VeriSign beschenkt Aktionäre - Investitionen ins Kerngeschäft an zweiter Stelle

Mittwoch, 15. Dezember 2010 14:08
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(IT-Times) - Der Internet-Infrastrukturspezialist VeriSign (Nasdaq: VRSN, WKN: 911090) beglückte zuletzt mit einer Sonderdividende in Höhe von drei US-Dollar seine Aktionäre. Das Unternehmen will nach der Konsolidierung von Geschäftsbereichen in den vergangenen Jahren einen Teil der erzielten Erlöse an die Aktionäre zurückfließen lassen - insgesamt waren dies zuletzt 516 Mio. Dollar und damit etwa die Hälfte des Preises, der durch den Verkauf des Authentifizierungsgeschäfts an Symantec erzielt wurde.

Zudem kündigte VeriSign-Chef Mark McLaughlin weitere Schmankerl für die Aktionäre an. Im nächsten Jahr sollen auch die restlichen Gelder aus der Transaktion an die Aktionäre zurückfließen. Ob dies in Form einer erneuten Sonderdividende, oder im Rahmen eines Aktionärsrückkaufprogramms erfolgen soll, ließ der Manager allerdings offen.

202 Millionen Webseiten aktiv - 103 Millionen .com- und .net-Adressen registriert
Durch den Verkauf der Web-Security-Division will sich VeriSign künftig auf sein Kerngeschäft mit Internet-Infrastrukturservices konzentrieren. Hier steht vor allem das Geschäft mit der Registrierung und Verwaltung von Domainnamen im Vordergrund. Das Wachstum im Internet hat sich zwar in den vergangenen Jahren spürbar verlangsamt, dennoch waren zum Ende des dritten Quartals laut VeriSign-Angaben 202 Millionen registrierte Webseiten aktiv geschaltet. Die Zahl der .com und .net-Adressen summierte sich allein auf 103 Millionen, ein Zuwachs von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden im jüngsten Quartal laut VeriSign 72,8 Prozent der bestehenden .com- und .net-Adressen erneuert.

Trotz des Verkaufs des Authentifizierungsgeschäfts an Symantec gewinnt die Marke VeriSign immer mehr an Bedeutung im weltweiten Datennetz. Anfang 2010 hatte das Unternehmen seinen VeriSign Seal-in-Search Dienst gestartet, dem sich Suchmaschinen und Partner anschließen können. Das VeriSign-Siegel garantiert dem Nutzer, dass die entsprechende Webseite täglich nach möglichen Viren durchsucht wird. Damit kann der Internet-Surfer bereits in den Suchergebnisseiten sehen, ob die Webseite sicher ist.

Mehr als 100.000 Webseiten setzen auf VeriSign Seal
Der neue Service kommt offenbar gut bei Webseitenbetreibern und Unternehmen an. Wie VeriSign meldet, setzen bereits mehr als 100.000 Webseiten auf das VeriSign-Siegel, um Vertrauen bei Webnutzern aufzubauen. Damit sei VeriSign Seal die vertrauenswürdigste Marke im Internet, heißt es von offizieller Seite.

Auf diesen Markenbekanntheitsgrad lässt sich aufbauen - etwa mit neuen Zusatzservices, welche die Verfügbarkeit und Verlässlichkeit der angebotenen Services ergänzen?

Kurzportrait

Der US-Softwarespezialist VeriSign mit Hauptsitz im kalifornischen Mountain View, nahm im Jahre 1995 seine Tätigkeit als Spezialist für Authentifizierungssoftware auf. Als Garagenfirma gestartet, schaffte das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit den Aufstieg zu einem führenden Technologieanbieter. Ursprünglich entwickelte VeriSign digitale Zertifikate, welche die Identität des Internet-Nutzers und der übertragenen Daten sicher ausweisen sollten. Nach der Konsolidierung verschiedener Geschäftsbereiche, hat sich das Unternehmen heute vor allem auf die Verwaltung von Domainnamen und Internet-Infrastrukturservices konzentriert.

Mit dem Softwarehersteller Microsoft, Visa und American Express entwickelte das Unternehmen weiterführende Standards für das Bezahlen via Kreditkarte im weltweiten Datennetz Internet. Heute kommen VeriSign-Produkte nicht nur bei Kreditkarten-Abrechnungen im Internet zum Einsatz, sondern auch im Bereich Homebanking. Insgesamt werden zunehmend sensible Firmen- oder Kundendaten, welche über das Computernetz Internet gesendet werden mit Verschlüsselungssystemen aus dem Hause VeriSign versehen.

Im Jahre 2000 erschloss sich dass Unternehmen mit der Übernahme von Network Solutions (NSI) eine weitere Umsatz- und Einnahmequelle. Der führende Anbieter von Domain Registration-Services galt in der Vergangenheit als Monopolist in Sachen Domain Registrierung. Im Oktober 2003 verkaufte VeriSign seine NSI-Einheit wieder an die Investmentgesellschaft Pivotal Equity Partners. Dennoch betreute VeriSign zuletzt mehr als 100 Mio. Domainnamen der Endungen .com und .net.

Durch die Übernahme des Netzwerk Service Providers Illuminet Holdings für 1,3 Mrd. Dollar im Jahr 2001 hat sich VeriSign eine weitere Einnahmequelle im Telekomsektor erschlossen - das Geschäft wurde inzwischen aber wieder verkauft. Nach der Übernahme des Sicherheitsspezialisten Guardent für rund 135 Mio. Dollar, kaufte VeriSign im Frühjahr 2004 den deutschen Klingelton-Spezialisten Jamba!, welcher inzwischen an die News Corp wieder veräußert wurde. Anfang 2005 übernahm VeriSign dann den Multimedia-Messaging-Spezialisten Lightsurf. Im Sommer 2005 verstärkte sich VeriSign im Sicherheitsbereich durch die Übernahme des Spezialisten iDefense. Ende 2005 trennte sich VeriSign von seinem Zahlungszugangsgeschäft und veräußerte dieses für an die eBay-Tochter Paypal. Später folgte noch die Übernahme von Moreover Technologie und CallVision. Anfang 2006 übernahm VeriSign die österreichische 3united Mobile Solutions AG, Kontiki und m-Qube.

In 2007 gab VeriSign den Spezialisten GreatDomains.com an die deutsche Sedo ab. Im Mai 2009 verkaufte VeriSign sein Kommunikationsservicegeschäft an TNS. Gleichzeitig wurde das Sicherheitsservicegeschäft an SecureWorks abgegeben. Im August 2009 verkaufte VeriSign sein Messaging-Geschäft an Syniverse Holdings. Im Frühjahr 2010 trennte sich VeriSign von seiner Web-Securitiy-Division (Geschäft mit Secure Sockets Layer (SSL) Zertifikate, mit Public Key Infrastructure (PKI) Services, sowie VeriSign Trust Services und VeriSign Identity Portection), wobei dieses an Symantec abgegeben wurde.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet VeriSign einen Umsatzanstieg um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 172,6 Mio. US-Dollar. Dabei verdiente VeriSign 784,9 Mio. US-Dollar oder 4,48 Dollar je Aktie, nach einem Profit von 53,6 Mio. Dollar oder 28 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: VeriSign

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