem Bada. Die Markeinführung für das „Wave“ ist für den April 2010 geplant.

Meldung gespeichert unter: Nokia

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