VATM-Glasfasertag 2014: EU-Politik darf nicht zum Bremsschuh für Deutschlands Verbraucher werden

Glasfasertag in Deutschland

Freitag, 7. November 2014 10:55
VATM

VATM-Glasfasertag 2014:
Politik und Regulierung haben viele Möglichkeiten für neue Breitbandnetze und 
innovative Dienste zu sorgen 
EU-Politik darf nicht zum Bremsschuh für Deutschlands Verbraucher werden 

Köln, 07.11.2014. „Der Breitbandausbau in Deutschland braucht nicht weniger Regulierung mit dem angeblichen Ziel, Investitionswettbewerb zu fördern. Kein Unternehmen – auch nicht die Telekom – wird so einen unwirtschaftlichen Ausbau vorantreiben." Deutliche Worte fand VATM-Präsident Martin Witt, CEO der 1&1 Telecommunication AG und Vorstand Access der United Internet AG, auf dem VATM-Glasfasertag in Köln. Große Unternehmen teilweise aus der Regulierungen zu entlassen, in der Hoffnung, dass diese die neue Freiheit uneigennützig zum Bandbreitenausbau nutzten, sei der falsche Weg. „Wir müssen diejenigen unterstützen, die wirklich bauen – gerade auf dem Land. Daher darf es eine Benachteiligung kleiner regionaler Unternehmen nicht geben“, betonte Witt vor den rund 100 Gästen dieses wichtigen Branchenkongresses. 

Eine Preisregulierung, die gerade die ausbauwilligen Unternehmen zusätzlich belaste und damit Investitionen abwürge, dürfe es nicht geben, unterstrich der VATM-Präsident. Zuletzt waren die TAL-Preise, die die Wettbewerber für die Anmietung der letzten Meile alter Kupferleitungen an die Telekom zu zahlen haben, sogar noch angehoben worden. Investiert werden müsse in neue Technologien. Damit alle Bürger in Deutschland von der neuesten Vectoring-Technologie profitieren können, forderte  Witt, dass die von der Telekom verwaltete Liste der geplanten Ausbaugebiete allen Unternehmen und relevanten Stellen zugänglich sein müsse. Es gebe keinen Grund, die Liste geheim zu halten, kritisierte er. 

In den drei Panelrunden zogen die insgesamt 18 Vertreter aus TK-Branche, Regulierung,  Bundesländern, Landkreisen und Wissenschaft am Mittwoch ein klares Fazit. Das Ziel eines flächendeckenden Breitbandausbaus bis 2018 – wie von der Bundesregierung vorgegeben – sei äußerst ambitioniert und stelle alle Marktteilnehmer vor große Herausforderungen. Unternehmen ebenso wie die Diskutanten aus Landesministerium  und Landkreistag verwiesen dabei auf die Probleme in finanzschwachen Bundesländern und Kommunen, auf fehlende Förderprogramme und  drängten auf Standardisierung der Ausschreibeverfahren. Auch mangele es an einer Langzeitperspektive für Deutschland über das Jahr 2018 hinaus. Für die Bundesnetzagentur betonte Friedhelm Dommermuth, Abteilungsleiter für ökonomische Fragen der Regulierung der Telekommunikation, dass es keinen Königsweg gebe, vielmehr brauche der Infrastrukturausbau unterschiedliche Geschäftsmodelle in einem fairen Wettbewerb. 

Als eine äußerst wichtige Aufgabe bezeichnete Witt die Vergabe der Frequenzen der sogenannten Digitalen Dividende II im nächsten Jahr. Dabei drängte der VATM-Präsident auf ein faires Vergabeverfahren. Kritisiert wurde von den Diskutanten das Bestreben der Bundesregierung, erst mit den Erlösen dieser Vergabe den Breitbandausbau zu fördern. „Die Zeit drängt. Förderszenarien müssen jetzt nach Sachkriterien entwickelt werden und die Fördermittel des Bundes dürfen nicht erst Ende 2015 bereitstehen“, unterstrich Witt. 

Meldung gespeichert unter: Breitband

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