Trennt sich ProSiebenSat.1 von Töchtern?

Dienstag, 17. Februar 2009 10:45
ProSiebenSat.1 Media

MÜNCHEN - Die ProSiebenSat.1 AG (WKN: 777117) will sich laut Presseberichten von verschiedenen Tochterunternehmen trennen. Ziel sei es, durch die Verkaufserlöse die Verschuldung abzubauen. 

Momentan prüfe man bei ProSiebenSat.1 den Verkauf des Quiz-Senders Neun Live. Intern gebe es demnach bereits Vorbereitungen für eine Trennung von dem Nischensender, allerdings sei es momentan schwer, überhaupt einen Käufer zu finden. Dies berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf interne Branchenkreise. Neun Live gilt zwar als spezialisierter Sender, ist aber dennoch profitabel. Momentan sei die Branche allerdings zurückhaltend, so die Meldung weiter. Es herrsche, unter anderem bedingt durch sinkende Werbeeinnahmen, eine allgemeine Investitionszurückhaltung. Offiziell distanzierte sich ProSiebenSat.1 von entsprechenden Meldungen. Ein Sprecher der Sendergruppe teilte mit, dass ein Verkauf von Neun Live „nicht in Frage kommt“. 

Brancheninsider sehen die Gerüchte um einen möglichen Verkauf allerdings als wahrscheinlich an. Das Ziel von ProSiebenSat.1 bestehe demnach darin, durch den Verkauf einen Erlös von rund einer Mrd. Euro zu generieren, die zum Schuldenabbau genutzt werden solle. Das Umfeld zur Umsetzung solcher Pläne präsentiert sich momentan allerdings als schwierig: Investoren mangelt es oftmals an Kapital für Zukäufe, auch andere Sender hielten sich momentan bedeckt. Daher gehen Marktbeobachter davon aus, dass ProSiebenSat.1 mit Verkäufen von Unternehmensteilen momentan nur relativ geringe Preise erzielen könnte. 

Sender wie Neun Live waren in den letzten Jahren Bestandteil einer Diversifikationsstrategie von ProSiebenSat.1. Die Sendergruppe wollte möglichst breit aufgestellt sein, um so verschiedene Märkte und Zuschauergruppen zu bedienen und gleichzeitig auch die Werbeeinnahmen zu optimieren. Momentan drücken ProSiebenSat.1 allerdings massive Schuldenprobleme, unter anderem verursacht durch den Kauf der Senderkette SBS Broadcasting für 3,3 Mrd. Euro, die kreditfinanziert abgewickelt wurde. Demnach beläuft sich die Gesamtverschuldung von ProSiebenSat.1 bei langfristigen Verbindlichkeiten auf momentan rund 3,5 Mrd. Euro, die jährlichen Zinsen lägen laut Unternehmensangaben bei 250 Mio. bis 270 Mio. Euro. 

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