Suntech - ist Chinas größter Solarkonzern am Ende?

Solarkonzern in der Krise

Dienstag, 19. März 2013 13:46
Suntech Power Holdings

(IT-Times) - Noch rühmt sich die chinesische Suntech Power Holdings als weltweit größter Hersteller von Solarmodulen. Dies könnte bald Geschichte sein. Chinas führender Solarkonzern scheint am Ende.

Nachdem das Unternehmen eine Anleihe im Wert von 541 Mio. US-Dollar nicht rechtzeitig zurückzahlen konnte, gilt das Unternehmen praktisch als zahlungsunfähig. Zwar hat Suntech (NYSE: STP, WKN: A0HL4L) mit 60 Prozent der Anleihebesitzern eine Verschiebung der Rückzahlung auf Mai 2013 erreicht, die restlichen 40 Prozent der Investoren können jedoch klagen und das Unternehmen so in die Insolvenz zwingen.

Schon in der Vorwoche wurden Berichte publik, wonach die Suntech-Tochter Wuxi Suntech Power Co in Kürze Gläubigerschutz beantragen wird. Für Suntech käme dies praktisch der Insolvenz des Konzerns gleich, wickelt der Mutterkonzern sein Geschäft zum Großteil über die Tochter Wuxi Suntech Power Co. ab.

Keine Rettung durch Chinas Regierung in Sicht
Noch Ende 2012 hatten Investoren und Anleger gehofft, dass die chinesische Regierung dem angeschlagenen und hochverschuldeten Unternehmen unter die Arme greifen wird. Doch eine schnelle Rettung durch den chinesischen Staat wird immer unwahrscheinlicher.

Der Grund: In Peking setzt man auf eine Konsolidierung der hochverschuldeten chinesischen Solarindustrie, die in den vergangenen Jahren massiv Überkapazitäten aufgebaut hat, wie Bloomberg berichtet. Die Rettung einzelner Unternehmen ist hierbei nicht vorgesehen.

Schulden bei 2,0 Mrd. Dollar - springt Provinzregierung ein?
Allein Suntech Power sitzt auf Schulden in Höhe von rund 2,0 Mrd. US-Dollar. Eine Insolvenz von Suntech könnte die Konsolidierung und damit die Gesundung der chinesischen Solarindustrie voranbringen.

Die New York Times will erfahren haben, dass Suntech vor einer Teilverstaatlichung durch die Provinzregierung in Wuxi steht. Die Wuxi Guolian Development Co könnte große Teile des Suntech-Konzerns übernehmen und das Unternehmen sanieren, heißt es.

Insgesamt dürfte zwar Suntech als Marke weiter erhalten bleiben, die Gefahr ist jedoch groß, dass Aktionäre und Anleihebesitzer bei einer möglichen Rettungsaktion leer ausgehen werden.

Kurzportrait

Suntech Power Holdings Ltd wurde im Jahre 2001 von Dr. Zhengrong Shi gegründet. Der Gründer fungiert heute als CEO und Chairman der Gesellschaft. Die im chinesischen Wuxi ansässige Suntech Power ist heute der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen. Das Geschäft mit dem Verkauf von Solarmodulen steuerte zuletzt die Mehrheit zu den Umsatzerlösen bei, während das Geschäft mit Solarzellen und Solar-Wafer den übrigen Umsatz trug.

Das Unternehmen betreibt vier große Fertigungsfabriken in China (Wuxi, Luoyang, Qinghai und Shanghai). Die Produkte des Unternehmens kommen nicht nur auf Hausdächern, sondern auch in Lampen und Relay-Stationen sowie in der Industrie zum Einsatz. Suntech exportiert den Großteil seiner Produkte in Ländern wie Deutschland und Spanien. Verkauft werden die Solarzellen über Distributoren und Modulhersteller weltweit. Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Solarfirmen wie die SolarWorld AG, Conergy AG, Altersa, IBC Solar AG, Ibesolar Engeria S.A..

Das Unternehmen hat sich über langfristige Lieferverträge Siliziummaterial für seine Produktion in den nächsten Jahren gesichert. In Sachen Polysilizium-Versorgung arbeitet Suntech mit der südkoreanischen DC Chemical zusammenarbeiten (Kontrakt bis 2016). Weitere Lieferanten im Bereich Solar-Wafer sind Glory Silicon, Wacker Schott, sowie PV Crystalox Solar und ReneSola.

Daneben hält Suntech zahlreiche Beteiligungen an Tochterfirmen. Bereits in 2006 beteiligte sich Suntech mit 66,88 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten MSK Corporation. In 2007 gründete das Unternehmen mit der Shenzhen Suntech Co Ltd eine neue Tochter, an der das Unternehmen 80 Prozent der Anteile hält. Weitere Tochterfirmen sind die Shenzhen New Photovoltaic Technology Development Co und die Shenzhen Yutong Investment Co. An der in 2007 gegründeten Tochter Jiangsu Suntech hält Suntech 90 Prozent der Anteile.

Anfang 2008 beteiligte sich Suntech mit 100 Mio. US-Dollar an den Polysilizium-Hersteller Nitol Solar, um sich weitere Polysilizium-Lieferungen zu sichern. Im April 2008 übernahm Suntech zudem den deutschen Automatisierungsspezialisten KSL-Kuttler. Gleichzeitig beteiligte sich Suntech mit einer Minderheitsbeteiligung an dem chinesischen Silizium-Spezialisten Shunda Holdings Co Ltd sowie an dem chinesischen Polysilizium-Spezialisten Asia Silicon. Ende 2010 schloss Suntech die Übernahme von Rietech Solar ab. Gleichzeitig trennte sich Suntech von seiner 20%igen Beteiligung an Asia Silicon.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Suntech Power Holdings

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